Photovoltaikanlage auf dem Dach (Foto: Colourbox)

Für mehr Energie

Photovoltaik und Solarthermie - so werden Sie Ihr eigener Energieversorger

STAND
AUTOR/IN

Strom braucht jeder - und immer mehr Menschen entscheiden sich, den auch selbst zu produzieren. Solaranlagen werden immer interessanter, und das nicht nur aus Umweltschutzgründen.

1. Photovoltaik auf dem Dach

Eine Solaranlage - viele sprechen auch von einer Photovoltaikanlage - auf dem Dach produziert tagsüber je nach Sonnensituation eine Menge Strom. An einem sonnigen Sommertag kann man damit schon mal die alltagsüblichen Haushaltsgeräte selbst mit Energie versorgen und kauft keinen Strom aus dem Netz zu. Noch besser: Braucht man gerade nicht so viel Strom, wie die Anlage produziert, wird man selbst zum Lieferanten – und speist den Überschuss in das Netz ein. Dafür gibt’s Geld vom Netzbetreiber.

Trotzdem: Am meisten lohnt es sich in aller Regel, den Strom vom eigenen Dach auch direkt selbst zu nutzen. Die meisten Menschen, die sich eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installieren lassen, investieren auch in einen Energiespeicher. Damit lässt sich die Energie in einer riesigen Batterie tagsüber speichern, um sie nachts, wenn die Solaranlage keinen Strom produziert, zu nutzen.

Installateure befestigen Solar-Panele für eine neue Photovoltaik-Anlage auf dem Dach eines Wohn-Hauses. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Patrick Pleul)
Installation einer Solar-Anlage picture alliance / dpa | Patrick Pleul

Installation einer Solar-Anlage

Eine Solaranlage ist dennoch erst einmal eine Investition. Einen Zuschuss vom Staat gibt es nicht, aber u.a. die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet günstige Kredite an. Und je nach Stromproduktion, -nutzung und -verkauf hat man das Geld nach einigen Jahren wieder drin.

Solaranlagen auf dem Balkon 

Photovoltaik-Anlagen gibt es nicht nur für Hausbesitzer. Auch Mieter können mithilfe sogenannter Balkonmodule Sonnenenergie selbst produzieren. Ob sich das im Einzelfall lohnt, können Sie mit einem Energieberater besprechen und natürlich das Einverständnis Ihres Vermieters einholen.

Ein zweites Leben für Solarmodule: Eine weitere Möglichkeit ist, ausrangierte Solarmodule zu recyceln und daraus eine Mini-Solaranlage für den Balkon zu bauen. Denn es gibt inzwischen Solaranlagen, die nach 20 Jahren nicht mehr gefördert werden. Viele dieser Solarmodule haben auch nach 20 Jahren noch eine Wirkleistung von über 80 %. Sie können vermutlich noch viele Jahre gute Dienste tun. Wie man selbst eine Mini-Photovoltaik-Anlage aus recycelten Altmodulen basteln kann, zeigten Experten vom Verein „Solare Zukunft“ in Freiburg in Workshops im April. Bürger und Bürgerinnen konnten mit ihrer Unterstützung ihre eigene Balkon-Anlage zusammenstellen, mit nach Hause nehmen und installieren.

Informationen dazu finden Sie bei:

www.solarezukunft.org
www.fesa.de
www.balkon.solar

2. Solarthermie

Solarthermie-Anlage auf dem Dach (Foto: SWR, SWR -)
SWR -

Die Sonne liefert nicht nur Strom, auch thermische Energie können Sie mithilfe des Sonnenlichts erzeugen. Dafür benötigen Sie eine sogenannte Solarthermieanlage. Optisch sieht sie ähnlich aus wie die PV-Anlage, es werden Platten mit Röhren auf Ihrem Dach installiert. Die Kollektoren erhitzen das durch die Rohre fließende Wasser, welches dann zum Aufbereiten von Warmwasser und zum Heizen genutzt wird.

Eine Solarthermieanlage ist preislich in der Regel günstiger als eine PV-Anlage. Außerdem gibt es über die Bundesförderung Effiziente Gebäude eine Förderung bestimmter Systeme.

3. Energiespeicher

Es gibt ja auch die Möglichkeit, die Sonnenenergie zuhause zu speichern. Das Herzstück eines Energiespeichers ist eine aufladbare Batterie. Ein Stromspeicher kann die Energie, die tagsüber produziert wird, zwischenlagern und später wieder abgeben. Mittags ist der Ertrag einer Solaranlage ja am höchsten und wenn die Sonne untergegangen ist, steht die Photovoltaikanlage still. Das Problem ist, dass viele Haushalte besonders abends mehr Strom brauchen. Dafür kann man dann Strom aus dem Speicher nutzen.

Völlig unabhängig wird ein Haushalt auch nicht mit einem Energiespeicher, denn die Solaranlage produziert ja zwischen November und Januar nur wenig Strom. Aber unabhängiger. Mit einem Speicher erhöht sich die Unabhängigkeit eines typischen Einfamilienhauses von 25 Prozent auf bis zu 70 Prozent.  Es wird weniger Strom ins Netz eingespeist und verkauft, der Anteil des Eigenverbrauchs wird höher.

Lohnt sich die Anschaffung eines Stromspeichers?

Bei hohen Strompreisen sparen Besitzer von Photovoltaikanlagen, indem sie den selbsterzeugten Strom verbrauchen. In den nächsten Jahren werden die Strompreise voraussichtlich weiter steigen, daher betrachten viele Solarbatterien als eine sinnvolle Investition. Allerdings kosten die Speicher noch relativ viel. Noch ist es lohnender, den Strom gegen Vergütung ins Netz einzuspeisen.

Der Kauf eines Energiespeichers ist besonders für Berufstätige sinnvoll, die den Strom erst abends oder am nächsten Morgen verbrauchen. Wenn der Speicher vollständig aufgeladen ist, wird überschüssiger Strom dennoch ins Netz eingespeist und vergütet.

Je mehr der Solarspeicher den Eigenverbrauch erhöht, desto eher lohnt sich die Anschaffung.

Noch mehr zum Thema

Umwelt Solarenergie – Besser als Windkraft?

Photovoltaik verträgt sich mit Naturschutz besser als Windräder. PV-Anlagen sind auch großstadttauglich. Sollte Solarenergie zur Hauptsäule der Energiewende werden?  mehr...

SWR2 Wissen SWR2

Baden-Württemberg

Erstes Großprojekt der Landesregierung Solarpflicht auch für Hausbesitzer: Grüne und CDU stellen Klimaschutzgesetz vor

Photovoltaikanlagen auf Hausdächern sollen in Baden-Württemberg bald zur Pflicht werden, auch auf Wohnhäusern. Die genaue Regelung hat die Landesregierung nun vorgestellt.  mehr...

STAND
AUTOR/IN