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Die Côte Bleue ist weniger bekannt als ihre große Schwester Côte d’Azur, dafür aber längst nicht so überlaufen.

Der schnellste Weg mit der Bahn von Paris an die Côte d’Azur verläuft über Lyon und Marseille. Wer etwas mehr Zeit hat und einen nicht so bekannten, aber mindestens genauso schönen Küstenabschnitt entdecken möchte, steigt 50 Kilometer vor Marseille in Miramas um in den Train de la Côte Bleue.

Folge 972 Côte Bleue – Von Carry-le-Rouet nach Marseille

Eine der schönsten Panoramastrecken Südfrankreichs mit über 23 Tunneln und 18 Brücken. (Foto: SWR, SWR - Alexander Schweitzer)
Eine der schönsten Panoramastrecken Südfrankreichs mit über 23 Tunneln und 18 Brücken. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Der Zug überquert die Calanques, die fjordartigen Buchten. Sonntags sind die Zufahrtsstraßen im Sommer häufig gesperrt und der Zug die einzige Möglichkeit zum Meer zu kommen. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Bahnhof Saint Charles in Marseille, Endbahnhof der Côte Bleue. Der Kopfbahnhof ist in der Nähe des Zentrums der nach Paris zweitgrößten Stadt Frankreichs gelegen. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Knapp 20 Millionen Menschen jährlich steigen hier ein und aus, und man sollte Marseille wirklich mit der Bahn besuchen. Schon 1931 schrieben Klaus und Erika Mann in ihrem "Buch von der Riviera" über Marseille: "Die Einfahrt mit dem Wagen trägt einen leicht katastrophalen Charakter. [...] Wenn es sich trifft, dass Sie zwischen fünf und sieben Uhr abends ankommen, ist es besonders teuflisch." SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Das Wahrzeichen von Marseille – Notre-Dame de la Garde. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Blick auf L’Estaque. Der Ort wurde von Georges Braque, Paul Cézanne, Raoul Dufy und vielen anderen bildenden Künstlern besucht und hat sie inspiriert. Braques' Gemälde "Häuser in L’Estaque" (1908) rief erstmals den Begriff des Kubismus hervor. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Roveziegen – sie fühlen sich in der Provence zu Hause. Hauptsächlich im etwas oberhalb gelegenen Dorf Le Rove sind sie seit dem 19. Jahrhundert ansässig – besonderes Merkmal: die imposanten Hörner. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Dreharbeiten im Ziegenstall. Michael Geißer, Ton, verdeckt Kameramann Lorenz Pagés wie er André Gourian beim Melken filmt. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Viadukt vor dem Dörfchen Niolon. Darunter führt einer der schönsten Wanderwege an der Côte Bleue hindurch, überhaupt bietet sich die Bahn für Wanderer hervorragend an. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Solche Ausblicke genießen Wanderer und Bahnfahrer gleichermaßen.Frankreichs blaue Küste, die in westlicher Richtung 40 Kilometer lang mit schönen Stränden, lauschigen Felsbuchten und glasklaren Flüsschen überrascht. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Marseille mit altem Hafen, im Hintergrund Notre-Dame de la Garde. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Im Bahnhof Saint Charles in Marseille. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Interview mit André Gouran, dem Ziegenhirten. Er betreibt seine Arbeit mit großer Leidenschaft, und das seit mehreren Generationen. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Autor Alexander Schweitzer in Marseille, der zweitgrößten Stadt Frankreichs. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen

Dieser Zug fährt auf einer der schönsten Panoramastrecken Südfrankreichs, 60 Kilometer größtenteils entlang der Mittelmeerküste mit herrlichen Sandstränden, lauschigen Felsbuchten und glasklaren Flüsschen. Die Côte Bleue ist weniger bekannt als ihre große Schwester Côte d’Azur, dafür aber längst nicht so überlaufen. Es bietet sich eine Kombination aus Zugfahrt und Wanderung auf dem Küstenweg an. Wir kommen an Orte ohne Straße, wo uns nur die Füße oder die Bahn hinbringen.

Im zweiten Teil fahren wir über das Viaduc in Méjean, einem der für die Strecke so typischen Steinbogen-Viadukte. Direkt darunter essen wir im Restaurant „Le Mange-Tout“ Mittag. Hier gibt es leckere „Friture“, kleine Fische, die am Stück gegessen werden
In Niolon beobachten wir einen Tauchkurs der UCPA, einer Vereinigung für Sport im Freien. Ihr Ziel ist, dass auch junge Menschen mit kleinem Geldbeutel den Tauchsport lernen und soziale Kontakte herstellen können. Die Schönheit unter Wasser ist an der Côte Bleue unvergleichlich.
Wir besuchen auch das ehemalige Künstlerdorf L’Estaque mit seinen ineinander verschachtelten Häuschen. Der Ort wurde von Georges Braque, Paul Cézanne, Raoul Dufy und vielen anderen Künstlern besucht und hat sie inspiriert. Braques Gemälde Häuser in L’Estaque (1908), rief erstmals den Begriff des Kubismus hervor. Nun ist es nicht mehr weit zum Endbahnhof Marseille Saint-Charles.

(ESD: 18.10.2019)

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