Folge 1026

Eisenbahnknoten Lehrte - ein Museumsstellwerk und noch viel mehr...

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Andreas Stirl und Frank Rinnelt

Das Stellwerk Lehrte ist das älteste und größte mechanische Stellwerk in Norddeutschland. Das Gebäude wurde 1896 errichtet, während die technische Einrichtung von 1912 stammt.

Der Modelleisenbahnverein Lehrte e.V. (MEV Lehrte) ist im ehemaligen Stellwerk Lpf (Lpf = Lehrte Personenbahnhof Fahrdienstleiter) zu Hause. Im Obergeschoss ist noch die originale Hebelbank mit den dazugehörigen Blockwerken für die Fahrstraßen vorhanden. Ein ehemaliger Fahrdienstleiter, der in den 1960er Jahren hier Dienst tat, erklärt die Funktionsweise.

Lehrte, 16 km östlich von Hannover, ist ein bedeutender Bahnknotenpunkt. Hier treffen sich Bahnstrecken aus allen Himmelsrichtungen.  (Foto: SWR, Andreas Stirl und Frank Rinnelt)
Lehrte, 16 km östlich von Hannover, ist ein bedeutender Bahnknotenpunkt. Hier treffen sich Bahnstrecken aus allen Himmelsrichtungen. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
Lehrte war bis in die 1960er Jahre Eisenbahnerstadt. Es gab viele Stellwerke und ein großes Bw. In der Bildmitte ist das Stellwerk Lpf zu sehen, heute Museumsstellwerk und Domizil des Modelleisenbahnvereins Lehrte. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
Auf einem Teil des ehemaligen Güterbahnhofs Lehrte entstand ein moderner Container-Terminal, der Mega Hub Lehrte der DB AG. Hier werden vor allem Container zwischen Zügen umgeladen um die Zugauslastungen zu optimieren. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
Das Museumsstellwerk Lpf (Lehrte Personenbahnhof Fahrdienstleiter), steht im Ortsteil Richtersdorf. Hier befand sich auch das Bw mit Ringlokschuppen. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
Der „Balkon“ ist ein wunderbarer Aussichtsplatz, um den Zugverkehr im Bahnhof Lehrte zu beobachten. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
Auf der Modellbahnanlage des MEV Lehrte ist der Bahnhof Lehrte und sein unmittelbares Umfeld im Jahr 1960 dargestellt. Das Stellwerk Lpf ist natürlich auch zu sehen. Hier vor der Verkleidung der Fassade, noch mit dem originalen Fachwerk. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
Wolfgang Klaus und Martin Schiweck am Fahrpult der Anlage. Von hier können sie alle Zugfahrten gut beobachten und Fragen von Besuchern beantworten. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
Hinter der fotografisch gestalteten Kulisse befindet sich ein großer Schattenbahnhof. Für Wartungsarbeiten kann dieser „betreten“ werden. Hubert Strube und Wolfgang Klaus testen eine Weiche, an der Wagen eines bestimmten Zuges immer entgleisen. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
Gefahren wird die Anlage mit der Software RAILWARE. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
Doppelausfahrt aus dem Bahnhof Lehrte. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
Die ehemalige Güterabfertigung in Lehrte. Die Zugbildung erfolgt im Verein nach historischem Vorbild. Dafür wurde lange und gründlich recherchiert. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
Die Laterne steht schief. Aber der Reparatur-Trupp ist bereits vor Ort. Im Hintergrund eine sehr schmale Unterführung, in der früher nach starkem Regen das Wasser stand. Zum Glück scheint auf der Modellbahn immer die Sonne. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
Im Bahnhof Lehrte ist viel Betrieb. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
Typisch für die 1960er Jahre: Gemischter Güterzug und viele Reisende auf dem Bahnsteig. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
In Lehrte gab es sehr viele Schranken. Glaubt man älteren Einwohnern, waren die Schranken in Lehrte scheinbar immer geschlossen. In den 1970er Jahren wurde die Stadt umgebaut. Jetzt gibt es breite Straßen und viele Unterführungen. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
Warten an der Schranke. Schulkinder hatten früher immer eine gute Ausrede, wenn sie zu spät kamen. Und mussten nicht einmal schwindeln. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
Der gute alte VT 95 auf dem Weg nach Celle. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
Im oberen Bereich ist das Stellwerk Lpf fast noch wie zu seinen Betriebszeiten eingerichtet. Alles funktioniert. Lediglich die Verbindungen zu den Weichen und Signalen vor den Fenstern sind gekappt. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
Helmut Ehlen kennt sich hier bestens aus. Er war von 1960 bis 1966 Fahrdienstleiter auf Lpf. Besuchern führt er vor, wie die mechanische Technik funktionierte. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
Die wohl längste noch erhaltene Hebelbank, zumindest in Norddeutschland, ist original. Die roten Hebel sind für die Signale. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
Alle anderen Stellwerke und Bahnposten wurden mittlerweile abgerissen. Zuvor retteten die Vereinsmitglieder einige Einrichtungen und brachten sie in das Museumsstellwerk. So können nun Zugmeldungen und Fahrstraßen-Anforderungen simuliert werden. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
Der schon erwähnte Blick vom „Balkon“ nach Osten auf das Gleisfeld am Bahnhof Lehrte. Erzzüge passieren das Stellwerk täglich. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
Auch im Modell gibt es schöne lange Züge, wie diesen Kohlezug, gezogen von zwei Loks der Baureihe 44. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
Armin Halbig ist der Mann der „kleinen Dinge“: Figuren-Szenen und Landschaftsgestaltung. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
Auf der Anlage sind Figuren immer Teil einer kleinen Geschichte. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
Zwei Häuser am Anlagenrand sind aus Platzgründen aufgeschnitten. So kann der Betrachter auch das Innere sehen. Hier der Anfang der 1960er Jahre sehr beliebte Tanzboden. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
Die coolen 60er auf der Modellbahn Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Für die Steuerungssoftware müssen alle Lokomotiven eingemessen werden. Nur so weiß das System, welche Fahrstufe einzustellen ist, um eine bestimmte Geschwindigkeit zu fahren. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
Der Ringlokschuppen im ehemaligen Bw hatte 20 Stände. Auf die 26-Meter-Drehscheibe passten auch große Dampfloks. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
Den Ziegenbocksweg gibt es in Lehrte heute noch, allerdings ohne Schranke und hinter einer Lärmschutzwand versteckt. Auf ihm brachten die Bauern ihre Milchkannen zum Bahnhof zur Verladung. Gezogen wurden die Karren von Ziegen, nicht von Pferden. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
Blick auf Lehrte nach Nordwesten. Rechts verläuft die Burgdorfer Straße, so wie sie in den 1970er Jahren neu gebaut wurde. Früher gab es hier einen Bahnübergang, an dem sich immer lange Staus bildeten. Der alte Straßenverlauf ist noch gut zu ekennen. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
2020 erfüllte sich der Verein einen lang gehegten Wunsch: eine Anlagenbeleuchtung mit der Dämmerungs- und Nachtstimmungen eingestellt werden können. Jetzt bekommen noch alle Personenwagen eine Innenbeleuchtung. Es gibt eben immer was zu tun. Andreas Stirl und Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen

Im ehemaligen Spannwerksraum befindet sich die Modellbahnanlage des Vereins. Sie zeigt den Bahnhof Lehrte mit Bw um 1960. Unter der Anlage befinden sich die Vereinsräume und Werkstattbereiche. Modellbahner zeigen mehrere Modellbau-Arbeiten der Bereiche Elektronik, Figuren und Fahrzeuge, sowie Landschaftsbau.

Unmittelbar am Stellwerk fahren sehr viele Güterzüge, ICE und Personenzüge vorbei. Lehrte ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts Eisenbahnerstadt. Viele Schranken im Stadtgebiert machten den Bürgern das Leben schwer, da immer wieder Züge in allen Richtungen fuhren. In den 1970er Jahren wurde die Stadt umgebaut und die Schranken wichen großzügig angelegten Unterführungen.

(ESD: 17.12.2021)

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