Ein fast leeres Regal mit Nudeln in einem Supermarkt. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Robert Michael)

Machtspiele im Handel

Warum einige Supermarktregale ohne Mangel leer bleiben

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Katha Jansen
SWR-Wirtschaftsredakteurin Katha Jansen (Foto: SWR, Stefanie Schweigert)
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Jutta Kaiser

Schokolade, Hundefutter, Cola. In vielen Supermärkten und Discountern leeren sich die Regale mit Markenprodukten. Woran das liegt.

Bei leeren Supermarktregalen denken viele Menschen zuerst an Lieferengpässe als Erklärung. Doch damit haben die leeren Fächer derzeit nichts zu tun - sondern mit einem Preisstreit zwischen Handel und Herstellern. Solche Auseinandersetzungen gibt es immer mal wieder, aber noch nie in dem Ausmaß wie im Moment.

Warum leere Regale derzeit häufiger vorkommen

Unsere wirtschaftliche Gesamtsituation bringt aktuell ohnehin viele Unternehmen an ihre Grenzen. Durch die Energiekrise sind die Produktionskosten der Hersteller gestiegen. Sie müssen mehr für Energie, aber auch mehr für Rohstoffe zahlen.

Die gestiegenen Energiepreise treffen aber auch den Handel, gerade Kühltheken fallen ins Gewicht. Außerdem befürchten Händler, dass ihnen bei zu hohen Preisen Kunden wegbleiben. Das bedeutet: Auf beiden Seiten ist der Verhandlungsspielraum kleiner geworden. Und das spiegelt sich in diesem lange andauernden Preisstreit wider.

Die Akteure: Handelskonzerne und Konsumgüterhersteller

Katha Jansen aus der SWR-Wirtschaftsredaktion ordnet ein: "Auf Handelsseite teilen sich fünf Gruppen 85 Prozent des Marktes unter sich auf. Das sind die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland, Aldi Nord und Süd sowie Edeka mit Netto und Rewe mit Penny."

Bei den Konsumgüterherstellern spielen vor allem diejenigen eine große Rolle, die ganz unterschiedliche Produkte im Portfolio haben. Denn sie können die Händler mit Lieferstopps gleich an mehreren Stellen treffen. Beispiele sind Mars mit Marken wie Wrigleys, Frolic oder Twix. Den Konzern Mondelez kennen viele noch als Kraft Foods. Dazu gehören Marken wie Milka, Miracle Whip oder Philadelphia.

Warum der Streit diesmal besonders schwer beizulegen ist

Normalerweise wird ein Mal im Jahr über Preise verhandelt und diese Steigerungen rechnen die Handelsunternehmen in ihre Kalkulation ein. Teilweise laufen jetzt aber schon die zweiten Verhandlungen innerhalb eines Jahres. Da sind zum Beispiel Coca Cola zu Edeka oder auch Mondelez zu Rewe gegangen und haben gesagt, die Preiserhöhung reicht noch nicht, wir brauchen mehr.

Die Händler gehen da nicht mit. Sie nennen die Forderungen überzogenen, sagen, die Markenhersteller versuchten nur, auf der Inflationswelle mitzureiten.

Ein Ende leerer Regale ist nicht absehbar

In der Vergangenheit war es in Verhandlungen oft so, dass gerade die globalen Marken ihre Marktmacht ausspielen und sich durchsetzen konnten. Momentan zeigen sich allerdings beide Seiten hartnäckig. Die Handelsketten scheinen sich vehementer zu wehren, ziehen teils vor Gerichte. So passierte das bei einem Streit zwischen Coca-Cola und Edeka. Der Händler wollte erzwingen, dass Coca-Cola ihn günstiger beliefert - und scheiterte.

Schwierig wird die Situation vor allem für kleinere und mittelgroße Markenhersteller. Auch sie müssen Ihre Lieferkonditionen verhandeln und stoßen dann gerade auf schon frustrierte Handelsunternehmen - die seit Wochen im Kampf mit den großen Marken stehen. Das ist sicher keine ideale oder einfache Ausgangslage, meint SWR-Wirtschaftsredakteurin Katha Jansen. Im Gegensatz zu den großen Playern hätten diese Unternehmen oft nicht das entsprechende Finanzpolster, um solche Streitigkeiten auszusitzen. 

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