Eine Frau schminkt sich die Lippen strahlend rot. Laut einer Studie der Umweltorganisation Greenpeace befindet sich trotz einer freiwilligen Selbstverpflichtung der Hersteller immer noch viel Plastik in Kosmetika (zu dpa «Studie: Firmen halten sich nicht an Verzicht auf Plastik in Kosmetika»)  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Britta Pedersen)

Mikroplastik-Studie von Greenpeace

Plastik in drei von vier Kosmetika

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Ob Peeling, Lippenstift oder Augencreme: Die meisten Kosmetikprodukte enthalten Plastik. Ob das für Mensch und Natur böse Folgen hat, ist noch nicht ganz ausgemacht.

Plastik ist in unserer Welt allgegenwärtig - und das Badezimmer ist keine Ausnahme: 700 Kosmetikprodukte hat die Umwelt-Nichtregierungsorganisation Greenpeace unter die Lupe genommen, in drei von vier Produkten haben die beauftragten Forscher Kunststoffe gefunden. Darunter waren winzig kleine Plastikkügelchen, aber auch Kunststoff in flüssiger oder gelöster Form.

Plastik - ein Lieblingsstoff der Kosmetik-Branche

Eine große Überraschung ist das im Prinzip nicht, schließlich findet sich der Stoff regelmäßig in Produkten der Kosmetik-Industrie. Das Mikroplastik dient zum Beispiel als Schleifmittel. Es ist wie geschaffen für Peelings oder auch Duschgels, die das Gefühl sanfter und weicher Haut versprechen. Und in Shampoo und Spülung sorgt der flüssige Kunststoff dafür, dass die Haare nach dem Waschen leichter zu kämmen sind.

In Puder und Make-up bringen die Kunststoffe eine bessere Haftung auf der Haut. In Cremes sorgen sie dafür, dass sich die Haut besonders geschmeidig anfühlt. Und manchmal dienen sie auch einfach nur als Füllstoff, als Trübungs- oder als Bindemittel.

Folgen für den Organismus sind wenig erforscht

Was das mit unserem Körper macht, ist nicht so ganz klar. Das Bundesamt für Risikobewertung sieht keine direkte Gesundheitsgefahr. Das Mikroplastik gehe nicht in die Haut über, wenn diese intakt sei. Und selbst wenn wir die Kügelchen durch Verschlucken aufnehmen sollten, gehe davon keine Gefahr aus: Der Körper würde das Mikroplastik einfach wieder ausscheiden, ohne Schaden zu nehmen, so die Bundesbehörde.

Allerdings stellt das Bundesamt ebenso fest, dass in diesem Bereich noch jede Menge Forschungsbedarf besteht. Dasselbe gilt für die flüssigen Kunststoffe. Und ebenso unklar wie die Wirkung auf den menschlichen Körper sind die Folgen, die die Kunsstoffe für die Umwelt haben können.

Umweltschützer fordern: Mikroplastikverbrauch gesetzlich einschränken

Sehr viele Studien haben längst nachgewiesen, dass Kunststoff überall in der Natur zu finden ist. Es findet sich auf Grund der Tiefsee bis zum Gipfel des Mount Everest. Was es dort anrichtet und wie es auf die verschiedenen Organismen einwirkt, ist allerdings weitgehend unklar.

Im Sinne des Vorsorgeprinzips fordern daher viele Umweltschützer, den Einsatz von Plastik in Kosmetika zu verbieten oder zumindest deutlich einzuschränken. Auch wenn Plastik natürlich auch aus vielen anderen Quellen in die Umwelt gelangen kann.

Tipps zum Vermeiden von Kunststoff in Kosmetik

Konsumenten, die nicht solange warten wollen, bieten sich schon heute kunststofffreie Alternativen. Bei der Suche nach plastikfreien Produkten können spezielle Apps behilflich sein. Denn Plastik als solches zu identifizieren, ist für Verbraucher manchmal gar nicht so leicht. Kunststoffe verbergen sich nämlich hinter vielen verschiedenen Bezeichnungen.

Wer nach einer einfachen und sicheren Lösung sucht, kann auf Naturkosmetik zurückgreifen. In diesen Produkten ist der Einsatz erdölbasierter Stoffe nämlich grundsätzlich verboten. Plastik ist also garantiert nicht enthalten.

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