Folge 944 Mit dem Läufelfingerli durch den Schweizer Jura

Vor 160 Jahren wird zwischen Basel und Olten die erste Gebirgsbahn der Schweiz eröffnet – die Hauensteinstrecke, ein Kleinod unweit des Dreiländerecks im Südwesten.

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Zwischen Basel, Läufelfingen und Olten durchquert die erste Gebirgsbahn der Schweiz den Jura. Benannt wurde die Bahnlinie nach dem Örtchen Hauenstein, das durch den ersten Gebirgsdurchstich der Schweiz unterfahren wird. Gebaut wird die Strecke vom Stuttgarter Eisenbahnpionier Carl v. Etzel, der 1852 schreibt: "Die Verbindung von Basel mit dem Aarethal über den Jura ist die wichtigste Linie im ganzen Schweizerischen Eisenbahnnetze, zugleich aber auch diejenige, welche die grössten technischen Schwierigkeiten darbietet." Fertiggestellt wird die Bahnlinie 1858 – die Eröffnungslok GENF steht heute im Verkehrshaus in Luzern. Sie ist die älteste Dampflokomotive der Schweiz und stammt aus der Maschinenfabrik Esslingen.

Folge 944 Bilder vom Läufelfingerli

Lok GENF, Baujahr 1858, Maschinenfabrik Esslingen. (Foto: SWR, SWR - Alexander Schweitzer)
Lok GENF, Baujahr 1858, Maschinenfabrik Esslingen. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Diese Lokomotive zog 1858 den Eröffnungszug auf der Hauensteinstrecke. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Die Lok GENF ist die älteste Dampflokomotive der Schweiz und steht heute im Verkehrshaus Luzern. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Die Maschinenfabrik Esslingen baute die Lok Genf im Jahr 1858. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Die älteste Dampflokomotive der Schweiz von oben. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Autor Alexander Schweitzer während der Dreharbeiten vor der Inschrift Carl v. Etzels, dem Erbauer der Hauensteinlinie. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Läufelfingerli auf dem Viadukt von Rümlingen. Mit einer Länge von 128 Metern, eines der größten Bauwerke der Pionierzeit der schweizerischen Eisenbahn. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Ausfahrt des Läufelfingerlis aus dem Hauensteintunnel, dem ersten Gebirgsdurchstich der Schweiz. Geplant hat ihn Carl v. Etzel. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Viadukt von Rümlingen in der Morgensonne mit Kirche. In der Ikonografie des Bahnbaus der ersten Stunde erlangt der Viadukt von Rümlingen nationale Berühmtheit. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Direkt neben dem Bahngleis, der Golfplatz unterhalb des Hauensteintunnels. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Direkt neben dem Bahnhof in Sommerau wohnt Beatrix Imhof und bläst am liebsten im Freien ins Alphorn. Einst bekamen hier die Dampflokomotiven nochmal Wasser vor dem Aufstieg nach Läufelfingen. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Mahnmal auf dem Friedhof in Trimbach zum Gedenken an das Tunnelunglück von 1857 damals starben 63 Tunnelarbeiter. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Fahrzeuge der SBB Historic im Bw Olten. Mit der Inbetriebnahme der Hauensteinstrecke wird Olten zum Betriebsmittelpunkt der Schweizerischen Eisenbahnen. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Eines der größten Töff-Treffen der Schweiz direkt an der Hauensteinstrecke.  Seit 1968 treffen sich hier jeden Donnerstag im Sommer bis zu 1.000 Biker auf dem Parkplatz des Restaurants „Isebähnli“. Aus einem ehemaligen Bauernhof wurde hier einst ein Restaurant für die Tunnelarbeiter eingerichtet. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Viadukt von Rümlingen. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen

Die Strecke verläuft parallel dem alten Handelsweg zum Gotthard und wird von Eisenbahnern daher auch "kleiner Gotthard" genannt. Vor allem das Viadukt von Rümlingen hat nationale Berühmtheit erlangt und ist auf zahlreichen Postkarten verewigt. Schwere Güterzüge hatten es auf der Gebirgsbahn nie leicht und so wurde 1916 der darunter liegende Hauenstein-Basistunnel eröffnet, durch den seither der Transitverkehr rollt. Das Läufelfingerli, wie die Gebirgsstrecke von den Einheimischen liebevoll genannt wird, ist seit dem eine Regionalbahn in herrlicher Landschaft. Immer wieder sollte der Personenverkehr eingestellt werden. Doch die Strecke dient auch als Ausweichstrecke für die Transitroute durch den Basistunnel, und so ist der Fortbestand der ersten Gebirgsbahn der Schweiz noch lange gesichert.

(ESD: 23.11.2018)

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