STAND

Ein Film von Gudrun Fünter

Zwischen Lahn und Rhein im Taunus liegt das Dorf Weyer. Die Gemeinde tut viel für ihr Erscheinungsbild und hat unter anderem die Langgasse erneuert und mit Bäumen bepflanzt. Eine schöne Straße, die das genauere Hinsehen wert ist.

Video herunterladen (15,7 MB | MP4)

Afrikanische Strauße mit langen Hälsen sind DIE Attraktion der Langgasse in Weyer. Sie führt durch den alten Ortskern, wurde erst kürzlich erneuert und mit Bäumen bepflanzt. Überhaupt wirkt das 480-Einwohner Dorf gepflegt, rund um die barocke Pfarrkirche fallen zahlreiche schön restaurierte, denkmalgeschützte Häuser auf. Die Straußenfarm liegt am Ende der Langgasse. Sie entwickelte sich aus einem klassischen Aussiedlerhof mit Rinder- und Schweinezucht. Seitdem vor 16 Jahren die größten Vögel der Welt dazu kamen, hat die Farm viele Besucher. Derzeit 60 Laufvögel werden als Nutztiere gehalten, so sind im Hofladen Straußeneier, Kunst aus den Eiern, oder Taschen aus Straußenleder im Angebot. Das Fleisch der Vögel und ein Eiertrunk sind Delikatessen in der farmeigenen Gastwirtschaft. Aber auch Greifvögel, See- und Steinadler oder Uhus leben in der Langgasse. Sie gehören einem Falkner-Ehepaar. Ulrich und Edith Voell sind durch Tausende Flugvorführungen früher auf Burg Maus, heute auf der Koblenzer Festung Ehrenbreitstein bekannt.

Er war der erste Europäer, der Steinadler durch künstliche Befruchtung züchtete. Der weltweit geschätzte Adlerexperte hat hunderte See- und Steinadler aufgezogen und zur Jagd ausgebildet. Zur lebenslangen Begeisterung für Greifvögel kam die Leidenschaft für alte Häuser. Im Ortskern von Weyer hat er drei Häuser gekauft und saniert, unter anderem die ehemalige Dorfschule. Auch das Haus des Nachbarn ist mehr als sehenswert. Denn der hat ein Fachwerk nach historischem Vorbild selbst gezimmert, selbst ausgefacht, keinen einzigen Eisennagel benutzt, fasziniert von einer Jahrhunderte alten Bauweise. Bis vor zwei Jahren hatte die Straße auch ein Lebensmittelgeschäft. Der Inhaber ist in Rente, aber nicht vergessen, erst Recht nicht an seinem 70. Geburtstag. Der gemischte Chor Weyer bringt das Ständchen, singt unter anderem afrikanische Lieder- so laut, dass sie sie hören könnten, die afrikanischen Strauße am Ende der Langgasse.

STAND
AUTOR/IN