STAND

Der Tod trifft uns alle irgendwann und doch kommt er manchmal ganz unerwartet und plötzlich. Für die Hinterbliebenen ist die fehlende Gelegenheit, Abschied zu nehmen, oft fast genauso schmerzlich, wie das Versterben ihrer Liebsten selbst.

Die Gäste bei Michael Steinbrecher:

Petra Wolf

Petra Wolf (Foto: SWR)

Der geliebte Ehemann von Petra Wolf erschoss sich nur wenige Meter von ihr entfernt im eigenen Garten. Er war die Liebe ihres Lebens, doch als er unheilbar an einer seltenen Demenzform erkrankte, begann er geistig und körperlich immer stärker abzubauen: „Das ist so grausam, wenn sich dein Liebster erschießt und sein Leiden so groß ist, dass er nicht mehr weiterleben möchte.“

Albrecht Roebkes

Albrecht Roebke (Foto: SWR)

Bei einem schweren Autounfall verunglückten Albrecht Roebkes Eltern mitsamt seinem Bruder. Der Notfallseelsorger kümmert sich beruflich selbst um Menschen in Notsituationen, doch der Vorfall stürzte ihn in ein großes Loch: „Nach diesem Unfall war ich im Schock. Da ist die Welt komplett stehengeblieben.“ Es begann für Roebke ein langer Weg voller Schmerz und Trauer.

Thomas Zawitkowski

Thomas Zawitkowski (Foto: SWR)

Der Vater von Thomas Zawitkowski erlitt bei einem missglückten Fallschirmsprung schwerste Gehirnverletzungen. Seit dem Unfall kann er weder laufen noch sprechen und erkennt seinen Sohn nicht wieder: “Ich versuche ihm alles zu sagen, was ich ihm vorher noch hätte sagen wollen. Aber ich weiß nicht, ob es überhaupt bei ihm ankommt.”

Tina Eschmann-Degener

Tina Eschmann-Degener (Foto: SWR)

Tina Eschmann-Degener wollte mit ihrer kleinen Familie in Thailand am Strand Weihnachten feiern, als sie von einem Tsunami erfasst wurden. Wie durch ein Wunder überlebten sie und ihre Kinder schwerverletzt. Zurück in Deutschland wartete sie monatelang auf ein Lebenszeichen ihres verschollenen Ehemanns: „Der Schmerz und der Gedanke an meinen Mann waren fast nicht auszuhalten. Es war unbeschreiblich schlimm, nicht zu wissen, wo er ist.“

Angelika Kallwass

Angelika Kallwass (Foto: SWR)

Diplom-Psychologin Angelika Kallwass weiß, wie wichtig der Abschied von den Liebsten ist. Umso schmerzhafter ist es, wenn dieser für die Angehörigen nicht mehr möglich ist oder sie womöglich sogar im Streit auseinandergingen: „Es ist sehr schwierig für das Gewissen, wenn man einen Menschen verliert und keine Versöhnung stattgefunden hat.“ Denn ohne die Möglichkeit zum Abschied ist es äußerst schwer zu trauern und den Verlust zu verarbeiten.

Literatur zur Sendung

Petra Wolf

Angelika Kallwass

STAND
AUTOR/IN