Ein Monteur zieht in einer Werkstatt Winterreifen beim Wechsel des Autoreifens auf.

Vorbereitung auf den Winter

Im Oktober die Autoreifen wechseln? FAQ zu Winterreifen

Stand
AUTOR/IN
Jutta Kaiser
Bild von Jutta Kaiser aus der SWR-Wirtschaftsredaktion.

Von Ostern bis Oktober fährt man mit Sommerreifen, dann kommen die Winterreifen drauf. Ob das sein muss und was Reifen aktuell kosten.

Winterreifen sollten allein schon wegen der Alterung des Materials nicht länger als zehn Jahre gefahren werden - je nach Abnutzung müssen sie sogar deutlich früher ausgetauscht werden. Nur: Vergangenen Winter haben sich viele darum gedrückt - wegen hoher Reifenpreise.

Was kosten Winterreifen im Herbst 2023?

Nach einer Untersuchung des Vergleichsportals Check24 sind die Kosten für Winterreifen im Vergleich zum Herbst 2022 nochmal um rund ein Fünftel gestiegen. Das liegt unter anderem daran, dass die Kosten für Rohstoffe, Transport und Energie weltweit hochgegangen sind. Aber die Untersuchung zeigt auch: Im April dieses Jahres waren Winterreifen noch deutlich teurer. Seitdem sind die Preise wieder gesunken.

Die Automobilclubs ADAC und ACE sind etwas vorsichtiger, was Aussagen zu Preisen angeht. Beide betonen aber: Es gebe große Preisunterschiede je nach Modell und auch danach, ob man Online oder beim stationären Händler kauft.

Wann kaufe ich am besten neue Autoreifen?

Wer neue Reifen braucht, sollte nicht mehr lange damit warten, sich zu informieren. Spätsommer oder Herbst sind daher genau der richtige Zeitpunkt für den Kauf neuer Reifen. Denn zum Winter hin wird die Nachfrage steigen - und damit auch die Preise.

Wie erkenne ich Reifen mit gutem Preisleistungsverhältnis?

Hierzu am besten Reifen-Testberichte im Internet durchlesen, konkrete Modelle aufschreiben und online Preise dafür vergleichen. Mit diesem Wissen kann man dann bei einer Werkstatt und vielleicht bei einem Wechselservice nachfragen und sich Angebote geben lassen.
Vorteil: Weichen die Preise stark voneinander ab, hat man Infos zum Verhandeln parat. Hier kann man optimistisch sein, dass man sich einig wird.

Alternativ: Nachfragen, ob man die neuen Reifen mitbringen kann. Hierbei zu bedenken: Man muss die Lieferung annehmen – ein Satz Reifen ist was anderes als ein Päckchen, das notfalls vor die Tür gelegt werden kann. Die Reifen müssen zudem noch auf die Felgen gezogen und ausgewuchtet werden. Das kann extra kosten. Und: Im Fall einer Reklamation könnte es Streit geben, wer zuständig ist.

Wie lange sind Winterreifen haltbar?

Maximal zehn Jahre sind Winterreifen fahrbar. Laut ADAC büßen sie aber schon nach etwa sechs Jahren einen Teil ihrer Wintereigenschaften ein und sollten daher ausgetauscht werden. Die Gummimischung ist dann so hart geworden, dass der Grip bei tiefen Temperaturen nachlässt.

Bei einem Neukauf sollten die Reifen laut ADAC maximal zwei Jahre alt sein, der ACE empfiehlt höchstens 18 Monate. Überprüfen lässt sich das anhand der sogenannten DOT-Nummer - die vierstellige Zahl an der Reifenflanke. Die Zahl 2321 bedeutet beispielsweise, dass die Reifen in der 23. Kalenderwoche im Jahr 2021 gefertigt wurden.

Wie tief muss das Profil von Autoreifen sein? 

Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 1,6 Millimeter für das Reifenprofil. Experten empfehlen aber mindestens vier Millimeter Profiltiefe. Ein Tipp: Der silberne Rand einer 2-Euro-Münze ist exakt vier Millimeter breit.

Brauche ich zwingend Winterreifen?

Nein. In Deutschland gibt es keine allgemeine Winterreifenpflicht, sondern nur dann, wenn es glatt ist oder Schnee liegt. Dann braucht man Reifen mit der Kennzeichnung M+S für Matsch und Schnee oder das Alpine-Symbol - das ist ein Piktogramm mit kleinem Berg und einer Schneeflocke darin. Auf manchen Reifen sind beide Kennzeichnungen zu sehen. Das können zum Beispiel auch Ganzjahresreifen sein. Reifen mit der M+S-Kennzeichnung allein gelten allerdings nur bis zum 30. September 2024 als wintertauglich. Zudem müssen sie bis 31. Dezember 2017 hergestellt worden sein.

Kann ich mit reinen Sommer- oder Winterreifen das ganze Jahr fahren?

Wer nur Sommerreifen hat, muss das Auto bei winterlichen Straßenverhältnissen stehen lassen - oder riskiert ein Bußgeld von mindestens 60 Euro und einen Punkt im Fahreignungsregister Flensburg, umgangssprachlich auch "Verkehrssünderdatei" genannt. Mit 80 Euro und ebenfalls einem Punkt müssen Autofahrer rechnen, die mit Sommerreifen unterwegs sind und andere behindern - etwa dadurch, dass sie im Straßenverkehr liegen bleiben. Dem Halter des Wagens drohen 75 Euro und ebenfalls ein Punkt.

Mit Winterreifen darf man aber auch im Sommer fahren. Der ADAC und andere Experten raten allerdings davon ab: Der Bremsweg ist bei höheren Temperaturen und auf trockener Straße länger und das ist ein Unfallrisiko.

Verliere ich bei einem Unfall meinen Versicherungsschutz?

In aller Regel nicht. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft bleibt der Haftpflichtschutz für Autofahrer mit Sommerreifen in jedem Fall bestehen, wenn diese im Winter einen Unfall verursachen. Das heißt, die Versicherung zahlt dem Unfallopfer den Schaden.

Anders sieht es jedoch unter Umständen beim Vollkaskoschutz aus, der den Schaden am eigenen Auto abdecken soll. Kann nachgewiesen werden, dass der Autofahrer fahrlässig mit Sommerreifen unterwegs war, kann die Versicherung die Zahlung kürzen.

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