Folge 867 Schienenpilger zwischen Latium und den Abruzzen

Ein etwas anderer Blick auf die ewige Stadt - wir erkunden Rom auf der Schiene und lassen uns vom oft beschriebenen römischen Verkehrschaos nicht stören. Eine eisenbahnerische Delikatesse bietet die Fahrt mit dem Zug in den Staat Vatikanstadt. Der kleinste Staat der Welt besitzt nämlich hinter seinen dicken Mauern einen Bahnhof. Einst für Pilger gebaut, wird er heute nur noch selten benutzt.

Dauer

Vor den Toren Roms besuchen wir auch Viterbo, die Stadt der Päpste. Hier wurde einst der Begriff "Konklave" geprägt. Eine halbe Zugstunde südöstlich von Rom kommen wir nach Frascati, hier wächst der Wein, den schon die Päpste gerne tranken. Für Normalsterbliche war dieser Wein zu teuer. Der Transport auf dem Landweg war im antiken Rom einfach zu aufwändig. Die Römer bekamen ihren Wein per Schiff aus den Kolonien, davon erzählt eine sehenswerte Ausstellung in Rom in der wir auch hören, dass es Tomaten erst seit dem 16. Jahrhundert in Italien gibt.

Folge 867 Bilder von den Dreharbeiten

Bahnhof Città del Vaticano (Foto: SWR, SWR - Alexander Schweitzer)
Bahnhof Città del Vaticano. Heute ist darin ein Duty-Free-Shop für Bedienstete des Vatikans untergebracht. Der Kirchenstaat gehört nicht zum Zollgebiet der EU. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Petersdom von den Vatikanischen Gärten aus. Von hier kommt man ohne langes Anstehen direkt in den Petersdom. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
537 Stufen über dem Boden – die Deckenfresken von Michelangelo in der Kuppel des Petersdoms. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Die Cathedra Petri in der Haupt-Apsis des Petersdoms mit Papstaltar von Lorenzo Bernini über dem Grab von Petrus. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Mittelschiff der größten Kirche der Welt. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Ostansicht des Petersdoms – die Petersbasilika hatte eine Bauzeit von 120 Jahren. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Durch Olivenhaine - auf der Privatbahn nach Viterbo 100 Kilometer nördlich von Rom. Ein lohnender Schienenausflug für jeden, der dem hektischen Treiben Roms entfliehen will. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Bahnhof von Viterbo, der "Stadt der Päpste". Hier fand zwischen 1268 und 1271 der mit 1005 Tagen längste Konklave statt. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Die malerische Strecke von Rom nach Viterbo bietet für Eisenbahnliebhaber zahlreiche Kunstbauten wie Viadukte und Tunnel. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen

Essen und Trinken war im Römischen Reich genauso wichtig wie Erholung und Entspannung. Eine weitere Zugfahrt bringt uns an die Mittelmeerküste nach Anzio. Der malerische Badeort war schon bei den alten Kaisern beliebt. In einer Villa direkt am Meer wurde Nero geboren. Noch ein Höhepunkt ist die Eisenbahnstrecke durch die Abruzzen. Diese landschaftlich besonders reizvolle Gebirgsbahn windet sich die Abruzzen hinauf und führt uns nach Sulmona, der Geburtsstadt Ovids. Per Bahn durch Latium und die Abruzzen, eine Reise durch ein wenig bekanntes Italien.

(ESD: 19.03.2016)

EIN FILM VON
STAND