Obst- und Gemüsesäfte sind lecker und können zu Hause mit einem Entsafter selbst gemacht werden. Wie gesund sind die Säfte? Ein Entsafter presst Kartottensaft in ein Glas. (Foto: Colourbox)

Entsafter im Vergleich

Saft und Kraft? So gesund ist der Safttrend!

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AUTOR/IN
Juana Guschl
Corinna Jähn

Obst- und Gemüsesäfte sind lecker und können zu Hause mit einem Entsafter selbst gemacht werden. Wie gesund sind die Säfte? Und welcher Entsafter ist dazu am besten? 

Entsafter-Test 

Für Saft-Liebhaber ist eine robuste, langlebige Saftpresse in der Küche entscheidend. Auch das Zusammenbauen und die Reinigung sollten unkompliziert sein. 

Im Saftpressen-Test treten jeweils drei Zentrifugal-Entsafter und drei Entsafter des Typs Slow-Juicer gegeneinander an. Jedes Gerät soll im Praxis-Check Äpfel und Karotten pressen. Die Geräte werden zusätzlich in einem Prüflabor auf Verarbeitung und Leistung untersucht.  

Zentrifugal-Entsafter 

Bei den drei getesteten Zentrifugal-Entsaftern lassen sich alle Geräte einfach und intuitiv zusammenbauen. Das Presswerk wird seitlich mit Bügeln verschlossen. Entsafter mit Zentrifugen machen ziemlich Lärm und sind von der Lautstärke im Bereich der Rasenmäher angesiedelt. 

Bei der Zentrifugal-Saftpresse kommt das Obst und Gemüse in den Einfüllschacht des Geräts und wird zerkleinert. Im Innern wird der Saft in einer Zentrifuge herausgeschleudert. Hier gilt: Je mehr Power ein Gerät hat, desto höher in der Regel die Saftausbeute. 

Bei der Zentrifugal-Saftpresse wird der Saft mithilfe der Zentrifugalkraft gewonnen. Nahaufnahme von einem Zentrifugal-Entsafter beim Auspressen von Karotten. (Foto: SWR)
Bei der Zentrifugal-Saftpresse wird der Saft mithilfe der Zentrifugalkraft gewonnen.

Slow-Juicer 

Der Zusammenbau der Slow-Juicer-Geräte gestaltet sich im Vergleich zu den Zentrifugal-Entsaftern schwieriger. Außerdem sind Slow-Juicer in der Regel teurer und das Entsaften dauert deutlich länger. Unsere überprüften Slow-Juicer sind jedoch deutlich leiser als die Zentrifugal-Entsafter. 

In Slow-Juicern wird das Pressgut langsam und schonend von einer sogenannten Pressschnecke gepresst. Hier gilt: Je weniger Umdrehungen das Gerät hat, desto mehr Nährstoffe bleiben im Saft. 

„Slow-Juicer” bedeutet zu Deutsch „langsamer Entsafter”, da er das Obst und Gemüse mit langsamer Geschwindigkeit zerkleinert. Nahaufnahme von einem Slow-Juicer beim Auspressen von Karrotten. (Foto: SWR)
„Slow-Juicer” bedeutet zu Deutsch „langsamer Entsafter”, da er das Obst und Gemüse mit langsamer Geschwindigkeit zerkleinert.

Fazit zum Saftpressen-Test 

Bei den Slow-Juicern konnten alle Geräte im Praxis-Check überzeugen. Die Saftausbeute ist bei den getesteten Zentrifugal-Entsafter und Slow-Juicern ähnlich.

Ergebnisse zum Praxis-Check und Labortest bei den Zentrifugal-Entsaftern. Der klare Sieger in beiden Kategorien ist hier das Gerät von Philips. (Foto: SWR)
Ergebnisse zum Praxis-Check und Labortest bei den Zentrifugal-Entsaftern. Der klare Sieger in beiden Kategorien ist hier das Gerät von Philips.
Ergebnisse zum Praxis-Check und Labortest bei den Slow-Juicern. Hier überzeugt der Entsafter von Panasonic. (Foto: SWR)
Ergebnisse zum Praxis-Check und Labortest bei den Slow-Juicern. Hier überzeugt der Entsafter von Panasonic.

Tipp: Egal welcher Entsafter es wird – den Trester nicht wegwerfen. Der eignet sich super für Müsli oder Kuchen. 

Obst und Gemüse – essen oder trinken? 

Deutschland ist eine Saftnation. Nirgendwo auf der Welt wird so viel Fruchtsaft getrunken wie in Deutschland. Pro Kopf kommen die Menschen in Deutschland auf 33 Liter im Jahr. Orangen- und Apfelsaft sind dabei die beliebtesten Säfte. Viele glauben, dass Säfte genauso gesund sind wie die Frucht und das Gemüse an sich. Aber ist das so?  

Beim Safttrinken gelangt das verflüssigte Obst und Gemüse ohne Kauen in den Körper. Dadurch gehen wichtige Begleitstoffe wie zum Beispiel Ballaststoffe verloren. Zudem wird der Saft ohne Kauen zu schnell verdaut.  

Dieser schnelle Verdauungsprozess kann auch zu einem schnell ansteigenden Blutzuckerspiegel führen. Beim Entsaften von Obst landet zwar nicht der komplette Zucker der Frucht im Saft, aber der menschliche Körper verträgt Zucker in Säften schlechter, da der Zucker in Flüssigkeit gelöst wurde. So wird der Zucker im Darm verzögerungsfrei aufgenommen. Bei einem hohen Saftkonsum kann daher das Diabetesrisiko steigen. 

Obst und Gemüse am Stück verzehren und kauen ist daher aus ernährungswissenschaftlicher Sicht besser. Kauen ist bereits der erste Schritt der Verdauung. Enzyme werden beim Kauen in der Mundschleimhaut gelöst, die die Nahrung zersetzen. Beim Saft fällt daher die Verdauungsvorbereitung weg und er kommt fast unverarbeitet im Darm an. 

Ganz anders sieht es beim Essen von Obst und Gemüse aus. Im Fruchtfleisch stecken Ballaststoffe. Sie sorgen im Darm dafür, dass Enzyme den Zucker langsam von den Fruchtstücken abspalten. Erst danach gelangt der Zucker in die Blutbahn und der Blutzuckerspiegel steigt nur langsam. 

Wer sich also gesund ernähren will, sollte daher lieber das Obst und Gemüse essen, als den Saft zu trinken. 

Welche Folgen der Saftkonsum für Klima und Umwelt hat, sehen Sie hier:  

Darauf können Sie beim Saft selber machen achten 

Wer trotzdem nicht auf Saft verzichten möchte, kann auf folgende fünf Tipps beim Saft achten:  

1. Saft ist nicht gleich Saft – der Frischgepresste ist am besten. Also nicht lange stehen lassen, sondern trinken. 

2. Aufgrund des Zuckergehalts nicht nur Obst in Säften verarbeiten, sondern auch Gemüse.

3. Bei Orangen, Clementinen und Zitronen die weiße Haut nicht abmachen. Die sogenannte „Mesokarp” ist Ballaststoff pur und optimal für die Darmgesundheit. Mehr dazu lesen Sie hier: 

Das Mesokarp von Zitrusfrüchten ist toll Ist die weiße Haut von Orangen essbar?

Die weiße Zwischenschicht der Schale von Orangen und Clementinen schmeckt zwar nicht fruchtig-süß, sollte aber trotzdem nicht penibel abgepuhlt werden. Denn sie ist sehr gesund.

4. Das Obst und Gemüse nicht zu fein pürieren, sondern Stücke drin lassen. Dadurch wird der Saft nicht zu schnell verdaut. 

5. Smoothies werden gemixt, Säfte werden gepresst. Daher Saft auch gerne durch einen selbst gemachten Smoothie ersetzen. Smoothies enthalten deutlich mehr Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, weil beim Mixen keine Inhaltsstoffe entsorgt werden.

 Wie Saft auch nachhaltig geht und welchen Effekt eine Saftkur hat, sehen Sie hier:

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Rezepte zum Nachmachen

Smoothie-Rezepte für die einfache Zubereitung zu Hause, finden Sie hier: 

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