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Für Radfahrer kann die dunkle Zeit gefährlich werden, da sie leicht zu übersehen sind. Umso wichtiger, dass das Fahrrad gut beleuchtet ist. Worauf kommt es bei Fahrradleuchten an?

Grundsätzlich ist es wichtig, dass ein Fahrrad über ein weißes Vorderlicht und eine rote Rückleuchte verfügt. Beide Lampen müssen dauerhaft leuchten und dürfen nicht blinken. Außerdem sind Reflektoren vorgeschrieben, die ebenfalls vorne und hinten angebracht sein müssen. Häufig sind sie direkt im Licht verbaut. Die Räder müssen ebenfalls mit reflektierenden Elementen versehen sein. Hier gibt es unterschiedliche Modelle, entweder einen Reflekt-Streifen oder Speichensticks, die zur Seite hin leuchten oder auch die klassischen Katzenaugen. Wer ohne korrekte Beleuchtung unterwegs ist, riskiert ein Verwarngeld von 20 Euro.

Wann ist die Beleuchtung vorgeschrieben?

Die Beleuchtung ist bei Dunkelheit und Dämmerung, aber auch bei schlechter Sicht, wie beispielsweise bei Nebel oder in einem Tunnel, gesetzlich vorgeschrieben. Ausreichende Beleuchtung kann Unfälle verhindern Viele Unfälle entstehen dadurch, dass Fahrradfahrer nicht ausreichend beleuchtet sind, erklärt Polizeioberkommissar Lukas Reuscher bei einer Verkehrskontrolle am Mainzer Fischtorplatz. Durch die Kontrolle sollen Radfahrer für das Thema Beleuchtung sensibilisiert werden. „Das Sehen und Gesehen-Werden im Straßenverkehr ist einfach das A und O“, so der Polizeibeamte. Um besser erkannt zu werden, sollten Fahrradfahrer außerdem auch auf dunkle Kleidung verzichten.

Kann eine Lampe am Helm das Licht ersetzen?

Einige Fahrradhelme verfügen über eine Helmlampe. Diese dient jedoch nicht als Ersatz für eine verkehrssichere Beleuchtung, sondern ist lediglich als Ergänzung gedacht.

Darf das Vorder- oder Rücklicht blinken?

Nein, die Lichter müssen konstant leuchten. Der Grund: Bei blinkenden Lichtern können andere Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeit schlecht einschätzen. Bei ergänzenden Lichtern, wie beispielsweise Helmleuchten, ist eine Blinkfunktion aber erlaubt.

Darf ich das Handy als Ersatzleuchte nutzen?

Ein Handy kann eine Fahrradleuchte nicht ersetzen, da es vom Kraftfahrtbundesamt nicht als Beleuchtung im Straßenverkehr zugelassen ist, erklärt Lukas Reuscher. Außerdem stellt die Benutzung des Mobiltelefons während der Fahrt eine Ordnungswidrigkeit dar und ist obendrein auch noch ziemlich gefährlich. Schließlich hat der Fahrer nur eine Hand zum Lenken und ist im Notfall gar nicht bremsbereit.

Gelten für Rennräder und Mountainbikes Sonderregeln?

Rennräder und Mountainbikes werden häufig ohne verkehrsgeeignete Beleuchtung verkauft. Sonderregeln gelten für sie aber trotzdem nicht. Polizeikommissar Sören Lückert klärt den verbreiteten Irrglauben auf: Für die Teilnahme am Straßenverkehr müssen Rennräder die gleichen Voraussetzungen erfüllen wie alle anderen Fahrräder, der Gesetzgeber mache da keinen Unterschied. Kunden müssen solche Fahrräder deshalb auf eigene Kosten nachrüsten.

Wie kann ich nachrüsten?

Seit einigen Jahren sind neben dynamobetriebenen Lampen auch akkubetriebene, abnehmbare Modelle erlaubt. Diese lassen sich leicht an verschiedenen Fahrrädern installieren und sind deshalb optimal zum Nachrüsten geeignet. Als Verbraucher sollte man jedoch darauf achten, dass die Leuchte eine sogenannte K-Nummer hat. Dies ist ein Prüfzeichen, das bestätigt, dass die Lampe die Anforderungen für den Straßenverkehr erfüllt und dafür zugelassen ist. Die Stiftung Warentest hat 13 solcher Frontscheinwerfer und sechs Rücklichter getestet. Dafür mussten die geprüften Lampen einen Feldweg ausleuchten, wurden Spritzwasser ausgesetzt und auf Handhabung und Belastbarkeit getestet.

Ein Feldweg, der von einer Fahrradlampe ausgeleuchtet wird. (Foto: SWR)
Im Test mussten die Frontstrahler einen Feldweg ausleuchten.

Welche Fahrradleuchte konnte im Test überzeugen?

Besonders schlecht abgeschnitten haben zwei der günstigeren Modelle. Die Leuchten von Prophete und XLC bestanden den Falltest nicht. Sie verloren bei dem Sturz aus einem Meter Höhe das Lampenglas. Das Modell von Prophete entpuppte sich zudem im Spritzwassertest als nicht wetterbeständig und lief mit Wasser voll. Testsieger wurde die Leuchte von Trelock, die allen Anforderungen gerecht wurde und mit zusätzlichen Funktionen, wie einer digitalen Wasserwage punktet. Allerdings kostet das Siegermodell auch fast 100 Euro. Günstiger und trotzdem verkehrssicher ist der Preis-Leistungssieger, das Modell von Sigma für 25 Euro. Die getesteten Rücklichter unterschieden sich nicht erheblich voneinander.

Eine Fahrradlampe in einer Hand. (Foto: SWR)
Die Leuchte von Trelock überzeugt mit nützlichen Zusatzfunktionen.

So stellen Sie das Vorderlicht richtig ein

Um andere Verkehrsteilnehmer nicht zu blenden, ist es wichtig, das Vorderlicht auf die richtige Höhe einzustellen. Sonst kann es leicht zu Unfällen kommen. Um das Licht korrekt zu positionieren, stellen Sie das Fahrrad im Abstand von fünf Metern vor eine Wand. Nun messen Sie die Höhe des Scheinwerfers ab und markieren diese an der Wand. Dort markieren Sie ebenfalls einen zweiten Punkt, der die halbe Höhe des Scheinwerfers hat. Schalten Sie nun den Scheinwerfer an und richten ihn so aus, dass der hellste Punkt auf der unteren Markierung liegt. Nun steht der sicheren Fahrt im Dunkeln nichts mehr im Weg!

Eine Anleitung, wie man die Höhe des Fahrradlichts einstellt. (Foto: SWR)
So finden Sie die richtige Position für Ihr Vorderlicht.

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