Geschälte Orange mit Schale auf einem Teller (Foto: SWR, Sabine Schütze)

Das Mesokarp von Zitrusfrüchten ist toll

Ist die weiße Haut von Orangen essbar?

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Sabine Schütze

Die weiße Zwischenschicht der Schale von Orangen und Clementinen schmeckt zwar nicht fruchtig-süß, sollte aber trotzdem nicht penibel abgepuhlt werden. Denn sie ist sehr gesund.

Das Mesokarp

Orangen, Clementinen und Zitronen haben um ihr saftiges Fruchtfleisch herum eine dicke Schale. Die besteht aus der farbigen, sehr dünnen Oberhaut und der sogenannten Zwischenfrucht, dem Mesokarp. Während wir die dünne Oberhaut der Zitrusfrüchte schätzen, weil sie voll mit ätherischen Ölen steckt und unter anderem beim Backen verwendet wird, um Kuchen oder Gebäck einen Aromakick zu verleihen, fristet der weiße, leicht weiche Teil der Schale ein unbeachtetes Dasein. Und das völlig zu unrecht.

Dieser weiße Teil der Schale, den wir zusammen mit der orangen Schale abpellen, um ans Fruchtfleisch zu kommen, ist extrem wertvoll. Wir sollten ihn unbedingt etwas davon mitessen.

  • Mesokarp ist Ballaststoff pur! Damit ist es optimal für unsere Darmgesundheit. Denn Ballaststoffe fördern unsere Verdauung, bewahren uns vor Verstopfung. Außerdem bleiben sie länger im Magen, sättigen deshalb langanhaltend. Weil sie eben kein unnützer Ballast sind, werden sie inzwischen auch als Faserstoffe bezeichnet. Ballaststoffe sind auch gut für unseren Cholesterinspiegel und beugen damit auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor.
  • Mesokarp enthält ähnlich viel Vitamine wie das Fruchtfleisch der Zitrusfrüchte. Beispielsweise Vitamin C, das für unser Immunsystem wichtig ist, ist genauso viel enthalten.
  • Und Mesokarp enthält außerdem reichlich sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide. Sekundäre Pflanzenstoffe haben viele positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Sie können unter anderem freie Radikale einfangen helfen. Damit schützen sie uns uns vor Krebs und wirken der Hautalterung etwas entgegen.
Geschälte Orange mit der Schale auf einem Teller (Foto: SWR, Sabine Schütze)
Die weiße Unterhaut von Zitrusfrüchten wird aufgrund ihrer Farbe auch "Albedo" genannt Sabine Schütze

Kein Sorge beim Geschmack

Immer wieder lese ich, dass die weißen Reste an der Orange oder Clementine den Geschmack beeinflussen, bitter schmecken. Doch das stimmt nicht. Richtig bitter schmeckt das Mesokarp nicht. Es ist eher ziemlich geschmacksneutral, nur leicht herb. Wenn wir also etwas von diesen weißen Fasern an den Orangen und Clementinen dran lassen, dann schmecken die Früchte noch genauso lecker.

Fazit

Das Mesokarp sieht zwar nicht schön an der Frucht aus, dafür freut sich unser Organismus umso mehr, wenn er es kriegt. Das Weiße an den Orangenspalten pingelig abzupuhlen, ist also nicht nur nervig, sondern auch absolut überflüssig.

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Nicht nur das Fruchtfleisch von Orangen und Clementinen ist geschmacklich ein Highlight. Auch deren Schalen sind vielseitig verwendbar. Das ist nachhaltig und schmeckt.

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