Folge 1022

Nach der Flut – Neubeginn zwischen Ahr und Eifel

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Alexander Schweitzer
Alexander Schweitzer (Foto: SWR, SWR - Wolfgang Drichelt)

Am 14./15. Juli 2021 ereignete sich das bisher größte und folgenreichste Hochwasser in Deutschland. Neben Wohnhäusern und Fabrikgebäuden wurde vor allem die Infrastruktur stark in Mitleidenschaft gezogen.

Nach ersten Angaben der Bahn wurden 600 Kilometer Schiene unbefahrbar und 80 Bahnhöfe teils schwer beschädigt. Besonders betroffen sind die Schienenwege in Rheinland-Pfalz. Zwischen Remagen und Ahrbrück muss rund die Hälfte der Strecke der Ahrtalbahn neu gebaut werden. Acht Brücken sind zerstört, Stellwerke überflutet. Hochwasser sind im Ahrtal nicht außergewöhnlich, aber dieses übertrifft sogar das letzte große Ahr-Hochwasser vor 111 Jahren, auch damals wurden Teile der Bahn fortgerissen, viele Menschen starben.

Auch die Rheingoldwagen von Jörg Petry in Gerolstein wurden vom Hochwasser stark beschädigt. Der Technikteil, der im unteren Bereich der Wagen untergebracht ist, stand unter Wasser.  (Foto: SWR, Alexander Schweitzer)
Auch die Rheingoldwagen von Jörg Petry in Gerolstein wurden vom Hochwasser stark beschädigt. Der Technikteil, der im unteren Bereich der Wagen untergebracht ist, stand unter Wasser. Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Gerolstein ist durch das Hochwasser nicht mehr auf der Schiene erreichbar. Die Eifelbahn ist nördlich und südlich von Gerolstein unterbrochen. Der Wiederaufbau wird Jahre dauern. Doch die Rheingoldwagen müssen dringend repariert werden, sonst gehen sie kaputt. Dies ist allerdings in Gerolstein nicht möglich. Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Gerolstein an der Eifelstrecke ist über die Schiene nicht mehr erreichbar. Die Strecke soll modernisiert wiederaufgebaut werden – bis alles fertig ist, wird es nach heutigem Planungsstand Ende 2024. Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Auch diese Fahrzeuge der DB stehen noch in Gerolstein und kommen nicht raus. Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Ein Ausweg wäre, den stillgelegten Teil der Eifelquerbahn zwischen Gerolstein und Kaiseresch zu reaktivieren. Züge könnten so nach Andernach an der linken Rheinstrecke fahren und hätten wieder Anschluss an das Eisenbahnnetz. Momentan lässt die DB an verschiedenen Stellen die Gleise der Eifelquerbahn freischneiden. Ob und auf welche Art und Weise die Eifelquerbahn wieder geöffnet wird, ist momentan allerdings noch unklar. Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Das Hochwasser hat auch die Eifelstrecke stark zerstört. Südlich von Gerolstein ist u.a. diese Brücke über das Flüsschen Kyll zerstört. Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Das Hochwasser hat auch die Eifelstrecke stark zerstört. Südlich von Gerolstein ist u.a. diese Brücke über das Flüsschen Kyll zerstört. Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Dieser Zug in Densborn an der Eifelbahn ist eingeschlossen und kann den Bahnhof nicht mehr verlassen. Große Teile der Signaltechnik an der Eifelbahn wurde durch das Hochwasser unbrauchbar. Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Ahrtalbahn: Die DB hat den Bahnhof Heimersheim, wenige Kilometer hinter Remagen, vor 30 Jahren verkauft. Die unteren Wohnungen sind unbrauchbar. Bahnsteig und Gleise sind komplett weggespült und werden momentan behelfsmäßig wiederaufgebaut. Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Bis Walporzheim soll die Ahrtalbahn bis Ende des Jahres wieder befahrbar sein. Nach Walporzheim wird das Tal der Ahr ab der sogenannten Bunten Kuh enger. Einige, der Eisenbahnbrücken existieren nicht mehr. Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Wie lange der Wiederaufbau dauert, ist offen – es wird aber Jahre dauern. Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Das Hochwasser an der Ahr war an manchen Stellen bis zu acht Meter hoch. Hier stieg es bis zum Geländer der Eisenbahnbrücke. Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Das Hochwasser an der Ahr war an manchen Stellen bis zu acht Meter hoch. Hier stieg es bis zum Geländer der Eisenbahnbrücke. Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Kerzen erinnern an die Opfer des Hochwassers – hier auf der Ahrbrücke in Kreuzberg. Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Sobald die Zerstörungen am ehemaligen Bahnhof Heimersheim beseitigt sind, können wieder Züge von Remagen nach Walporzheim fahren. Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen

Auf der Eifelstrecke zwischen Ehrang und Nettersheim sind gar 50 Kilometer Bahnstrecke nicht befahrbar. Das Flüsschen Kyll hatte sich in der Hochwassernacht zu einem reißenden Strom verwandelt und die Stadt Gerolstein bahntechnisch von der Außenwelt abgeschnitten. Fahrzeuge der Deutschen Bahn sind noch heute im Bahnhof Gerolstein eingeschlossen. Direkt daneben sind im alten Bahnbetriebswerk Wagen des legendären Rheingold untergebracht. Auch sie wurden Opfer der Fluten und stark beschädigt. Wie lange der Wiederaufbau der Eifelstrecke dauern wird, ist schwer abzuschätzen, erste Planungen reichen bis weit ins Jahr 2024.

Eisenbahn-Romantik zeigt im Herbst 2021 eine Momentaufnahme des Zustandes der Schieneninfrastruktur in den Hochwassergebieten in Rheinland-Pfalz.

(ESD: 19.11.2021)

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