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Es gibt Tage, da fehlt der Antrieb, es wird gegrübelt, das schlägt auf‘s Gemüt. Sind das Zeichen einer schlechten Laune, einer depressive Verstimmung oder sogar einer Depression?

Dr. Donya Gilan, Psychiatrische Ambulanz der Uniklinik Mainz und Leibniz-Institut für Resilienzforschung, gibt Ihnen wichtige Tipps:

Suchen Sie im alltäglichen Leben Wege aus schlechter Laune oder einem kurzzeitigen Stimmungstief?

Werden Sie selbst aktiv! Tun Sie das, was Ihnen in früheren Zeiten auch gut getan hat. Egal, ob Sie ein vertrauensvolles Gespräch führen oder sich ein schönes Essen kochen – allein durch positive Aktivität können Sie oft schon dazu beitragen, dass Ihre Stimmung sich bessert.

Frau macht Sport zuhause (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
Foto: Colourbox.de -

Hilfreich sind oft Sport, ein Spaziergang durch die Natur und der Kontakt zu anderen Menschen. Bestimmte Kurse zum Abbau von Stress wie z.B. Achtsamkeitstraining oder Meditation zahlt gegebenenfalls auch Ihre Krankenkasse.

Routinen helfen. Denn mit Gewohnheiten und regelmäßigen Terminen bleiben Sie in das alltägliche Leben eingebunden.

Fühlen Sie sich niedergeschlagen oder sind in einer akuten Krise? Suchen Sie jemanden, dem Sie sich anvertrauen können?

Es gibt verschiedene Hotlines, die Sie rund um die Uhr kontaktieren können, wie z.B.

Die kostenlose Telefonseelsorge. Telefonnummer: 0800 – 111 0 111.

Benötigen Sie professionelle Hilfe und möchten Kontakt zu einem Psychotherapeuten aufnehmen, wenden Sie sich an das Patiententelefon des ärztlichen Bereitschaftsdiensts, Telefonnummer: 116 117.

Die Hand einer Frau wählt auf einem Telefon und hält den Hörer in derselben Hand. (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
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Sollten Sie sich in einer außergewöhnlichen Krise befinden und Lebensüberdruss verspüren, ist es wichtig, dass Sie sich sofort Hilfe suchen: Zögern Sie nicht und wählen die 112!

Erleben Sie längere Phasen von Niedergeschlagenheit? Fragen Sie sich, ob Sie an einer Depression erkrankt sind?

Vor allem die folgenden Symptome können die Anzeichen für eine Depression sein:

Haben Sie Ihre Freude und Ihre Interessen verloren? Verspüren Sie wenig Antrieb? Grübeln Sie viel und fühlen sich hoffnungslos? Befinden Sie sich fast ununterbrochen in einer depressiven Stimmung in starkem Ausmaß?

Trifft dies zu und halten diese Symptome mindestens zwei Wochen an, wenden Sie sich bitte sofort an Ihren Hausarzt oder an eine Psychiatrische Ambulanz!

Ein Arzt sitzt an einem Tisch, ihm gegenüber eine Frau, von der nur die Hände sichtbar sind. (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de - Lev Dolgachov)
Foto: Colourbox.de - Lev Dolgachov

Haben Sie bei einem Mitmenschen im Familien- oder Freundeskreis den Verdacht auf Depression?

Sprechen Sie Ihren Mitmenschen an! Es kann sein, dass die Person erleichtert reagiert, weil sie sich nicht mehr mit dem Problem allein fühlt. Es kann auch sein, dass die Person Sie zurückweist, beispielsweise aus Verunsicherung oder Scham.

Mann tröstet depressive Frau (Foto: Colourbox)

Vielleicht können Sie dennoch hilfreich sein: mit einem vertrauensvollen Gespräch, mit Ihrer Unterstützung und mit Informationen, die über die Erkrankung aufklären.     

Wurde bei Ihnen eine Depression diagnostiziert, und Sie suchen die passende Therapie?

In einigen Fällen reicht schon eine verhaltenstherapeutische Behandlung, um im Alltag mit den Symptomen umzugehen.

In schwerwiegenderen Fällen empfiehlt sich eine Kombination aus Medikamenten und Psychotherapie.

Sie können mit Ihrem behandelnden Arzt oder Therapeuten ein auf Sie zugeschnittenes Therapiekonzept entwickeln.   

Suchen Sie sich in jedem Fall Hilfe bei Experten!

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