Mann raucht eine Wegwerf-E-Zigarette. (Foto: Chiara Summer)

Schlecht für Umwelt und Jugendschutz

Trend Wegwerf-E-Zigaretten – Tausende Akkus landen im Müll

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AUTOR/IN
Susanne Henn
ONLINEFASSUNG
Jutta Kaiser

In Deutschland verkaufen sich Einmal-E-Zigaretten gut. Warum das auch für Nichtraucher relevant ist.

Wegwerf-E-Zigaretten, auch Disposables genannt, gelten als der neue Trend unter Rauchern. Sie kosten sieben bis zehn Euro und bieten rund 600 Züge. Danach wirft man sie weg und kauft die nächste. Das mag vielen praktisch vorkommen, hat aber auch Nachteile.

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Wertvolle Rohstoffe werden nicht wiederverwertet

In den Wegwerf-Produkten stecken nicht nur Kunststoffe, sondern in jeder E-Zigarette ist auch ein kleiner Akku verbaut. Deshalb muss die ausgedampfte E-Zigarette an einer Sammelstelle abgegeben werden, um Rohstoffe wiederverwerten zu können.

Doch Untersuchungen zufolge landet mehr als die Hälfte der Produkte im Hausmüll. Dabei werden die Rohstoffe aus den Lithium-Ionen-Akkus dringend gebraucht, zum Beispiel in der Auto-Industrie.

Es gibt eine Zahl aus Großbritannien: Demnach wurden dort in einem Jahr so viele dieser Einweg-E-Zigaretten weggeworfen, dass die Akkus ausgereicht hätten, um über 1.200 Batterien für Elektroautos herzustellen.

Auch in Deutschland werden jeden Monat hunderttausende der Produkte verkauft. Die Zahlen zeigen: Das Problem ist groß, eine solche Ressourcenverschwendung können wir uns nicht leisten. Und selbst wenn alle Akkus recycelt würden, wäre das Verschwendung: Es gibt keinen Grund, einen Akku nach wenigen Stunden zu entsorgen.

Wegwerf-E-Zigaretten interessant für Junge und Gelegenheitsrauchende

Für viele Jugendliche sind E-Zigaretten interessanter als herkömmliche, weil sie sehr bunt sind und in verschiedensten Geschmacksrichtungen erhältlich wie: Banane, Cheesecake oder Zuckerwatte. Sie schmecken nicht nach Tabak und sind vor allem praktisch, wenn man nur gelegentlich raucht.

Obwohl sie nur an Menschen ab 18 Jahren verkauft werden dürfen, wird es mit den Kontrollen offenbar nicht so genau genommen. Der Anteil jugendlicher Raucher steigt wieder, nachdem er zurückgegangen war. Auch hier gibt es eine Zahl aus Großbritannien: Dort hat sich der Anteil der 14-17-jährigen, die E-Zigaretten zumindest ausprobiert haben, innerhalb eines Jahres fast verdoppelt – von vier auf sieben Prozent.

Ab dem Jahr 2024 müssen Akkus in allen Geräten austauschbar sein

Es gibt Stimmen die fordern, Wegwerf-E-Zigaretten zu verbieten. Das ist allerdings nicht einfach, denn offiziell sind es Produkte für Erwachsene und es steht auch ein Hinweis auf ihnen, dass sie im Wertstoffhof entsorgt werden müssen. Die Hersteller kann man für das Verhalten mancher Kunden nicht verantwortlich machen.

Ab 2024 - so will es die EU - sollen Akkus in jedem Gerät austauschbar sein. Wegwerf-E-Zigaretten dürften sich dann für die Hersteller, die oft in China sitzen, vermutlich nicht mehr lohnen.

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