Vier Arten gibt es bei uns - alle sind ungiftig

Welche Schlangen in Rheinland-Pfalz vorkommen

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Gut getarnt schlängeln sie sich durch die Natur. Manche in Wiesen und Steinbrüchen, andere im Wasser und im Dickicht - unsere heimischen Schlangen.

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In Rheinland-Pfalz gibt es vier verschiedene Arten. Eine wurde erst 2017 zu einer eigenen Art ernannt und kommt nur im Westen von Rheinland-Pfalz vor: die Barrenringelnatter. Früher wurde sie als Unterart der Ringelnatter bezeichnet, doch Wissenschaftler haben nach einer umfangreichen genetischen Untersuchung festgestellt, dass sie sich von der Nominatform unterscheidet.

Neben der Ringelnatter gibt es noch die Schlingnatter und Würfelnatter. Alle Schlangenarten sind geschützt. Die Würfelnatter kommt - bis auf eine kleine wiederangesiedelte Population bei Meißen an der Elbe - nur in Rheinland-Pfalz vor und ist sogar vom Aussterben bedroht.

Bundesweit gibt es sieben verschiedene Schlangenarten. Die Äskulapnatter kommt vor allem in Hessen vor, Kreuzotter und Aspisviper in Baden-Württemberg.

Heimische Schlangen sind meist harmlos

Alle vier in Rheinland-Pfalz vorkommenden Arten sind nicht giftig und damit ungefährlich für uns Menschen. Die Kreuzotter und die Aspisviper in Baden-Württemberg gelten als giftig. Besonders Kinder und ältere Menschen sollten nach einem Biss den Arzt aufsuchen, für sie könnte er gegebenenfalls gefährlich werden. Ansonsten erzeugt er meist nur eine schmerzende Schwellung. Doch die Schlangen sind scheu und flüchten vor uns Menschen, so dass ein Biss sehr unwahrscheinlich ist.

Biologe Philipp Schiefenhövel von der Will-und-Lieselott Masgeik-Stiftung in Molsberg im Westerwald dreht in einem Steinbruch Steine um, unter denen Schlangen zu finden sind.
Biologe Philipp Schiefenhövel von der Will-und-Lieselott Masgeik-Stiftung in Molsberg im Westerwald weiß, wo Schlangen zu finden sind.

So kann man die rheinland-pfälzische Arten erkennen

Die Schlingnatter kommt an Bahndämmen, in Steinbrüchen und auf Magerwiesen vor. Sie wird 80 bis 90 Zentimeter lang, hat einen Strich am Auge und einen großen Fleck auf dem Kopf, der als "Krönchen" bezeichnet wird. Sie beißt ihre Fressfeinde, wenn sie sich bedroht fühlt. Ihre Opfer, vorwiegend Eidechsen, umschlingt und erdrückt sie. Daher kommt der Name "Schlingnatter".

Die Ringelnatter bevorzugt Feuchtwiesen und Teiche. Sie jagt am Teichufer oder unter Wasser kleine Amphibien. Die Ringelnatter kann bis zu 1,50 Meter lang werden und ist gut an einem Halbmond-Fleck am Kopf zu erkennen. Außerdem hat sie an den Seiten Punkte.

Das unterscheidet sie von der Barrenringelnatter. Sie hat statt Punkten eher Striche an den Körperseiten - sogenannte Barren - daher stammt ihr Name. Auch sie wird 1,50 Meter lang und liebt Feuchtwiesen und Teiche.

Die Würfelnatter ist an ihrem würfelähnlichen Muster zu erkennen. Sie lebt an Bachläufen und Flüssen. Hier jagt sie Kleinsäuger und im Wasser Fische. Die Männchen werden etwa 80 cm lang, die Weibchen bis zu 1,30 Meter. Sie ist die seltenste Schlangenart und vom Aussterben bedroht.

Deshalb sind alle Schlangenarten geschützt

Schlangen brauchen eine kleinstrukturierte Landschaft: artenreiche Magerwiesenflächen, Steinbrüche und Feuchtbiotope mit sauberen Teichen und Bachläufen. Doch diese besonderen Lebensräume sind in den vergangenen Jahren immer mehr verloren gegangen und mit ihr die Schlangen.

Aus diesem Grund stehen unsere bedrohten heimischen Schlangen in Deutschland unter Artenschutz und werden durch die Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Eine extensive Landwirtschaft könnte ihr Überleben einfacher machen.

Wenn man einen naturnahen Garten mit Teich, Trockenmauern und Komposthaufen hat, dann kann man durchaus irgendwann Ringel- oder Schlingnattern entdecken. Einen Teich brauchen sie zum Jagen, die Steine zum Sonnen und den Komposthaufen, um ihre Eier darin abzulegen.

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Autor/in
SWR Fernsehen