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Es ist noch nicht lange her, da aßen nur strikte Vegetarier oder Veganer Fleischersatzprodukte. Mittlerweile greifen aber immer mehr ernährungsbewusste Verbraucher zu veganen Alternativen.

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Wer sich fleischlos ernähren möchte, muss dafür nicht mehr ins Reformhaus: Viele Supermärkte, sogar Discounter haben Ersatzprodukte in ihr Sortiment aufgenommen, vom fleischlosen Aufschnitt über veganes Hackfleisch bis hin zum vegetarischen Gyros.

Was der Verzicht auf Fleisch bringt

Die Gründe für den Verzicht auf Fleisch sind vielfältig: Das Wohl der Tiere, der Klimawandel, oder auch vermeintlich gesundheitliche Vorteile. Neun Prozent der deutschen Bevölkerung ernährt sich vegetarisch, vegan isst ein Prozent.

Das ist noch nicht viel und dennoch machen die Hersteller von Ersatzprodukten hohe Profite, sagen Experten. Denn neben den klassischen Vegetariern und Veganern habe sich eine Gruppe entwickelt, die an sich Fleisch esse, hin und wieder aber verzichten wolle. Dies seien die Flexitarier. Und genau diese Konsumenten sind für die Wursthersteller eine attraktive Zielgruppe.

Kunde greift zum Fleischersatzprodukt in einer Supermarkt-Kühltheke (Foto: SWR)
Wer ab und zu auf Fleisch verzichten möchte, ist der ideale Konsument für den Markt der Fleischersatzprodukte.,

Das steckt in Fleischersatzprodukten

Die häufigsten Zutaten sind:

  • Soja
  • Erbsen
  • Lupinen
  • Weizen
  • Ei

Welche Nährstoffe drin sind, hat die Verbraucherzentrale in einem umfangreichen Marktcheck untersucht. Dabei haben sie herausgefunden, dass der Anteil an gesättigten Fettsäuren bei manchen Ersatzprodukten durchaus geringer ist. Ein geringerer Anteil an gesättigten Fetten kann sich positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken - ein Pluspunkt.

Allerdings sei der Salzgehalt häufig höher als bei herkömmlichen Produkten aus Fleisch. Daher sollte man immer einen Blick auf die Inhaltsstoffe und Nährwerttabellen werfen, rät auch Susanne Umbach von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz:

"Je stärker ein Produkt verarbeitet wurde, desto eher gehen Nährstoffe und Vitamine flöten."

Auch der Anteil der Zusatzstoffe wird kritisch bewertet, da sie Allergien auslösen können. Zusatzstoffe werden bei den Fleischalternativen gebraucht, um Konsistenz, Farbgebung und Geschmack des Produktes fleischähnlich zu machen.

Etikett mit Produktinformationen auf einem Fleischersatzprodukt. (Foto: SWR)
Chemie im Fleischersatz? Was an Zusatzstoffen verarbeitet wird, verrät die Produktinformation.

Wie das Klima von Fleischersatzprodukten profitiert

Der Anbau von Pflanzen erzeugt deutlich weniger schädliche Klimagase. Es wird zur Gewinnung der Zutaten weniger Wasser verbraucht und es landet weniger Nitrat im Grundwasser als bei der Fleischproduktion. Ein klares Plus also für Ersatzprodukte.

Allerdings sollte man genau hinschauen, woher die Hauptzutat stammt. Zum Beispiel die moderne Jackfruit. Sie wird in den Tropen angebaut und über einen langen Transportweg aus Übersee geliefert. Die Herkunft mancher Grundzutat wie Soja ist teilweise nicht leicht herauszufinden. Bei Bio-Produkten muss angegeben werden, ob die Zutaten aus der EU stammen. Ansonsten hilft nur: informieren!

Es gibt beispielsweise Lupinenprodukte, die in Rheinland-Pfalz hergestellt werden, aus Samen, angebaut in der Region. Einige Fleischersatzprodukte haben Ei als Grundzutat. Somit ist das Produkt schon mal für Veganer nicht geeignet. Darüber hinaus ist für tierschutzbewusste Verbraucher auch nicht erkenntlich, wie die Hühner gehalten wurden. Im Prinzip aber gilt: Werden die Hühner im Freiland gehalten, geben die Erzeuger das auch auf der Verpackung an. Denn es ist für sie gute Werbung.

Fazit

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