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Obwohl im deutschen und französischen Teil des Niedtals seit über hundert Jahren Gleise liegen, endet die Zugfahrt an der Grenze. Seit Jahren wird deshalb eine Reaktivierung der Strecke zwischen Dillingen an der Saar und Bouzonville gefordert.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
14:15 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

Die Deutsche Bahn setzte Jahrzehnte lang auf die großen Trassen und vernachlässigte die Fläche und den grenzüberschreitenden Verkehr. Die immer schlechtere Anbindung des Saarlands ist dafür ein Beispiel. Obwohl im deutschen und französischen Teil des Niedtals seit über hundert Jahren Gleise liegen, endet die Zugfahrt an der Grenze. Trotz Europäischer Union. Früher hat die Niedtalbahn das Saarland mit Lothringen verbunden.

Endstation französische Grenze - Die Niedtalbahn

Kalkzug auf dem Weg von Frankreich zur Hütte in Dillingen an der Saar. (Foto: SWR, Hermann Abmayr)
Kalkzug auf dem Weg von Frankreich zur Hütte in Dillingen an der Saar. Früher konnte er über Bouzonville in Lothringen fahren. Inzwischen muss er über Metz fahren, ein Umweg von einer dreiviertel Stunde. Hermann Abmayr Bild in Detailansicht öffnen
Kalkzug auf dem Weg von Frankreich zur Hütte in Dillingen an der Saar. Hermann Abmayr Bild in Detailansicht öffnen
Güterzug in Dillingen an der Saar. Hermann Abmayr Bild in Detailansicht öffnen
Kurz vor der französischen Grenze: Brücke in Niedaltdorf. Die Züge fahren seit vielen Jahren nur noch nach Niedaltdorf. Dann geht es wieder zurück nach Dillingen an der Saar. Hermann Abmayr Bild in Detailansicht öffnen
Sonderzug aus Dillingen bei der Ankunft im Bahnhof Bouzonville in Lothringen. Nur einmal im Jahr fährt ein Zug hier über die Grenze, am Karfreitag, da an diesem Tag in Bouzonville ein großer Jahrmarkt stattfindet. Hermann Abmayr Bild in Detailansicht öffnen
Intercity in Siersburg: 1979 war der ehemalige Intercity/TEE-Zug VT 6001009/601/006 anlässlich der Dillinger Schnuppertage im Niedtal unterwegs. Hermann Abmayr Bild in Detailansicht öffnen
Dreharbeiten bei der Firma BahnLog in Sankt Ingbert, wo Züge mit Containern be- und entladen werden. In der Mitte BahnLog-Besitzer Jörg Michael Fries. Hermann Abmayr Bild in Detailansicht öffnen
Dreharbeiten auf dem Gelände der Firma BahnLog in Sankt Ingbert. Links Bahnspediteur Jörg Michael Fries. Hermann Abmayr Bild in Detailansicht öffnen
Historische Aufnahme des Verwaltungsgebäudes auf dem ehemalige Gleisbauhof der Deutschen Bahn in Sankt Ingbert. Hermann Abmayr Bild in Detailansicht öffnen
Historische Aufnahme auf dem ehemaligen Gleisbauhof der Deutschen Bahn in Sankt Ingbert: Einst arbeiteten hier über 500 Menschen. Inzwischen hat das Gelände die Firma BahnLog übernommen. Hermann Abmayr Bild in Detailansicht öffnen
Transport von Bandstahlrollen von Dillingen an der Saar durchs Primstal nach Limbach. Da die DB Netz AG die Strecke 2005 stillgelegt hatte, hat sie die Gebrüder Meiser GmbH gepachtet. Um den Bahnbetrieb kümmert sich die Firma von Jörg Michael Fries. Hermann Abmayr Bild in Detailansicht öffnen
Lokführerin bei der Fahrt durchs Primstal. Hermann Abmayr Bild in Detailansicht öffnen
Der Zug mit den Bandstahlrollen ist an ihrem Ziel angekommen, der Firma Meiser in Limbach. Hermann Abmayr Bild in Detailansicht öffnen


Zuletzt verkehrten zwischen Dillingen an der Saar und Bouzonville (Busendorf) im benachbarten Département Moselle noch Güterzüge; doch auch deren Betrieb wurde eingestellt. Seit 2013 fährt nur noch einmal im Jahr ein Zug über die Grenze, am Karfreitag, denn an diesem Tag findet im früheren Busendorf ein großer Jahrmarkt statt. Dabei bemühen sich Bürgermeister auf beiden Seiten der Grenze, Bürgerinitiativen, Verkehrsverbände und die Gewerkschaften seit Jahren um eine Reaktivierung und Elektrifizierung der Niedtalstrecke. Auch um eine attraktive Verbindung zwischen Saarbrücken und Luxemburg zu ermöglichen.
Bahn-Spediteur Michael Fries will wieder Güterzüge durchs Niedtal fahren lassen. Zusammen mit einem französischen Partner betreibt er bereits grenzüberschreitende Transporte, beispielsweise Züge, die Kalk aus Verdun ins Stahlwerk nach Dillingen bringen. Von Dillingen aus befördern die Leute von Fries auch Güter durchs Primstal. Die Strecke ist aber derart marode, dass sie aus Sicherheitsgründen bald nicht mehr befahren werden darf.
Die Politik in Berlin, Saarbrücken und Paris hat sich dafür bisher kaum interessiert. Genauso die Zentralen der Deutschen Bahn und der französischen SNCF. Seit kurzem deutet sich ein vorsichtiges Umdenken an.

(ESD: 03.04.2020)

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