STAND

Manchmal genügt ein einziger Augenblick, der alles verändert. Nur ein Moment, der das Leben in ein „Davor“ und ein „Danach“ teilt.

Die Gäste bei Michael Steinbrecher:

Carlo Thränhardt

Carlo Thränhardt (Foto: SWR)

Nach dem Tod seiner Ehefrau Anfang letzten Jahres war der ehemalige Hochspringer Carlo Thränhardt vor allem damit beschäftigt zu trauern und für seinen Sohn zu funktionieren. Eine neue Beziehung war das Letzte, an das er in dieser Situation dachte. Doch nur wenige Monate später begegnete er in einem Münchner Lokal Stefanie und die beiden verliebten sich noch am selben Abend ineinander: „Ich habe absolut gespürt, dass das meine neue Frau sein wird.“

Tamika Campbell

Tamika Campbell (Foto: SWR)

„Viele bezeichnen mich als Powerfrau, aber die Leute sehen nicht hinter die Kulisse und wissen nicht, was passieren musste, damit ich zu dieser Frau geworden bin.“ Das sagt die Comedienne Tamika Campbell. Denn sie wuchs in einer radikalen Sekte auf, ihr Alltag war geprägt von Gewalt und Missbrauch. Doch mit nur 13 Jahren brachte sie den Mut auf, auszubrechen und sich ein neues Leben zu erkämpfen.

Katharina Gozdan

Katharina Gozdan (Foto: SWR)

Als Katharina Gozdan von einer Treppe stürzte, glaubte sie, nur eine Schürfwunde davongetragen zu haben. Doch sie hatte sich mit Streptokokken infiziert und die Ärzte mussten ihr Hände und Beine amputieren. Die grundoptimistische Frau nahm ihr neues Leben an und fand auf der Suche nach einem Pfleger überraschend ihre große Liebe: „Ich sage immer: Warum soll ich über die Infektion klagen? Ich habe dadurch das größte Geschenk in meinem Leben bekommen: Meinen Mann.“

Ibrahim Arslan

Ibrahim Arslan (Foto: SWR)

Ibrahim Arslan war 7 Jahre alt, als das Haus seiner Familie in Mölln von Rechtsradikalen angezündet wurde. Er selbst überlebte nur, weil seine Großmutter ihn in feuchte Tücher wickelte, bevor sie selbst ihr Leben verlor – genau wie seine Schwester und seine Cousine. Eine Erfahrung, die Arslan früh und nachhaltig prägte: „Es war schockierend, weil ich noch ein Kind war und gemerkt habe, wozu Menschen fähig sind und wie Rassismus unsere Gesellschaft spaltet.“

Sibylle Knorz

Sibylle Knorz (Foto: SWR)

„Für mich hat sich das Leben in dem Moment verändert, als die Polizei morgens um sieben bei mir geklingelt hat. Ich habe gedacht: Wenn ich wieder reinkomme, dann ist alles anders. Das hat man irgendwie im Gespür.“ Das sagt Sibylle Knorz, die am 4. November 2014 ihren damals 17-jährigen Sohn Tom verlor. Er verstarb unter ungeklärten Umständen. Seither ist für die Familie nichts mehr wie zuvor.

Ursula Nuber

Ursula Nuber (Foto: SWR)

Für die Psychologin Ursula Nuber ist ganz klar, dass jeder Mensch im Leben Unvorhergesehenes und Unplanbares erlebt: „Es gibt so etwas wie Zufall, Schicksal – gläubige Menschen würden sagen, da gibt es noch Gott, der etwas mit mir vorhat. Es gibt Mächte, die nicht unserer Herrschaft unterliegen.“ Wie wir mit Veränderungen umgehen, hängt laut der erfahrenen Psychotherapeutin davon ab, welche Erfahrungen wir gemacht haben und wie resilient wir sind.

Literatur zur Sendung:

Ursula Nuber

Tamika Campbell

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