Reiseschutz Tücken bei der Auslandskrankenversicherung

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Wer ins Ausland reist, braucht in der Regel eine Auslandskrankenversicherung. Barbara Sternberger-Frey erklärt, welche Angebote sich lohnen und worauf Sie achten sollten.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
20:15 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

Auslandsreise-Krankenversicherung für unter 10 Euro

Die wichtigste Versicherung auf Reisen ist eine Auslandsreise-Krankenversicherung. Umfassende Jahrespolicen für Singles gibt es bereits ab acht Euro, Familien können sich für unter 20 Euro versichern. Versichert werden damit mehrere Reisen pro Jahr mit jeweils bis zu maximal sechs Wochen Reisedauer. Senioren müssen meist Zuschläge zahlen. Je nach Anbieter bereits ab 60 Jahren, oder erst ab 70 Jahren. Manche Versicherungen nehmen gar keine Senioren auf.

Tests der Stiftung Warentest zeigen: Die Preis-, Leistungsunterschiede sind groß. Vergleiche lohnen sich. Teilweise gibt es Angebote, die mehr als das Doppelte kosten und viel schlechtere Bedingungen haben. Stiftung Warentest hat 92 Tarife von 43 Anbietern verglichen. 52 Tarife wurden als sehr gut bewertet, einer als mangelhaft.

Auslandsreisekrankenversicherung trotz Krankenkassenkarte empfehlenswert

In Ländern innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) haben Krankenkassenversicherte Anspruch auf ambulante und stationäre Leistungen wie es die gesetzlichen Kassen bieten. Das regelt die EU-Verordnung 883/2004. Dadurch sind bilaterale Sozialversicherungsabkommen zwischen Deutschland und anderen EU-Staaten nicht mehr nötig. Zum EWR zählen die EU-Staaten sowie Island, Norwegen, Liechtenstein.

Auf einer Weltkarte sind die Länder des Europäischen Wirtschaftsraums sowie die Türkei, Israel, Marokko und Tunesien hervorgehoben. Vor der Karte steht eine Frau mit Koffern. Die Gesetzliche Krankenversicherung greift nur in den hervorgehobenen Ländern. (Foto: SWR)
Die gesetzliche Krankenversicherung beinhaltet keinen Rücktransport nach Deutschland.

Außerhalb des EWR hat Deutschland mit einigen Staaten Sozialversicherungsabkommen geschlossen. Zu diesen Ländern zählen unter anderem Israel und die Türkei. Die weiteren bilateralen Sozialversicherungsabkommen finden Sie auf der Seite des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherungen. Wer in den Oman oder nach Ägypten reist, profitiert allerdings von keinem Abkommen. Im außereuropäischen Ausland ist man immer nur privat versichert.

Innerhalb der EU haben gesetzlich Versicherte nur Anspruch auf den Leistungsstandard des jeweiligen Landes. Es kann also passieren, dass Patienten auch innerhalb der EU auf Kosten sitzen bleiben, wenn sie sich auf die gesetzliche Krankenversicherung verlassen.

Wählen Sie eine Police mit sicherem Rücktransport!

Auf keinen Fall übernehmen gesetzliche Kassen den Rücktransport nach Deutschland. Das ist besonders ärgerlich, wenn man im Urlaub einen schweren Unfall oder eine ernste Krankheit hat mit einem langen Krankenhausaufenthalt.
Die meisten Auslandskrankenversicherungen decken einen Rücktransport ab. Viele Verträge verlangen aber standardmäßig, dass der Transport medizinisch notwendig ist.

Empfehlenswerter ist die Variante, dass ein Rücktransport zugesichert wird, wenn man länger als 14 Tage im Krankenhaus liegen muss. Am besten ist, wenn gar keine Bedingungen gestellt werden, sondern der Rücktransport im Regelfall übernommen wird, wenn es medizinisch sinnvoll und vertretbar ist.

Die Versicherungen unterscheiden sich auch beim Leistungsspektrum. Manche Versicherungen zahlen den Transport zum Krankenhaus beispielsweise nicht. Bei manchen Versicherungen wickelt das Unternehmen den Zahlungsverkehr mit dem Krankenhaus automatisch ab, bei anderen Versicherungen muss sich der Patient darum kümmern.

Ambulante Behandlungen in der Regel mit Vorkasse

Wer im Urlaub ambulante Krankenleistungen in Anspruch nimmt, muss in der Regel in Vorkasse gehen. Finanzexpertin Barbara Sternberger-Frey empfiehlt, rund 1.000 Euro für solche Fälle verfügbar zu haben.

Um die Kosten sicher erstattet zu bekommen, sollten Sie bei Ihrer Auslandskrankenversicherung eine Rechnung einreichen. Es sollte sich um eine offizielle Rechnung in englischer oder deutscher Sprache handeln. Auf der Rechnung sollten sich die Diagnose, die Behandlungsleistungen mit Einzelpreisen, der Name des behandelnden Arztes sowie ein Datum mit Unterschrift befinden. Wer Rezepte für Medikamente ausgestellt bekam, sollte eine Kopie aufheben und einreichen.

Chronisch Kranke auf Reisen

Kein Reiseversicherer zahlt bei vorhersehbaren Behandlungen. Das ist besonders für chronisch Kranke ein Problem. Sie müssen diese Lücke daher mit Hilfe ihrer Kasse schließen. Dialysepatienten oder Menschen mit Vorerkrankungen wie Multipler Sklerose und Diabetes sollten ihrer Krankenkasse nachweisen (z.B. mit Ablehnungsschreiben), dass sie keine private Versicherung für notwendige Behandlungen im Ausland finden. Dann übernimmt die Kasse möglicherweise für sechs Wochen im Kalenderjahr selbst außerhalb Europas die Kosten. Allerdings maximal bis zu der Höhe, wie sie im Inland entstanden wären.

Vorhersehbar wegen Vorerkrankung?

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 21. September 2011 (IV ZR 227/09) kann selbst bei einer bestehenden Erkrankung eine akute Verschlechterung unerwartet eintreten. Dann muss die Versicherung zahlen.
Wer eine Krankheit hat oder chronisch krank ist, sollte sich vor einer Reisebuchung vom Arzt untersuchen lassen. Hält er die Reise für unbedenklich, ist es im Schadensfall leichter die Versicherung zur Leistung zu bewegen.

Dauer

Weitere Ausschlüsse im Kleingedruckten

Aber es gibt noch andere Ausschlüsse. Auf jeden Fall muss der Reisende einen Blick ins Kleingedruckte werfen. Es gibt inzwischen einige Anbieter, die Krankheiten, die innerhalb von sechs Monaten vor Reisebeginn aufgetreten sind, von der Versicherung ausschließen. Solche Verträge sind weniger empfehlenswert.

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