Ein Mann füllt ein großes Glas mit einer Flüssigkeit, die wie Milch aussieht. Da Nüsse auf dem Tisch liegen, könnte es aber auch ein Milch-Ersatzprodukt sein. (Foto: IMAGO, Bildnummer: 0134763508)

Fakten zu Milch-Alternativen

Sind Pflanzendrinks die bessere Milch?

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Petra Thiele
SWR-Wirtschaftsredakteurin Petra Thiele (Foto: Dirk Bannert)
Alexander Winkler
SWR-Wirtschaftsredakteur Alexander Winkler (Foto: SWR, Oliver Reuther)

"Nicht Deine Mama: Nicht Deine Milch." Mit diesem Spruch wird für weniger Milchkonsum und Alternativen geworben. Aber sind Pflanzendrinks auch gesünder oder umweltfreundlicher?

SWR-Experten klären auf. Ernährungsredakteurin Susanne Henn zum Thema Gesundheit:

Sind Milchalternativen gesünder als Milch?

Milch ist nicht ungesund. Im Gegenteil: Sie besteht überwiegend aus Wasser und Mineralien wie Calcium oder Vitaminen, vor allem B12. Aber es gibt Menschen, die haben eine Laktoseintoleranz, das heißt, sie vertragen den Milchzucker nicht. Andere Menschen leben vegan, verzichten also auf alle tierischen Produkte.

Vor allem Veganer brauchen eine Alternative. Und da hat jedes Produkt andere Eigenschaften: Sojamilch etwa hat viele ungesättigte Fettsäuren, aber auch Soja wird oft nicht vertragen. Reis- und Hafermilch haben viele Kohlenhydrate, aber kaum Eiweiß und Nährstoffe. Mandelmilch löst nur selten Allergien aus, hat aber - anders als Mandeln - durch den Verarbeitungsprozess kaum mehr Nährstoffe.

Allerdings werden bei fast allen dieser Drinks Vitamine und Mineralien zugesetzt, damit sie in etwa den Nährwerten einer Kuhmilch entsprechen. Also: Jede Alternative hat Vor- und Nachteile, aber sie sind insgesamt weder gesünder noch ungesünder als Kuhmilch.

Wie sieht es bei den Kalorien aus? Sparen wir da was?

Da sieht es in der Regel ganz ähnlich aus wie bei Kuhmilch: Kuhmilch hat pro 100 ml in der Vollmilchvariante 64 Kilokalorien und in der fettreduzierten 47 Kilokalorien. Soja-, Reis- und Hafermilch liegen alle im ähnlichen Bereich. Extrem kalorienarm ist der Mandeldrink mit gerade mal 13 Kalorien.

Für viele ist Mandelmilch aber nicht wirklich eine Alternative. Denn sie hat einen etwas eigenen Geschmack. Wichtig ist aber bei all diesen Drinks, dass man immer die ungesüßte Variante nimmt und dann gilt: Dickmacher sind die alle nicht, vor allem, da man das Zeug in der Regel ja nicht gleich literweise trinkt.

Kann man mit pflanzlichen Milchalternativen genauso gut kochen und backen wie mit normaler Milch?

Erfahrungen von SWR-Umweltredakteur Dominik Bartoschek:

Pflanzendrinks sind z. B. Soja-, Hafer- oder Mandelalternativen für Milch. (Foto: SWR, Alexander Winkler)
Grundsätzlich funktioniert Kochen und Backen mit Milchalternativen genauso gut. Die Kuhmilch lässt sich in den meisten Fällen 1 zu 1 durch einen Pflanzendrink ersetzen. Allerdings sind Milchalternativen nicht geschmacksneutral, sondern haben einen Eigengeschmack. Sie können zum Bespiel leicht süß schmecken oder nussig. Das kann den Geschmack des Gerichts leicht verändern. Alexander Winkler Bild in Detailansicht öffnen
Am besten sollte man deswegen ein bisschen rumexperimentieren, welche Milchalternative am besten schmeckt. Beispielsweise eignen sich Haferdrinks eher für süße, die Sojavariante eher für herzhafte Gerichte. Alexander Winkler Bild in Detailansicht öffnen
Auch im Kaffee eignen sich je nach Anwendung unterschiedliche Pflanzenalternativen. Mandel- oder Sojadrinks können im Kaffee zum Beispiel ausflocken. Das passiert mit Haferdrinks eher nicht. Alexander Winkler Bild in Detailansicht öffnen
Für Kaffeeschaum auf dem Cappuccino, gibt es einige Drinks auch als spezielle Barista-Variante. Diese sollen sich besonders gut aufschäumen lassen. Allerdings gilt wie beim Kochen und Backen auch beim Kaffee: Der Geschmack verändert sich je nach Milchalternative. Da muss jeder wieder die Alternative raussuchen, die einem persönlich am besten schmeckt. Alexander Winkler Bild in Detailansicht öffnen
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