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Dieser Film widmet sich der nordsächsischen Schmalspurbahn entlang der Döllnitz. An einem Herbstwochenende 2020 fanden Fahrten mit Dampfzügen der Döllnitzbahn, im Volksmund „Wilder Robert“ genannt, statt. Der Film beginnt mit einigen Impressionen davon.

Eine Station auf der Strecke von Oschatz über Mügeln nach Glossen bzw. Kemmlitz ist Oschatz Südbahnhof. Hier, im Obergeschoss des Bahnhofsgebäudes, steht eine Modellbahnanlage im Maßstab 1:87, die den Streckenabschnitt der Döllnitzbahn von Thalheim nach Mügeln zeigt. Sie ist Besuchern an Tagen zugänglich, an denen auf der Döllnitzbahn Dampfzüge fahren. Mitglieder des Fördervereins „Wilder Robert“ Sektion Modellbau kümmern sich um die Anlage und die Fahrzeuge.

Die Döllnitzbahn beginnt am Bahnhof Oschatz und endet heute im knapp 19 km entfernten Glossen. (Foto: SWR, Anna Neumann und Andreas Stirl)
Die Döllnitzbahn beginnt am Bahnhof Oschatz und endet heute im knapp 19 km entfernten Glossen. Seit Sommer 2017 wird auch wieder die bei Nebitzschen abzweigende Strecke bis nach Kemmlitz befahren. Der tägliche „normale“ Personenverkehr wird mit Dieselloks bzw. einem Triebwagen durchgeführt. Bei Sonderfahrten, wie hier den Herbstfahrten 2020, kommen auch Dampfloks zum Einsatz. Anna Neumann und Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Die IVK 99 584 vom Förderverein Wilder Robert erreicht den Bahnhof Oschatz Süd, heute als Südbahnhof Oschatz bezeichnet. Im Gebäude befindet sich im Obergeschoß eine Modellbahnanlage zum Thema Döllnitzbahn und im Untergeschoß das Eisenbahn-Postkartenmuseum. Anna Neumann und Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Der Wilde Robert im Modell: Im Maßstab 1:87, Modellbahn-Nenngröße H0e, zuckeln die Züge durch die Landschaft zwischen Thalheim und Mügeln. Anna Neumann und Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Gebaut wurden die Module von Dietmar Pohl. Sie waren auf vielen Ausstellungen zu sehen und es wurden immer mehr. Nun hat die Anlage eine feste Bleibe gefunden. Anna Neumann und Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Die Szenen auf der Modellbahn spielen alle in den 1960er und 1970er Jahren. Da war in der Landwirtschaft noch Handarbeit angesagt. Anna Neumann und Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Die Kartoffelernte ist in vollem Gange. Jede und jeder wird gebraucht. Anna Neumann und Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Auch die Entladung des Kohlewagens geschieht mit der Schaufel. Der Regelspurwagen kam auf einem Rollwagen der Döllnitzbahn nach Naundorf. Anna Neumann und Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Die IVK macht sich von Naundorf aus mit ihrem Rollwagenzug in Richtung Oschatz auf den Weg. Im gedeckten Güterwagen ist Kaolin aus einem der Steinbrüche rund um Kemmlitz. Kaolin ist ein Rohstoff für die Porzellanherstellung. Anna Neumann und Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Zurück bei der „großen Bahn“. Kohle für die IVK wird auch hier mit der Hand geschaufelt. Allerdings hilft dem Lokpersonal das Förderband bei der Arbeit. Anna Neumann und Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Die zwei von der Modellbahn: Dietmar Pohl und Lothar Linhart. Zusammen mit weiteren Vereinsmitgliedern sorgen sie dafür, dass die Modellzüge immer ihre Runden drehen. Wobei es keinen Rundkurs gibt – die Strecke führt aus dem Schattenbahnhof bei Thalheim über Naundorf nach Mügeln. Und hier auch „nur“ bis ins Bw. Für den Bahnhof hat der Platz leider nicht gereicht. Anna Neumann und Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Mit dieser kombinierten Kurbel werden am Bahnhof Mügeln gleichzeitig drei Schranken geschlossen und geöffnet. Anna Neumann und Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Der Dampf-Sonderzug passiert den Schrankenposten auf seiner Fahrt nach Glossen. Anna Neumann und Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Der Südbahnhof Oschatz fand auch keinen Platz auf der Anlage. Deshalb bauen Lothar Linhart und Dietmar Pohl an einem kleinen Schaustück, dass das Bahnhofsgebäude und das Umfeld in den 1970er Jahren zeigen soll. Hier passen sie gerade den nach Originalmotiven gestalteten Hintergrund an. Anna Neumann und Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Beim Modell des Bahnhofsgebäudes kann das Dach abgenommen werden. Gut zu sehen ist die ehemalige Beamtenwohnung im Obergeschoß. Nach dem Entfernen von drei Trennwänden fand hier die Modellbahnanlage ihren Platz. Anna Neumann und Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Im Eisenbahn-Postkarten-Museum ist ein Teil der umfangreichen Sammlung von Günther Hunger zu sehen. Er präsentiert nicht nur Postkarten zum Thema Eisenbahn, sondern auch z.B. Litho-Drucksteine mit denen früher die Karten gedruckt wurden. Anna Neumann und Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Postkarten aus aller Welt zum Thema Eisenbahn. Anna Neumann und Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
In der Anfangszeit der Postkarte wurde die Nachricht an den Empfänger noch neben das Bild geschrieben. Später dann auf der Rückseite neben der Anschrift. So wurde das Bild dann formatfüllend. Anna Neumann und Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Auch wenn die Strecke keine nennenswerten Steigungen aufweist, der Heizer hat immer viel zu tun, um den Kesseldruck zu halten. Anna Neumann und Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Die Schmalspurbahn schlängelt sich durch das weite Tal der Döllnitz. Anna Neumann und Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Lothar Linhart ist gelernter Heizer und Lokführer und hat auf fast allen Lokomotiv-Typen bei der Reichsbahn der DDR Dienst getan. Als Erinnerung an seine Eisenbahner-Jahre baute er sich auf dem Dachboden den Bahnhof Oschatz im Modell. Hier verkehren fast nur normalspurige Modelle Anna Neumann und Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Den Namen „Wilder Robert“ erhielt die Bimmelbahn angeblich, weil hier in früherer Zeit einmal ein Lokführer Dienst tat, der für seinen etwas verwegenen Fahrstil bekannt war. Er hieß Robert. Anna Neumann und Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Die Fahrt des Sonderzuges endet in Glossen. Hier erwartet den Reisenden die Feldbahnschauanlage Glossen. Ein verwunschenes Areal, das der Aufbereitung und dem Transport von Calcit (einem Zuschlagstoff für die Verhüttung von Erzen) ein lebendiges Denkmal setzt. Anna Neumann und Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen
Herbstzeit ist Erntezeit und so fährt im Schmalspur-Güterzug, gezogen von einer IVK, auch ein mit Rüben beladener Güterwagen in Richtung Oschatz. Anna Neumann und Andreas Stirl Bild in Detailansicht öffnen

Weil die Modellbahn aus räumlichen Gründen nicht erweitert werden kann, bauen die Modellbahner an einem separaten Diorama, das Oschatz Südbahnhof zeigt, mit dem Gebäude in dem sich die Vereinsräume befinden. Gezeigt werden kurz einige Arbeiten an der Straße.

Ein Mitglied wird zu Hause besucht. Er zeigt seine H0-Anlage mit dem Hauptbahnhof Oschatz. Hier hatte er viele Jahre als Lokführer seinen Dienstbeginn. Auf den Modellgleisen fahren Züge, bespannt mit Loktypen, die er gefahren hat. Neben der Modellbahn betreibt er eine Alpaka-Zucht. Über ein gemeinsames Interesse an den Tieren lernte er einen Nachbarn kennen, den Erbauer der o.g. Anlage, und kam so zum Verein.

Im Bahnhofsgebäude Oschatz Südbahnhof gibt es außerdem im Erdgeschoss ein kleines Museum, das sich dem Sammeln von Eisenbahn-Postkarten widmet.

(ESD: 05.03.2021)

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