Neue Mückenart wird bekämpft

Asiatische Tigermücke in Rheinland-Pfalz auf dem Vormarsch

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Sie kommt aus Südostasien und mag es warm. Durch den Klimawandel breitet sich die asiatische Tigermücke daher auch in Deutschland in immer mehr Regionen aus. In Rheinland-Pfalz wurde die schwarz-weiß gestreifte Mückenart 2019 zum ersten Mal entdeckt und ist seitdem in der Pfalz etabliert. Jetzt gilt es, Ihre Ausbreitung aufzuhalten. Denn: Die Tiere können Krankheiten übertragen.

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Ausbreitung in Europa

Seit den 1990er Jahren ist die asiatische Tigermücke in Europa bekannt. Zunächst wurde sie im Mittelmeerraum gesichtet und gelangte nach und nach über den Fernverkehr bis nach Deutschland. Funde der Stechmücke gab es Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Baden-Württemberg, Bayern und in Rheinland-Pfalz. Hier sind vor allem Ludwigshafen und Germersheim betroffen. Andere Landesregionen wie Rheinhessen werden hinzukommen, vermuten Experten. Die Mückenart mag es warm. Der Klimawandel und die stetige Erwärmung auch kühlerer Regionen begünstigt ihre Ausbreitung.

Vermehrung in stehenden Gewässern

Die Tigermücke sucht – anders als die normalen heimischen Stechmücken – künstliche Kleinstgewässer auf. Jede noch so kleine Wasserpfütze reicht aus für eine Eiablage. Um ihre Vermehrung einzudämmen, gilt es also, stehendes Wasser zu vermeiden. Gartenbesitzer sind angehalten, Gefäße im Garten, in denen sich Wasser sammeln könnte, zu beseitigen. Für größere Wasserbehältnisse helfen Eiweißtabletten. Die werden ins Wasser gegeben und töten die Larven der Mücke ab.

Mit Insektenfallen werden Mückenpopulationen wie hier in Ludwigshafen bekämpft (Foto: SWR)
Mit Insektenfallen werden Mückenpopulationen wie hier in Ludwigshafen bekämpft.

Übertragung von Krankheiten unwahrscheinlich

Eine weitere Ausbreitung der Tigermücke sollte verhindert werden, weil die Mückenart gefährliche Krankheiten wie das Dengue-, das Zika- oder das Chikungunya-Virus übertragen kann. Allerdings müsste für eine solche Übertragung ein Infizierter bei uns von einer Tigermücke gestochen werden, damit diese das Virus weitergeben könnte. Solche Übertragungen sind nicht auszuschließen, gelten bei uns aber als unwahrscheinlich. Bisher gibt es keinen Fall einer solchen Übertragung in Rheinland-Pfalz.

Menschen, die allergisch auf Stechmückenstiche reagieren, sollten nach einem Stich den Arzt aufsuchen.

KABS bekämpft Ausbreitung

Damit sich die bestehenden Populationen in Rheinland-Pfalz nicht weiter ausbreiten, unternimmt die KABS, die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V., große Anstrengungen. Die Aktionsgemeinschaft dokumentiert bekannte Mückenpopulationen und ruft die Bevölkerung dazu auf, auffällige Mückenarten zu melden. Eine Kartierung der Mückenvorkommen in Deutschland übernimmt auch der deutsche Mückenatlas. Auffällige Mücken können hier eingeschickt werden – beispielsweise eingefroren.

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