Die Hauptstraße in Unkenbach

Ein Film von Fatma Aykut

Dauer

Unkenbach liegt auf halber Strecke zwischen Bad Kreuznach und Idar-Oberstein. Das 260-Seelen-Dorf ist ein kuscheliger Ort am Rande des Nordpfälzer Berglandes. Mittendurch fließt der gleichnamige Bach. Idyllisch, viel Grün, weite Landschaften machen Unkenbach gemütlich. Die Menschen sind bodenständig, handwerklich begabt, offen und hilfsbereit. In der Hauptstraße tummeln sich die meisten Unkenbacher. Einer von ihnen ist André Braun. Er kam mit seiner Familie, fünf Pferden und seinem ganzen Betrieb hierher nach Unkenbach in die Hauptstraße. André Braun hat viel von der Hilfsbereitschaft der Unkenbacher profitiert. Er baut in seinem Betrieb Tanks für internationale Organisationen. Es ist laut, wenn André Braun loslegt. In der Stadt, wo er früher lebte und arbeitete, habe das manchmal für Unmut in der Nachbarschaft gesorgt. Aber hier auf dem Land in Unkenbach seien die Menschen leidgeprüfter. Er erzählt, wie viel Hilfe er erfahren habe im Ort, ohne je darum zu bitten. Man müsse hier nicht auf die Leute zugehen, die kämen von alleine.

Unkenbach in Bildern

Paradies für Pferdeliebhaber (Foto: SWR, SWR -)
Unkenbach ist ein Paradies für Pferdeliebhaber. SWR - Bild in Detailansicht öffnen
Kräuterfrau Anette Eider beim Zubereiten von Hustenbalsam. SWR - Bild in Detailansicht öffnen
Die Lamas haben in der Nordpfalz eine neue Heimat gefunden. SWR - Bild in Detailansicht öffnen
Vera Schwehm-Schwarze auf ihrem Künstlerhof. SWR - Bild in Detailansicht öffnen

Eine Erfahrung, die viele Zugezogene teilen. Eine, die der Hauptstraße in Unkenbach ein kulturelles Antlitz verpasst hat, ist seit knapp 30 Jahren in einem alten Bauernhof in der Hauptstraße beheimatet. Vera Schwehm-Schwarze kaufte damals zusammen mit ihrem Mann das Gelände auf und machte daraus eine Kulturscheune: Eine Art Seminareinrichtung, wo Kunstinteressierte Malerei erlernen können. Auch Ausstellungen finden statt. Da sehe sie dann auch den einen oder anderen Unkenbacher. Das freue sie ganz besonders, weil es doch zeige, dass sie irgendwie hier angekommen sei, sagt sie. Neben den viele Handwerkern gibt es auch zumindest einen exotischeren Beruf in der Hauptstraße, den der Kräuterfrau Anette Eider. Bei ihr ist gegen jedes Problem ein Kraut gewachsen. Und das wächst wie Unkraut in Unkenbach. Denn seitdem viele Haupterwerbslandwirte nicht mehr ihre Felder bewirtschaften, gibt es in Unkenbach eine unberührte Natur. Davon profitiert Anette Eider.

Karte von Unkenbach (Foto: SWR, SWR -)
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