Effektiv aber energieintensiv

So funktionieren Klimaanlagen für zuhause

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Klimaanlagen boomen. Bei Temperaturen um die 40 Grad leiden viele Menschen unter Kreislaufproblemen und schlaflosen Nächten. Eine Klimagerät ist für viele da eine Lösung. Doch welche Anlage ist sinnvoll?

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So funktioniert eine Klimaanlage

Die Technik funktioniert ähnlich wie bei einem Kühlschrank. Im Klimagerät zirkuliert ein Kältemittel in einem geschlossenen System. Es nimmt die Wärme im Raum auf, leitet sie nach außen und gibt sie in die Umgebung ab. Das Kältemittel wird dann heruntergekühlt und wieder nach innen geleitet, wo es die Luft abkühlt. Die Luft wird dabei nur umgewälzt. Dann beginnt der Kreislauf erneut.

Das sind die Geräte für den Hausgebrauch

Auf dem Markt finden sich für den Hausgebrauch sogenannte Splitgeräte und mobile Monoblockgeräte. Die jeweiligen Gerätetypen haben Vor- und Nachteile, was Handling, Stromverbrauch oder auch die Leistung angeht.

Splitgeräte sind fest eingebaute Anlagen, bei denen sich ein Teil außerhalb des Hauses und der andere im Raum befindet. Die Geräte eignen sich auch für größere Räume und kühlen die Temperatur innerhalb von Minuten herunter. Splitgeräte arbeiten jedoch nicht geräuschlos. Bis die gewünschte Temperatur erreicht ist, laufen sie auf Hochtouren und auch danach fächeln sie hörbar Luft - auch auf der außen gelegenen Seite des Geräts.

Klimageräte bei Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest hat im Juni 2022 Klimageräte getestet und dabei auch die sogenannten Splitanlagen unter die Lupe genommen. Dabei haben die meisten gut abgeschnitten. Die Testsieger bei den Splitgeräten kosten um die 1.500 Euro - ohne Einbau. Die Anlagen müssen regelmäßig gewartet werden. Dazu kommen - je nach Raumgröße und Betriebsdauer - Stromkosten von etwa 40 Euro im Jahr.

Angesichts extremer Temperaturen boomen Klimageräte für den Hausgebrauch (Foto: SWR)
Angesichts extremer Temperaturen boomen Klimageräte für den Hausgebrauch

Monoblockgeräte verbrauchen mehr Strom, sind aber flexibler

Im Vergleich zu den Splitanlagen verbrauchen die sogenannten mobilen Monoblockgeräte mehr Strom bei einer geringeren Leistung und eignen sich nicht für große Räume. Hier wird die Abluft durch einen Schlauch aus dem Fenster geleitet. Ohne eine spezielle Abdichtung strömt dabei ein Teil der warmen Luft wieder zurück und auch der Schlauch erwärmt sich und gibt Wärme ab. Dazu sind die Monoblockgeräte oft lauter als die Splitgeräte.

Ein Vorteil der mobilen Klimaanlage: man kann sie ohne Genehmigung auch als Mieter aufstellen und sie enthalten ein weniger schädliches Kältemittel als die festen Splitanlagen. Monogeräte kosten in der Regel zwischen 250 und 500 Euro.

So sollten Klimageräte eingebaut werden

Splitanlagen sollten nur vom Fachmann eingebaut und gewartet werden, denn das Kältemittel ist klimaschädlich und darf nicht entweichen. Außerdem gibt es Auflagen beim Denkmalschutz oder in Eigentümergemeinschaften. Mieter brauchen für den Einbau die Genehmigung der Vermieter.

Die Anlagen sind nicht klimafreundlich

Wirklich klimafreundlich sind weder Splitgeräte noch Monoblockgeräte, denn sie enthalten klimaschädliches Kältemittel und verbrauchen Energie. Wer sich trotzdem eine Klimaanlage anschafft, sollte die Temperatur nicht zu tief einstellen und die Nutzung auf die heißen Tage beschränken. Der Unterschied zwischen Außen- und Innentemperatur sollte maximal sechs Grad betragen.

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