Langer Atem und spektakuläre Erfolge So funktioniert das Landeskriminalamt LKA

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Seit gut 70 Jahren gibt es das Landeskriminalamt (LKA) in Mainz. Hier gehen Ermittler und Wissenschaftler täglich mit kriminalistischen und administrativen Herausforderungen um. Ein spektakulärer Erfolg gelang im September 2019 mit der Aufdeckung eines kriminellen Cyber-Netzwerks im Darknet, das von einem Server-Zentrum in Traben-Trarbach aus betrieben wurde.

Das LKA wurde 1947 als Landeskriminalpolizeiamt gegründet. Der erster Sitz der obersten rheinland-pfälzischen Polizeibehörde war Koblenz. Nach verschiedenen Standortwechseln vor Ort erfolgte 1982 der große Umzug nach Mainz.

Was ist das LKA?

Johannes Kunz, der Präsident des LKA (Foto: SWR)
Wofür das LKA heute steht und wohin es in Zukunft gehen soll, weiß Johannes Kunz. Er ist seit 2015 der Präsident der Behörde.

"Das Landeskriminialamt ist das Verbindungsglied zwischen den einzelnen Polizeidienststellen des Landes Rheinland-Pfalz hin zum Bundeskriminalamt. Die Entwicklung des Landeskriminalamtes ist derzeit dadurch geprägt, dass wir der Internationalisierung der Kriminalität Rechnung tragen müssen, aber auch der zunehmenden Digitalisierung."

Johannes Kunz, Präsident des Landeskriminalamtes

Welche Aufgaben hat das LKA?

Das LKA unterstützt dort, wo die Polizeiarbeit vor Ort an ihre Grenzen stößt. Zum Beispiel:

  • bei klassischen Delikten wie Einbruch.
  • bei neuen Verbrechensformen wie Cyberkriminalität.
  • bei der Untersuchung möglicherweise gefälschter Dokumente.

Vor allem im Bereich der Cyberkriminalität müssen die Ermittler neue Wege gehen, um zum Erfolg zu kommen. Fünf Jahre lang haben sie gegen das jetzt ausgehobene Server-Zentrum in Traben-Trarbach ermittelt: ein Schlag gegen professionell agierende Cyber-Kriminelle.

Die Verdächtigen sollen einen sogenannten Bulletproof-Hoster betrieben haben. (Foto: Pressestelle, Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz)
Insgesamt 13 mutmaßliche Täter von 20 bis 59 Jahren stehen im Verdacht, das Rechenzentrum betrieben zu haben. Pressestelle Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz
  • Scheinbar legal wurde ein Rechenzentrum in einer Bunkeranlage betrieben. Doch es handelte sich um ein Darknet-Zentrum.
  • Auf den geschätzten 2.000 Servern wurden jede Menge kriminelle Internet-Geschäfte abgewickelt.
  • Unter anderem wurde hier der im Frühjahr stillgelegte illegale Online-Shop "Wall Street Market" betrieben, ein Umschlagplatz für Drogen, gefälschte Dokumente und sogar Kinderpornographie.
  • Auch der Hacker-Angriff auf rund eine Million Telekom-Router im November 2016 kam wohl aus Traben-Trarbach.

Wie ist das Landeskriminalamt LKA strukturiert?

Die vielfältigen Aufgaben des LKA erfordern eine klare Struktur und eine gute Vernetzung:

  • Das Haus teilt sich in insgesamt sechs Abteilungen.
  • Daneben arbeitet ein Leitungsstab unmittelbar der Behördenleitung zu, insbesondere, was die Abstimmung in nationalen Fragen der Verbrechensbekämpfung betrifft.
  • Sehr eng ist die Zusammenarbeit mit dem BKA sowie mit den anderen Landeskriminalämtern. Die Abteilungen selbst haben ihre Ansprechpartner in den Polizeipräsidien, aber auch auf nationaler Ebene.

Wer arbeitet im Landeskriminalamt LKA?

Etwa 500 Menschen arbeiten im Landeskriminalamt. Dazu gehören Techniker und Informatiker, sowie Naturwissenschaftler, aber auch Psychologen, Politologen, Ethnologen und Islamwissenschaftler.

"Klassische Polizisten machen etwa 50 Prozent unseres Personals aus. Darüber hinaus decken wir eine relativ große Bandbreite an Disziplinen ab, weil bestimmte Kriminalitätsphänomene einen interdisziplinären Blick erfordern, um zu guten Ergebnissen und Analysen zu kommen.“

Johannes Kunz, Präsident des Landeskriminalamtes

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