Stempel mit Aufschrift Pflege auf Geldscheinen (Foto: IMAGO, Sascha Steinach via www.imago-images.de)

Geld- und Sachleistungen

Häusliche Pflege: Diese Leistungen gibt es

STAND
AUTOR/IN
Peter Mühlfeit

Das Thema häusliche Pflege wird immer wichtiger: Was ist möglich, welche Leistungen gibt es? Wir haben Tipps für Sie.

In der häuslichen Pflege werden Leistungen oft nicht genutzt: Laut einer Studie Sozialverbands VDK verfallen in Deutschland jährlich Leistungsansprüche von Pflegebedürftigen im Wert von mindestens zwölf Milliarden Euro.

Pflegegrad der erste Schritt

Um zu erfahren, was für Hilfen möglich sind, sollte man sich Beratung, zum Beispiel bei einem Pflegestützpunkt, suchen. Der erste Schritt ist meist die Einstufung in einen Pflegegrad. Dabei geht es vor allem um mögliche Einschränkungen bei der Selbstversorgung.

"Es wird immer geschaut, wie selbständig oder unselbständig ist jemand", sagt Tanja Fröhlich vom Pflegestützpunkt Baden-Baden. "Der Schwerpunkt liegt auf Fragen wie Körperpflege und geistiger Verfassung. Allein hauswirtschaftlicher Bereich, Einkaufen oder Hilfe bei schriftlichen Angelegenheiten - das reicht nicht aus."

Hilfreiche Tipps für die Pflege Nutzen Sie alle Leistungen, die Ihnen zustehen?

Einen nahestehenden Menschen zu pflegen, stellt einen vor ganz neue Herausforderungen. Hier einige hilfreiche Tipps, die Sie gut gebrauchen können!  mehr...

Kaffee oder Tee SWR Fernsehen

Pflege: Geld- und Sachleistungen

Steht der Pflegegrad fest, wird zwischen Geld- und Sachleistungen unterschieden, es ist aber auch eine Kombination möglich.

Für Angehörige oder Nachbarn, die mich pflegen, gibt es bei Pflegegrad 2 bis zu 316 Euro Geldleistungen. Wenn der Pflegedienst kommt und Sachleistungen erbringt , dann gibt es 689 Euro bei Pflegegrad 2. Das Geld erhält aber nicht der Pflegebedürftige, sondern die Leistung wird direkt mit dem Pflegedienst abgerechnet.

Typische Pflegesachleistungen sind Körperpflege, Inkontinenzversorgung, Essen geben, Unterstützung im Haushalt oder beim Einkaufen. Es können aber auch Begleitung und Betreuung im Alltag sein - Spaziergänge oder der Gang zum Arzt.

Entlastungsbeträge werden oft nicht abgerufen

Daneben gibt es noch den sogenannten Entlastungsbeitrag, der bereits ab Pflegestufe 1 (bis zu 125 Euro) greift. Dieses Geld bekomme der Angehörige aber meist nicht ausbezahlt, sondern er wird einer Pflegekraft bezahlt, die zum Beispiel im Haushalt hilft. Oder er kann für die Tagespflege eingesetzt wird.

Den Entlastungsbetrag erhält man häufig erst, wenn die Leistungen bereits erbracht und vorab bezahlt wurden. Das heißt, man muss die Rechnungen einreichen und vorher prüfen, welche Leistung in Anspruch genommen werde und wer sich macht. Denn die Entlastungsleistungen müssen durch das jeweilige Landesrecht anerkannt sein.

Monatliche Entlastungsbeträge kann man ansammeln und rückwirkend geltend machen. Es gilt dabei aber, die Fristen zu beachten.

Milena Battle vom Mainzer Pflegedienst föhnt Jeanette Krauß die Haare.  (Foto: SWR, Rabea Amri )
Rabea Amri

Bei Krankheit hilft die Übergangspflege

Bei vorübergehender starker Erkrankung gibt es die Möglichkeit der Haushaltshilfe: Für maximal vier Wochen wird die sogenannte Übergangspflege bezahlt. Da ist kein Pflegegrad nötig, sondern es ist eine Leistung der Krankenkasse.

Die Kasse ist auch Ansprechpartner bei medizinischen Leistungen. Dazu braucht es die Verordnung vom Arzt, um beispielsweise Kompressionsstrümpfe zu kaufen.

Mehr zum Thema Pflege

TV-Tipp: ARD-Doku über Pflege "Wer pflegt Mama?"

"Wer pflegt Mama?" - Eine Frage, die sich in vielen Familien stellt. Eine ARD-Doku zeigt eine Familie, die zu Hause pflegt, und eine, die den Großvater im Heim untergebracht hat.  mehr...

Der Vormittag SWR1 Rheinland-Pfalz

Pflegekosten steigen Teure Pflege: Wie ist sie finanzierbar?

Unsere Gesellschaft wird immer älter, damit das Thema Pflege immer brisanter. Die Kosten für die Pflege steigen.  mehr...

Kaffee oder Tee SWR Fernsehen

STAND
AUTOR/IN
Peter Mühlfeit