Folge 954 Durchs Bömische Mittelgebirge nach Prag

Links und rechts der Elbe schlängeln sich zwei Eisenbahnstrecken quer durch Böhmen bis in die Goldenen Stadt Prag. Viele Geschichten ranken sich um die historischen Transportwege, die weiter bis nach Österreich, Ungarn oder auch Russland führen.

Dauer

Der Film erzählt die Entwicklung dieser Bahnlinien, schaut auf die wunderschöne Landschaft des Böhmischen Mittelgebirges und besucht mittelalterliche Burgen. Die Zuschauer erfahren vom ehemals bunten, jüdischen Leben der Region.

Folge 954 Bilder von der Fahrt durchs Böhmische Mittelgebirge

Im Böhmischen Mittelgebirge haben viele Berge noch heute die Form von Vulkankegeln. (Foto: SWR, SWR - Grit Merten)
Im Böhmischen Mittelgebirge haben viele Berge noch heute die Form von Vulkankegeln. Die erloschenen Berge sind oft von kleinen Burgen oder Schlössern gekrönt. Das Land ringsherum ist fruchtbar und bietet jedwede Art von Gemüse, Obst und auch Wein. Aus diesem Grund gab es hier viele Kleinbahnen, die die Rohstoffe an die Haupttrassen Richtung Prag oder Dresden brachten. Einige dieser Verbindungen sind noch heute als Museumsbahnen erhalten.www.ceskestredohori.cz SWR - Grit Merten Bild in Detailansicht öffnen
Im Sommer an den Wochenende laden die ehrenamtlichen Eisenbahnfreunde auch zu Ausflügen in ihren historischen Fahrzeugen ein.Homepage der Museumsbahn Zubrnice:http://www.zmz.cz SWR - Grit Merten Bild in Detailansicht öffnen
Im 14. Jahrhundert wurde die Burg Schreckenstein (Střekov) zum Schutz des Handelsweges auf der Elbe und als Zollstation erbaut.100 Meter über dem Fluss thront sie noch heute als denkmalgeschützes Bauwerk und ist sogar vom Zugabteil aus gut zu sehen. SWR - Grit Merten Bild in Detailansicht öffnen
Die Burg Schreckenstein (Střekov) soll ein ganz besonderes Gespenst besessen haben.Angeblich soll Richard Wagner im Jahr 1842  - in ein weißes Laken gehüllt - durch die Burg gewandelt sein, um sich für seine Oper „Tannhäuser“ inspirieren zu lassen.Aber auch J. W. Goethe, K. May oder K. Hynek sollen das romantische Ambiente genossen haben.http://www.hrad-strekov.cz/de SWR - Grit Merten Bild in Detailansicht öffnen
Welch jüdische Kultur einst im Ort ansässig war, das zeigen die reichverzierten Grabsteine des Alten jüdischen Friedhofs in Roudnice nad Labem. Das es diesen Friedhof noch gibt, ist nicht selbstverständlich. Denn die Stadt Roudnice nad Labem befindet sich nur unweit des ehemaligen KZs Theresienstadt.Im Jahr 1613 angelegt, finden sich auf dem Friedhof jüdische Gräber aus der Zeit des Barock, der Renaissance und des Klassizismus. Mittlerweile führt das Gelände den Status eines Kulturdenkmals. SWR - Grit Merten Bild in Detailansicht öffnen
Wie ein Totenschädel mutet ein Stück der Kalksteinerhebung in Nelahozeves - unweit von Prag - an. Der Berg beeindruckt mit bizarren Gebilden, die das Wetter aus dem Stein wusch.Noch faszinierender erscheint das Ganze, wenn man weiß, dass sich ein dreiteiliger Eisenbahntunnel im Inneren befindet. SWR - Grit Merten Bild in Detailansicht öffnen
Sozusagen mit Volldampf donnern die Züge durch den Tunnel in Nelahozeves, nahe Prag.Für unser Team war es nicht ganz einfach, das dreiteilige Eisenbahnbauwerk nachvollziehbar abzufilmen. Aber schließlich ist es doch gelungen. SWR - Grit Merten Bild in Detailansicht öffnen
Prag begrüßt seine Besucher auch vom Zug aus mit einem beeindruckenden Panorama.Die Hauptstadt Tschechiens ist der wichtigste Eisenbahnknotenpunkt des Landes.Zu den wichtigsten Bahnhöfe zählen der Prager Hauptbahnhof, der Bahnhof Holešovice, der Bahnhof Smíchov und der Masaryk-Bahnhof.Letzterer gilt als der älteste und schönste Bahnhof der Stadt. SWR - Grit Merten Bild in Detailansicht öffnen
Wie viele Fahrgäste nehmen wohl wahr, dass es sich beim Hauptbahnhof, um eines der schönsten Jugendstilgebäude von Prag handelt? Wer Zeit hat, sollte sich unbedingt die historische Kuppelhalle und den prachtvollen Eingangspavillon anschauen.https://www.kafka-prag.de/prag/prager-architektur/prager-jugendstil/der-hauptbahnhof.html SWR - Grit Merten Bild in Detailansicht öffnen
Der Hauptbahnhof in Prag (Praha hlavní nádraží)ist ein Durchgangsbahnhof, der größte Personenbahnhof und wichtigste Fernbahnhof in Tschechien. Etwa 75.000 Passagiere nutzen den Bahnhof pro Tag.Von hier starten Züge nach Deutschland, nach Österreich und nach Osteuropa.Weitere Infos zu Strecken, Fahrzeiten, Fahrkarten:https://www.cd.cz/de/stanice/praha-hl-n-/5457076#home1445 SWR - Grit Merten Bild in Detailansicht öffnen
Im Depot von Střešovice, dem Nahverkehrsmuseum Prag, sind Straßenbahnen und auch Busse aus allen Epochen der Großstadt zu bestaunen. Es gilt unter Besuchern als eines der schönsten Nahverkehrsmuseen in Europa.Neben jeder Menge Fahrzeugtechnik  finden sich historische Fotos, die die spannende Geschichte des Prager Nahverkehrs erzählen.http://www.dpp.cz/de/museum-des-offentlichen-personennahverkehrs SWR - Grit Merten Bild in Detailansicht öffnen
Der längste Fluss Tschechiens - die Moldau - windet sich durch Prag wie ein blaues Band. 15 große Moldaubrücken gibt es im Zentrum der Stadt.Die schönste und bekannteste ist die im 14. Jahrhundert errichtete Karlsbrücke.Der Komponist Bedřich Smetana widmete dem Fluss seine berühmte Sinfonie „Die Moldau“. SWR - Grit Merten Bild in Detailansicht öffnen
Vom Nahverkehrsmuseum Střešovice starten regelmäßig am Wochenende in der Sommersaison historische Straßenbahnen. Das nostalgische Fahrzeug-Ambiente und der Blick auf das historische Prag mit seiner wunderschönen Architektur sollte sich niemand entgehen lassen. SWR - Grit Merten Bild in Detailansicht öffnen
Stehend und stilecht im Anzug kutschieren die Tramfahrer der historischen Museumsbahnen ihre Fahrgäste quer durch die Innenstadt. Spätestens beim Quietschen der Räder in den Kurven ist auch der letzte Straßenbahnfan komplett begeistert. SWR - Grit Merten Bild in Detailansicht öffnen
Sogar in den engen, historischen Gassen in Richtung Prager Burg fahren die Straßenbahnen des öffentlichen Nahverkehrs. Das Auto können sie also ruhig in einem der Parkhäuser außerhalb des Zentrums abstellen, denn einen Parkplatz mitten in Prag zu ergattern, ist so gut wie unmöglich. SWR - Grit Merten Bild in Detailansicht öffnen
Der Masaryk-Bahnhof ist ein architektonisches Juwel mitten in der Prager Innenstadt. Er ist der älteste Bahnhof der Stadt. Errichtet wurde er in den Jahren 1844/1845 und ursprünglich waren es zwei Gebäude, die dann durch die gläserne Halle verbunden wurden.Übrigens: direkt gegenüber des Masaryk-Bahnhofs liegt das Künstlercafé ARCO, wo auch Franz Kafka regelmäßig Gast war. Mittlerweile ist das Café leider geschlossen. SWR - Grit Merten Bild in Detailansicht öffnen
Das Team: Regie - Grit MertenKamera - Patrick MürbTon - Martin Furch SWR - Grit Merten Bild in Detailansicht öffnen

Doch der Film erzählt auch von den dramatischen Entwicklungen während des Zweiten Weltkriegs und besucht das ehemalige KZ Theresienstadt, dessen Bahngleise noch heute ein Symbol für die dunkelste Zeit deutscher Geschichte sind.

In der Geburtsstadt Antonín Dvoøáks bestaunen die Reisenden eisenbahntechnische Tunnel-Bauleistungen des 19. Jahrhunderts und erkunden schließlich die spannende Nahverkehrs-Historie der tschechischen Hauptstadt, Prag.

(ESD: 15.02.2019)

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