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In den USA ist Genealogie das Hobby Nummer eins. Auch bei uns boomt die Familienforschung – und nicht nur ältere Menschen interessieren sich dafür, sondern auch junge Leute.

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Die Suche nach den eigenen Wurzeln bringt nicht nur Erkenntnisse über die Vorfahren, sondern ist auch eine Entdeckungsreise zur eigenen Persönlichkeit.

Die ersten Schritte

Vor der Suche im Internet bieten sich Gespräche und Recherchen in der eigenen Familie an – Forscher sprechen von den "Magic 7" der Generationen bis zu den Urgroßeltern, die sich oft noch nachvollziehen lassen.

Deswegen sprechen Historiker heute lieber von Familienforschung anstelle von Ahnenforschung.

Auch das Familienstammbuch und der verpönte "Ahnenpass" können nützlich sein. Mit dem mussten viele Deutsche im 3. Reich ihre Herkunft belegen. Weiße Stellen zeigen, dass hier informationen fehlen oder die Herkunft verschleiert wurde – wenn es sich zum Beispiel um jüdische Vorfahren handelte.

Archive und Kirchenbücher

  • In Archiven kann man Kirchenbücher, Melderegister und alte Akten einsehen.
  • Standesämter wurden erst unter der französischen Besatzung durch Napoleon eingeführt – vorher gab es nur die Kirchenbücher, in denen Geburten, Hochzeiten und Todesfälle festgehalten wurden.
  • In Deutschland gibt es eine Sperrfrist: Standesämter dürfen erst 110 Jahre nach dem Geburtsdatum oder 30 Jahre nach dem Todesdatum Dokumente herausgeben, aus Datenschutzgründen.
  • Eine weitere Hilfe bei der Recherche können alte Adressbücher und Melderegister sein.
Recherche im Archive: alte Bücher und Folianten werden von zwei Ahnenforscherinnen gegutachtet (Foto: SWR)
Nicht alle historischen Quellen sind digitalisiert, deshalb lohnt sich oft der Gang ins Archiv.

Das Entziffern der alten Bürgerregister ist allerdings für Ungeübte schwierig, denn zum einen wurde früher nach Gehör geschrieben, zum anderen auch in der Kurrentschrift, die heute nur noch wenige entziffern können. Hier kann man sich im Internet auf speziellen Foren Übersetzungshilfe holen.

Die bekanntesten Internetportale zur Ahnenforschung

Ancestry ist die weltweit größte Online-Plattform für die Ahnenforschung.

  • In Deutschland sind über 500 Millionen deutschsprachige Dokumente aus Archiven und Kirchenbüchern auf Ancestry.de durchsuchbar, weltweit sind über 20 Milliarden Dokumente einsehbar.
  • Stammbäume lassen sich erstellen und abgleichen.
  • Der Probemonat kostet 2 Euro, das Abo ist monatlich kündbar.

MyHeritage ist Marktführer in Europa.

  • Das Portal bietet ebenfalls Zugang zu historischen Aufzeichnungen.
  • Stammbäume lassen sich erstellen und abgleichen, die Nutzer können bei Übereinstimmungen mit anderen Personen Kontakt aufnehmen.
  • Abgerechnet wird jährlich.
  • Es besteht die Möglichkeit zum 14-tägigen Gratis-Test.

Family Search ist die weltweit größte genealogische Datenbank.

  • Sie bietet Zugang zu vielen Originalquellen, die Nutzung ist kostenlos.
  • Träger ist die Kirche Jesu Christi der Heiligen letzten Tage (Mormonen).

Geneanet ist ein Portal aus Frankreich

  • Es greift auf Quellen in aller Welt zu.
  • Die Recherche schließt Friedhöfe und Gedenkstätten ein.
  • Die Nutzung ist teilweise kostenpflichtig.
Internetportal, geöffnet auf einem Laptop. Mann im Anschnitt, beim Betrachten des Bildschirms. (Foto: SWR)
Wer sich im Internet über seinen Stammbaum informiert, sollte auf die nachhaltige Sicherung seiner Recherchen und persönlichen Daten achten.

Die Gene befragen

Manche Portale bieten einen DNA-Test an, der die ethnische Abstammung bestimmt und, wenn gewünscht, die Verwandtschaft zu anderen Nutzern offen legt.

Datenschützer sehen das allerdings kritisch, daher sollte man das Kleingedruckte gut durchlesen, um sicher zu gehen, dass die Daten nicht an Dritte weiter gegeben werden dürfen, zum Beispiel für Forschungszwecke oder vor Gericht. In den USA gelten dabei andere Datenschutzbestimmungen als in Deutschland.

Einen Stammbaum erstellen

Einen Stammbaum auf Papier zu erstellen, kann mühsam sein. Im Internet kann man Programme wie etwa "Ahnenblatt" in einer kostenlosen Version herunterladen.

Die großen Genealogie-Portale sowie Softwarehersteller bieten ebenfalls Programme mit vielen Extras an, die allerdings kostenpflichtig sind.

Darüber hinaus gibt es gemeinnützige Initiativen und individuelle Angebote, die sich mit Familienforschung beschäftigen.

Experten raten dazu, den persönlichen Stammbaum lokal zu speichern, damit private Fotos und Daten nicht ungewollt weiter gegeben werden können.

Fazit

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