Eine Passantin geht in der Innenstadt an einem Schaufenster mit Weihnachtsdeko vorbei.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Marcus Brandt)

Weihnachtsshopping

Wie gut sind die Branchen aufs Weihnachtsgeschäft vorbereitet?

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Christoph Mautes
Andreas Reinhardt
Bild von Wirtschaftsredakteur Andreas Reinhardt (Foto: SWR)

Für viele Branchen ist die Vorweihnachtszeit extrem wichtig. Aber wie gut sind die Händler und Gastronomen nach den Lieferengpässen und Problemen der letzten Jahre aufgestellt?

Spätestens mit dem sogenannten Black Friday am 25. November 2022 geht das Weihnachts-Shopping in die heiße Phase. In den vergangenen beiden Jahren gab es in vielen Bereichen Lieferprobleme und Engpässe. Auch die Energiekrise setzt die deutsche Industrie und Wirtschaft massiv unter Druck. Wir wollen herausfinden: Wo läuft es trotzdem noch einigermaßen gut? Welche Branche kann mit guten Ergebnissen glänzen, Lieferzusagen einhalten und an Weihnachten Menschen glücklich machen?

Wieder mehr Elektronik zu Weihnachten
Spielzeugbranche ist zuversichtlich
Fahrräder zu Weihnachten sind lieferbar
Kein Mangel bei Weihnachtsbäumen
Gänse rar und teuer
Hotels und Gaststätten befürchten schlechtes Weihnachtsgeschäft

Wieder mehr Elektronik zu Weihnachten

Bei vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern stehen elektronische Geräte weit oben auf den Wunschlisten für Weihnachten. Tatsächlich könnte auch dieses Jahr das eine oder andere knapp werden. Bestellungen sind immer noch kein reines Wunschkonzert, manches ist schlicht nicht sofort verfügbar. Sich frühzeitig Gedanken machen, kann sich also lohnen! Immerhin: Es sei mehr Ware da als im vergangenen Jahr, sagt uns der zuständige Verband.

Die Expert-Märkte zum Beispiel haben die Lager dieses Jahr ein gutes Stück voller gepackt. "Wir sind gut vorbereitet", erklären auch Mediamarkt und Saturn. Ganz vermeiden ließen sich Lücken aber nicht, bei besonders gefragten Sachen wie zum Beispiel Tablets oder Smartphones.

Wer sich auf ein ganz bestimmtes Produkt eingeschossen hat, muss vielleicht länger suchen und warten - aber wer auch auf andere, ähnliche Geräte umschwenken kann, der sollte dieses Jahr pünktlich das passende Geschenk finden.

Trotz Fußball-WM sind Fernseher übrigens bisher kein richtiger Renner, das könnte aber noch kommen. Umso mehr ist dagegen alles gefragt, das Energie spart. Von der sparsameren Waschmaschine bis hin zu kleinen Helfern wie smarten Thermostaten oder Messgeräten.

Spielzeugbranche ist zuversichtlich

Es gibt zwar noch kleinere Lieferengpässe, aber im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Situation deutlich entspannt. Das sagt der Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels. Trotzdem sollten Verbraucherinnen und Verbraucher nicht unbedingt bis kurz vor Weihnachten mit dem Spielzeugkauf warten. Denn natürlich kann Mitte Dezember das eine oder andere Produkt ausverkauft sein und kann dann auch nicht mehr so schnell nachbestellt werden.

Ganz generell hofft die Spielwarenbranche darauf, dass auch in diesem Jahr das Motto gilt: Am Kind wird zuletzt gespart. Während der Corona-Pandemie wurden zu Weihnachten viele Spielwaren verschenkt. Deshalb rechnen die Händler auch in diesem Jahr mit einem relativ soliden Weihnachtsgeschäft. Sehr beliebt als Weihnachtsgeschenke werden dieses Jahr wohl Baukästen, Rätselspiele oder auch fernsteuerbare Autos sein. Und ganz generell natürlich alles mit bekannten Markennamen.

Fahrräder zu Weihnachten sind lieferbar

Die Fahrradbranche war in den vergangenen Jahren stark von Lieferkettenproblemen betroffen. Viele, die zu Weihnachten ein neues Fahrrad haben wollten, konnten es nicht bekommen.

Fahrradgeschäft mit Rädern (Foto: SWR)
Räder und Zubehör: Der Handel hat genug Ware auf Lager.

Dieses Jahr sieht es deutlich besser aus. Wer sich ein bestimmtes Fahrrad im Katalog ausgesucht hat, hat gute Karten. Das sagen zumindest der Verband des Deutschen Zweiradhandels und ein Großhändler.

Kleine Ausnahme sind noch die E-Bikes, da dauert es wohl noch ein bisschen, bis alles wieder pünktlich kommt. Insbesondere Kinderfahrräder sind aber in Hülle und Fülle auf Lager.

Wer zu Weihnachten Fahrradzubehör, zum Beispiel ein neues Licht oder ein Helm verschenkt, braucht sich auch überhaupt keine Sorgen zu machen. Das liegt daran, dass der Fahrradhandel in den letzten zwei Jahren so viele Teile geliefert bekommen hat, dass die Händler auf jeden Fall genügend Ware verfügbar haben. In diesem Bereich ist eher die Lagerung das Problem. Viele Händler haben laut Verband des Deutschen Zweiradhandels einfach keinen Platz mehr für all die Ware. 

Kein Mangel bei Weihnachtsbäumen

Die gute Nachricht vorweg: Es gibt auf jeden Fall genügend Weihnachtsbäume, da muss sich wirklich niemand Sorgen machen. Und auch die Qualität ist top, sagen große Produzenten und auch der Verband der Weihnachtsbaumerzeuger.

Es gab keine Spätfröste im Frühjahr, keinen Hagel. Der Sommer war zwar sehr trocken, aber wenn die Tannen erstmal angewachsen sind, macht ihnen das wenig aus. Das heißt, Lieferengpässe wird es bei den Weihnachtsbäumen in diesem Jahr sicherlich keine geben. Und auch beim Preis gibt es keinen Grund zur Panik, viele Christbaum-Erzeuger wollen die Preise nur moderat erhöhen.

Ein großer Weihnachtsbaum-Produzent aus dem Schwarzwald berichtet dem SWR, dass bei ihm die Kosten im laufenden Jahr um 25 bis 30 Prozent nach oben gegangen sind. Aber er sagt: "Wir können die Kostensteigerungen, die wir haben, auf keinen Fall eins zu eins an die Kunden weitergeben, weil wir buchstäblich um jeden Preis verhindern wollen, dass die Menschen ausgerechnet beim Weihnachtsbaum sparen".

Gänse rar und teuer

Der Gänsebraten wird ungefähr doppelt so teuer, wie im vergangenen Jahr. Ein Großteil der Gänse in den heimischen Supermärkten wurde zum Beispiel in Polen oder Ungarn aufgezogen. Aktuell kostet das Kilo ca. neun Euro, vergangenes Jahr waren es noch etwa 4,50 Euro. Heimische Gänse sind zwar mit 19 Euro pro Kilo noch teurer, aber der Preissprung ist nicht ganz so hoch. Die Kilopreise sei um etwa drei Euro gestiegen, heißt es beim Bundesverband Bäuerlicher Gänsehaltung.

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Warum die Gänse dieses Jahr teurer sind, hat viele Gründe: Es liegt an den gestiegenen Preisen für Energie, an den hohen Futterpreisen und am gestiegenen Mindestlohn. Dazu kommt die Vogelgrippe. Europa erlebte laut der EU-Gesundheitsbehörde die schwerste jemals erfasste Vogelgrippe-Epidemie, viele Tiere sind deshalb gestorben oder mussten vorsorglich geschlachtet werden.

Gänse sind also knapp und auch deshalb teurer. Einige Restaurants haben schon Konsequenzen gezogen. Sie fürchten, dass die Leute nicht bereit sind, die höheren Preise zu zahlen und haben den Gänsebraten deshalb von der Speisekarte genommen. Heißt: Wer sicher sein will, dass es dieses Jahr eine Gans zu essen bekommt, muss die vermutlich selbst in den Ofen schieben.

Hotels und Gaststätten befürchten schlechtes Weihnachtsgeschäft

Die Stimmung im Gastgewerbe ist aktuell relativ schlecht. Bei einer Umfrage des Verbandes DEHOGA unter seinen Mitgliedern Anfang November sagten rund 70 Prozent, dass das Weihnachtsgeschäft bislang insgesamt schlechter anläuft als 2019 vor der Corona-Pandemie. So auch das Ergebnis in Baden-Württemberg.

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Besonders pessimistisch sind Hoteliers und Gastwirte in Rheinland-Pfalz. Hier sind sogar rund 80 Prozent mit dem bisherigen Geschäft unzufrieden.

Gründe dafür sind vor allem die hohen Lebensmittel- und Energiepreise. Die belasten nämlich einerseits die Gäste, die sich den Kurztrip oder den Restaurantbesuch dann eben doch verkneifen und auf der anderen Seite natürlich die Betriebe selbst.

Die große Hoffnung ist, dass sich das in der Vorweihnachtszeit noch dreht. Für die Kunden kann das durchaus auch eine Chance sein: Wer sich kurzfristig entschiedet, zum Beispiel noch einen Wochenendausflug zu buchen, hat dieses Jahr gute Chancen.

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