Lecker und gesund – aber auch nachhaltig?

Die Ökobilanz von Walnuss, Haselnuss und Co.

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Rund fünfeinhalb Kilo Nüsse isst jeder Deutsche pro Jahr und sie sind ziemlich gesund. Doch wie sieht es mit der Ökobilanz von Walnuss und Co. aus?

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In 100 Gramm stecken je nach Nuss-Sorte zwischen 45 und 70 Gramm Fett. Studien belegen, dass der regelmäßige Verzehr von Nüssen die Blutfette, insbesondere das Cholesterin, senkt und damit auch das Risiko für Herzinfarkte verringert. Gesalzene und geröstete Nüsse enthalten weniger Nährstoffe Insgesamt bieten Nüsse wichtiges Eiweiß, Spurenelemente und Ballaststoffe. Ihr hoher Gehalt an Magnesium und Vitamin B machen Nüsse außerdem zur sogenannten Nervennahrung.

Cashewkerne sind gute Energielieferanten.  (Foto: SWR)
Cashewkerne sind "gute Energielieferanten", da sie besonders magnesiumreich sind und dazu viel Kalzium und Kohlenhydrate enthalten.

Wie gesund sind gesalzene Nüssen aus?

Die sind nicht ganz so gesund: Geröstete Nüsse wurden erhitzt – durch Hitze verlieren die Nüsse aber wertvolle Fettsäuren und Vitamine. Und gesalzene Nüsse enthalten große Mengen Kochsalz, welches zu Bluthochdruck führen kann.

Wie nachhaltig sind Nüsse?

Das erste Problem in puncto Nachhaltigkeit bei Nüssen ist, dass sie fast immer aus dem Ausland importiert werden und sie sehr viel Wasser verbrauchen. Vor allem in trockenen Gebieten müssen Nussplantagen häufig intensiv künstlich bewässert werden. In vielen Regionen trägt der Nussanbau so zur Wasserknappheit bei. So werden zum Beispiel im heißen Kalifornien für die Produktion von einem Kilo Mandeln rund 13.000 Liter Wasser benötigt.

Hasel- und Walnüsse wachsen zwar auch bei uns reichlich, es existiert jedoch keine Produktion in großem Stil. Größter Produzent von Walnüssen weltweit ist Kalifornien; die meisten Haselnüsse stammen aus der Türkei. Pistazien und Mandeln wachsen zwar auch in Italien, sie werden aber meistens von anderen Kontinenten importiert. Cashews werden sogar in Afrika geerntet und dann zur Bearbeitung nach Vietnam oder Indien geschickt, bevor sie bei uns im Ladenregal landen.

Fairtrade-Siegel (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Wer Nüsse aus fairem Anbau kaufen möchte, sollte auf das Fairtrade-Siegel achten.

Arbeitsplätze und Fairtrade-Siegel

Ein weiteres Problem bei vielen international gehandelten Nüssen sind die schlechten Arbeitsbedingungen beim Anbau und der Verarbeitung. So kommen Arbeiter beim Cashew-Knacken etwa in Kontakt mit ätzendem Öl. Paranüsse wachsen wild im Regenwald und werden mühsam von Hand gesammelt. Und immer wieder gibt es Berichte über Kinder- und Zwangsarbeit auf Haselnussplantagen. Wer Nüsse aus fairem Anbau kaufen möchte, sollte auf das Fairtrade-Siegel achten.

Wie ist die Ökobilanz von Nüssen aus der Region?

Bei regional und ökologisch angebauten Nüssen ist die Ökobilanz sogar sehr gut: Nussbäume sind grundsätzlich gut für das Klima, da sie CO2 binden. Nüsse spielen außerdem in einer auf Gesundheit und Nachhaltigkeit angelegten Ernährung eine wichtige Rolle. Nach der "Planetary Health Diet" sollte täglich etwa eine Handvoll Nüsse auf dem Speiseplan stehen – möglichst bio und regional, am besten selbst gesammelt aus dem Garten.

Wie lagert man Nüsse richtig?

Generell sollten Nüsse dunkel, kühl, trocken und luftig gelagert werden. Am besten bewahrt man sie in einem Netz, Papp- oder Holzkarton auf. Ungeschält halten Nüsse bis zu einem Jahr. Geschält, gemahlen oder geraspelt werden sie schneller ranzig oder schimmelig. Ohne Schale halten Nüsse – je nach Sorte – drei bis sechs Monate.

Natürlicher Snack Nüsse - wie nachhaltig und gesund sind sie?

Sie sind nicht nur sehr lecker, sondern durch ihre wertvollen Inhaltsstoffe auch äußerst gesund. Aber wie sieht es mit der Ökobilanz von Walnuss, Mandel, Cashew und Co. aus?

Doc Fischer SWR

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SWR Fernsehen