Revolution auf den Äckern Digital farming - die Landwirtschaft der Zukunft

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Die Landwirtschaft steht vor riesigen Herausforderungen. Einerseits soll sie die Umwelt weniger belasten: Weniger Pestizide spritzen, weniger Dünger und Gülle ausbringen.

Andererseits soll sie weltweit immer mehr Menschen mit Lebensmitteln versorgen. Nach Schätzungen leben im Jahr 2050 etwa 10 Milliarden Menschen auf der Erde, rund zwei Milliarden mehr als heute. All das auf einer Fläche, die immer gleich groß bleibt.

Was kann Digital farming zur Landwirtschaft der Zukunft beitragen?

Die große Hoffnung ist: Effektivere Ergebnisse erzielen, ohne die Umwelt zu belasten. Die Möglichkeiten dazu liefert Digital farming:

  • Drohnen mit Spezialkameras fliegen schon heute Felder ab, messen den Chlorophyll-Gehalt der Pflanzen.
  • Computergesteuerte Traktoren bringen anschließend genau so viel Gülle aus, wie auf jedem Meter eines Feldes benötigt wird.
Dr. Christian Koch wird bei der Feldarbeit zum Zuschauer. Sein selbstfahrender Schlepper regelt vieles alleine. (Foto: SWR)
Dr. Christian Koch wird bei der Feldarbeit zum Zuschauer. Sein selbstfahrender Schlepper regelt vieles alleine.

"Faszinierend ist, wenn ich auf einem Schlepper sitze, kann ich das vergleichen mit einem Pilot im Cockpit. Man sieht viele Dinge im Display. Der Schlepper weiß, wo man sich befindet, wenn man das System nutzt und stellt das Auto-Track-Lenksystem ein, dass er wie von Geisterhand fährt und man nichts machen muss."

Dr. Christian Koch, Landwirt und stellvertretender Leiter Lehr- und Versuchsanstalt Neumühle/Pfalz

Was wird in Kaiserslautern für das Digital farming entwickelt?

In Kaiserslautern haben sich Unternehmen wie der größte Landmaschinenhersteller der Welt, mit seinem europäischen Innovationszentrum, und die beiden Universitäten sowie die Stadt Kaiserslautern zu einem Netzwerk – der SIAK (Science and Innovation Alliance Kaiserslautern) - zusammengeschlossen. Gemeinsam arbeitet man an der Zukunft der Landwirtschaft.

  • Das Ergebnis sind selbstfahrende Traktoren, die an einem kilometerlangen Stromkabel hängen.
  • Automatische Erntemaschinen, die gleichzeitig ernten und einen nebenher fahrenden Anhänger befüllen.
  • Der vollautomatisierte Kuhstall, bei dem der Gesundheitszustand jeder Kuh zu jeder Zeit individuell kontrolliert werden kann.
Professor Dieter Rombach: Der Vorstandsvorsitzende der SIAK in Kaiserslautern will die Landwirtschaft der Zukunft zum Erfolgsmodell machen. (Foto: SWR)
Professor Dieter Rombach: Der Vorstandsvorsitzende der SIAK in Kaiserslautern will die Landwirtschaft der Zukunft zum Erfolgsmodell machen.

"Die Erdbevölkerung wird immer mehr. Wir haben aber nicht mehr Land, um Dinge anzubauen. Das heißt, Landwirtschaft muss effizienter werden - das ist das Ziel der Digitalen Landwirtschaft. Die Ergebnisse zu vergrößern. Mehr Getreide und mehr - was immer das sein mag - zu erzeugen. Und auf der anderen Seite so zu erzeugen, dass die Umwelt nicht belastet wird."

Professor Dieter Rombach, Vorstandsvorsitzende der SIAK

Welche Visionen rund ums Thema Digital farming gibt es?

Prof. Dr. Peter Pickel ist stellvertretender Direktor des europäischen Innovationszentrums bei "John Deere" Kaiserslautern.  (Foto: SWR)
Prof. Dr. Peter Pickel ist stellvertretender Direktor des europäischen Innovationszentrums bei "John Deere" Kaiserslautern.

"John Deere", der weltgrößte Landmaschinenhersteller, entschied sich für Kaiserslautern als Standort. Seither wird hier an der Zukunft gearbeitet, wie kaum anderswo in Europa.

"Wenn ich jetzt an den Ackerbau denke, dann sehe ich die Vision eigentlich so, dass wir jede Pflanze einzeln kennen, ihren Standort kennen und wissen, was sie braucht. Das heißt also, minimaler Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, minimaler Einsatz von Düngemitteln, ausgeglichene Nährstoffbilanz. Das ist die Vision, jede Pflanze individuell zu behandeln."

Dr. Peter Pickel, stellvertretender Direktor "John Deere" Kaiserslautern.

Fazit

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