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Haarseifen und feste Shampoos liegen im Trend. Sie gelten als umweltverträglicher als flüssige Shampoos. Doch ihre Anwendung birgt Vor- und Nachteile.

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Viele Hersteller werben damit, dass die festen Waschstücke keine Konservierungsstoffe und andere zum Teil problematische Inhaltsstoffe benötigen.

Das sind nachhaltige Haarseifen und feste Shampoos

Während Haarseifen meist klassische Seifen sind, waschen feste Shampoos mit Tensiden, also mit Waschsubstanzen, die Schmutz gut lösen. So wie flüssige Shampoos auch. Der Unterschied zur Seife liegt im pH-Wert. Haarseife hat einen pH-Wert zwischen acht und neun, ist also sehr basisch. Dadurch wird das Haar geöffnet, Kalk aus dem Wasser kann sich ablagern. Feste Shampoos sind dagegen vom ph-Wert sauer wie das Haar selbst.

Der Vorteil bei allen festen Produkten: Konservierungsstoffe sind nicht nötig. Verzichtet wird oft auch auf weitere problematische Inhaltsstoffe wie Silikone und Parabene.

Im September 2020 hat Ökotest 26 feste Haarwaschprodukte getestet und die Inhaltsstoffe unter die Lupe genommen. Mit sehr gutem Ergebnis. Nur bei zwei Marken wurden bedenkliche Inhaltsstoffe gefunden: Der künstliche Duftstoff Lilial in dem Shampoo von Lush und zwei künstliche Moschusdüfte in der Sementes-Naturhaarseife.

Diese sind nicht ungefährlich. Beide synthetischen Duftstoffe können Allergien und bei Astmathikern Atemwegsbeschwerden auslösen. In Tierversuchen konnte nachgewiesen werden, dass Lilial die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen kann. Beide Stoffe können auch das Krebsrisiko erhöhen.

So benutzt man die festen Waschstücke

Ob festes Shampoo oder Haarseife:

  • Zunächst braucht man viel Wasser, um das Produkt zu lösen.
  • Dann wird das Shampoo mit kreisenden Bewegungen von der Kopfhaut bis zu den Haarspitzen einmassiert.
  • Bis ein reinigender Schaum entsteht, dauert es deutlich länger als bei flüssigem Shampoo.
  • Bei der Haarseife ist eine Nachbehandlung nötig, damit der basische pH-Wert wieder sauer wird. Sonst wirkt das Haar spröde.

Dafür gibt es einen Trick: Saure Rinse. Die kann zum Beispiel mit Wasser und Apfelessig hergestellt werden und soll den ph-Wert nach dem Waschen neutralisieren und das Haar geschmeidig machen.

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Vorteile der festen Shampoos und Haarseifen

  • keine Plastikverpackungen
  • hohe Ergiebigkeit
  • keine Konservierungsstoffe
  • meist keine Silikone und Parabene
  • feste Haarshampoos lösen den Schmutz mit Tensiden genauso gut wie flüssige Shampoos

Nachteile der festen Shampoos und Haarseifen

  • bei der Anwendung dauert es deutlich länger, bis der reinigende Schaum entsteht
  • es ist mehr Wasser nötig, um die Produkte zu lösen
  • bei den Haarseifen benötigt man wegen des basischen pH-Wertes eine "saure" Nachbehandlung, damit das Haar nicht spröde wird

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