Frau mit Sonnenstich

Vorbeugen und im Notfall richtig handeln

Sonnenstich oder Hitzschlag?

Stand
AUTOR/IN
Dr. Stephan Wey
REDAKTEUR/IN
Claudia Godzieba

Sommer, Sonne – Hitzschlag. Das kann ganz schön gefährlich werden. Für den unbeschwerten Sommergenuss ohne böse Überraschungen hier unsere Tipps.

1. Vorbeugen

  • Starke körperliche Anstrengungen bei Hitze meiden
  • Kopfbedeckung tragen, Nacken schützen, nasse Tücher an Kopf, Nacken, Hände
  • Luftige, helle Kleidung tragen, Fächer bereithalten, Sonnenschirme, Markisen
  • Schattige, kühle Plätze ohne direkte Sonneneinstrahlung aufsuchen; See, Pool
  • Ausreichend trinken (ca. zwei Liter, bei starker Hitze bis drei Liter), vor allem Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Nierenschwäche, Herzschwäche u.a. und ältere Menschen, bei denen oft ein fehlendes Durstgefühl besteht.
  • normal temperierte oder lauwarme Getränke wie etwa Tee trinken, keine Kohlensäure
  • Leichte Kost wählen, optimal sind wasserreiche Speisen wie Wassermelone, Gurke usw.
  • Wolle oder Baumwolle befeuchten, z.B. T-Shirts, auch Kompressionsstrümpfe feucht halten hilft über die Verdunstungskälte
Trinken bei Hitze

2. Erkennen

Beim Sonnenstich überhitzt durch zu starke Sonneneinstrahlung auf Kopf und Nacken lediglich der Kopf des Betroffenen. Die Hitze reizt die Hirnhäute, was zu den klassischen Symptomen wie Kopfschmerzen und Übelkeit führen kann. Beim schweren Sonnenstich können weitere Symptome vorkommen: Erbrechen, Schwindel, geröteter, heißer Kopf, Fieber, steifer Nacken, Nackenschmerzen oder Bewusstseinsstörungen.

Der Hitzschlag betrifft hingegen den gesamten Körper, der bei einer Körperkerntemperatur von über 40°C das Temperatur-Regulationssystem wie beispielsweise die Schweißproduktion aussetzt - es entsteht ein Wärmestau. Die Ursache muss hier nicht unbedingt zu viel Sonneneinstrahlung sein. Auch zu exzessives Saunieren oder körperliche Anstrengung in heißer, stickiger Umgebung können zu einem Hitzschlag führen. Typische Symptome sind wie beim Sonnenstich.

Lebensbedrohlich kann es beim Hinzutreten schwerer Symptome werden: Krämpfe, Lähmungen, niedriger Blutdruck, heiße, aber trockene Haut, Fieber mit einer Körpertemperatur über 40°C, Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit, beschleunigte Atmung bis hin zum Atemstillstand, lebensgefährliches Hirnödem, später auch Organversagen unterschiedlicher Ausprägung.

Mann mit Fieber

3. Handeln

Besonders tückisch ist, dass die Symptome auch erst einige Zeit nach dem Sonnenbad auftreten können. Das bedeutet: Auch wenn man sich während des Sonnenbads subjektiv (noch) wohl fühlt, besteht bereits die Gefahr eines Sonnenstichs oder Hitzschlags.

Wichtig: Bei Verdacht auf Hitzschlag immer ärztliche Hilfe rufen.

Sofortmaßnahmen bei einem Hitzschlag oder Sonnenstich:

  • Die Körpertemperatur senken
  • Den Betroffenen in eine kühle, schattige Umgebung bringen, am besten mit hoch gelagerten Beinen und leicht erhöhtem Kopf (Schocklage)
  • Beengende Kleidung lockern
  • Kühlung von außen z.B. kalte Umschläge auf Nacken, Stirn, Beine und Arme
  • Luft zufächeln, evtl. vorsichtige mit Eis abreiben
  • Dem Betroffenen etwas zu trinken geben, sofern er dazu in der Lage ist
  • Bewusstsein, Atmung und Puls kontrollieren. Die Person nicht alleine lassen!
  • Bei Bewusstlosigkeit den Betroffenen in die stabile Seitenlage legen
  • Bei Atemstillstand sofort mit der Wiederbelebung beginnen

Während bei einem Sonnenstich die oben genannten Maßnahmen, gegebenenfalls eine rezeptfreie Schmerztablette gegen die Kopfschmerzen und Bettruhe ausreichen, ist die Lage bei einem Hitzschlag deutlich ernster, in manchen Fällen sogar lebensbedrohlich.

Bei schwerem Hitzschlag erfolgt die Behandlung auf der Intensivstation. Dort werden die Kühlung und die Flüssigkeitszufuhr fortgesetzt. Gefährdet von einem Hitzschlag sind besonders Säuglinge und Kleinkinder, alte Menschen, chronisch Kranke und Menschen, die Hitze nicht gewohnt sind. Seltener besteht auch für junge und gesunde Erwachsene das Risiko, einen Hitzschlag zu erleiden, wenn sie sich bei hohen Temperaturen und gleichzeitig hoher Luftfeuchtigkeit körperlich stark anstrengen.

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AUTOR/IN
Dr. Stephan Wey
REDAKTEUR/IN
Claudia Godzieba