Folge 841 Schienenabenteuer Myanmar Teil 2

Von Einbeinfischern, Goldklopfern und Zigarrendrehern

Der zweite Teil unseres Schienenabenteuers beginnt am frühen Morgen in Thazi. Hier beginnt der Aufstieg nach Shwenyaung, nahe dem berühmten Inle-See. Bei einer Bootsfahrt auf diesem touristischen Highlight beobachten wir Einbeinfischer bei ihrer Arbeit.

Dauer

Wir sind nun unterwegs auf der Hauptstrecke und erreichen Mandalay die zweitgrößte Stadt Myanmars und letzte Hauptstadt des burmesischen Königreiches. Hier beobachten wir Goldklopfer bei ihrer ehrenwerten Arbeit und genießen anschließend den Sonnenuntergang am Ayerwady-Fluss. Am nächsten Tag morgens um vier Uhr beginnt für viele Touristen der Höhepunkt: der Zug verlässt den Bahnhof Richtung Hsipaw im nördlichen Shan-Staat. Diese Region nahe der chinesischen Grenze ist landschaftlich besonders eindrucksvoll und auch die Menschen fühlen sich hier als etwas ganz Besonderes.

Folge 841 Bildergalerie vom zweiten Teil der Entdeckungsreise in Asien

Im ersten Teil sind wir von Yangon nach Thazi gefahren. (Foto: SWR, SWR - Alexander Schweitzer)
Im ersten Teil sind wir von Yangon nach Thazi gefahren. Nun geht es in die Berge nach Shwenyaung unweit des Inle-Sees. Und später weiter über Mandalay nach Hsipaw. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Weiter geht die Reise durch das nördliche Shan-Land. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Statt Klimaanlage hängen Ventilatoren an der Decke. Auch eine Art von Belüftung. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Myanmar war einst das reichste Land Südostasiens und als „Kornkammer Südostasiens“ weltgrößter Reisexporteur. Mitte der 60er Jahre setzten dann die Militärs den „burmesischen Weg des Sozialismus“ in Form von Verstaatlichung, Korruption und Selbstbereicherung durch. Heute ist Myanmar eines der ärmsten Länder der Welt und hat Probleme, seinen Eigenbedarf an Reis selbst zu decken. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Die Händler haben ihre Stände ganz nah an die Eisenbahn-Linie aufgestellt. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Die 160 Kilometer lange Fahrt hinauf in die Berge wird rund 10 Stunden dauern. Das klingt zwar auf den ersten Blick recht lang, aber wir sind in Myanmar und wollen diese Zugfahrt einfach erleben SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Das Gok Hteik Viadukt befindet sich hier im Norden des Shan-Staates auf der Strecke zwischen Mandalay und Lashio, genauer zwischen dem Bahnhof von Gok Hteik und dem Bahnhof von Nyaungpin. Es gehört zu den berühmtesten Viadukten der Welt aufgrund seiner Höhe von 111 Metern und seiner Länge von fast 800 Metern. Nur mit Schrittgeschwindigkeit kriecht der Zug über die Brücke. 1903, zu ihrer Entstehungszeit, war sie die zweithöchste Bahnbrücke der Welt. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Die Intha, die „Menschen vom See“, wie sie sich nennen, fischen hier noch nach einer Jahrtausend Jahre alten Tradition und rudern mit nur einem Bein über den gerade mal drei Meter tiefen See, der 22 Kilometer lang und 10 Kilometer breit ist. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Der Fischer Than Tun sagt:"Meine Eltern haben mir beigebracht, mit den Beinen zu rudern und Fische zu fangen. Ich übte und übte und irgendwann konnte ich dann mit einem Bein rudern. Man steht mit dem linken Bein fest auf dem Boot und schlingt das rechte Bein um das Ruder. So rudert man dann, bis man Fische findet." SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Die meisten Shan arbeiten in der Landwirtschaft. Ein Reisbauer sagt: "Wegen des Wetters ernten wir heute etwa 80 Körbe Reis pro Feld. Früher, als das Wetter besser war, fiel die Ernte größer aus." SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen

In Pyin U Lwin warten alte Gharries, bunte Kutschen, auf Touristen - eine Erinnerung an die britische Kolonialzeit, als dieser Ort als kühler Sommeraufenthalt geschätzt wurde. Über eine der höchsten Eisenbahnbrücken der Welt - dem 111 Meter hohen und fast 800 Meter langen Gok Hteik Viadukt fahren wir weiter im Schritttempo. Noch vor wenigen Jahren waren hier Kameras aus militärischen Gründen tabu. In Hsipaw endet unser Schienenabenteuer – wir sind eingeladen bei einer Shan-Hochzeit bei der sich die Braut Kinder, Glück und Gesundheit wünscht.

(ESD: 13.03.2015)

EIN FILM VON
STAND