Wenn Krebs vererbt wird

Darum haben manche Frauen ein erhöhtes Brustkrebsrisiko

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Jede achte Frau erkrankt irgendwann in ihrem Leben an Brustkrebs. Dabei entstehen ungefähr fünf bis zehn Prozent aller Brust- und Eierstockkrebserkrankungen auf der Grundlage einer erblichen Veranlagung zur Tumorentstehung.

Eine solche Veranlagung liegt nahe, wenn innerhalb der Familie viele Personen über mehrere Generationen hinweg an Krebs erkrankt sind, oft schon in jungen Jahren. Um eine erbliche Vorbelastung sicher feststellen zu können, ist eine Gendiagnose durch einen Bluttest nötig.

Regelmäßige Untersuchungen wichtig

Frauen, deren erbliche Vorbelastung nachgewiesen ist, haben mehrere Möglichkeiten: Eine Option ist eine besonders intensive Brust-Früherkennung. Mit regelmäßigen Tastuntersuchungen, Ultraschall, Mammografie oder MRTs, abhängig von Alter und eigenem Risiko. Diese intensivierte Früherkennung gibt es für Eierstockkrebs leider nicht.

Operation senkt Risiko deutlich

Eine andere Möglichkeit ist die vollständige Entfernung des Brustgewebes (mit plastischer Rekonstruktion) sowie eine Entfernung der Eierstöcke und Eileiter. Dadurch wird das Brustkrebsrisiko um über 95 Prozent und das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, um über 97 Prozent reduziert. Um herauszufinden, welcher Weg für einen selbst der richtige ist, sollte man sich eingehend beraten lassen.

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