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EIN FILM VON

"Big Boy" – die größte Dampflok der Welt fährt wieder. Ein Schienengigant, der mehr ist als eine Lokomotive, er steht für das große Dampfzeitalter der amerikanischen Eisenbahn.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
15:15 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

150 Jahre nach Fertigstellung der transkontinentalen Eisenbahnlinie, die die Ost- und Westküste der USA verband und die Vision vom geeinten Land Wirklichkeit werden ließ, folgt die 45-minütige Dokumentation "Big Boy auf den Spuren der transkontinentalen Eisenbahn" der größten Lokomotive der Welt auf einer Nostalgiefahrt auf historischer Strecke.

Der "Union Pacific Big Boy 4014", eine Dampflokomotive der Superlative, wurde aus einem 60 Jahre andauernden Schlummer geweckt. Auf Hochglanz gebracht und auf Diesel umgerüstet, erinnert er während der monumentalen Fahrt entlang der transkontinentalen Eisenbahnroute daran, dass die Eisenbahn schon immer eine Schlüsselrolle in der amerikanischen Geschichte spielte. Der Film folgt dem dampfenden Koloss von Omaha nach Ogden und bestätigt die Anziehungskraft, die die 6.000 PS starke Dampflokomotive noch heute ausübt.

Big Boy auf den Spuren der Transkontinentalen Eisenbahn

Eine der legendären BIG Boy Lokomotiven aus den 50er Jahren. (Foto: SWR, Jim Ehernberger)
Eine der legendären BIG Boy Lokomotiven aus den 50er Jahren. Fotografiert von Jim Ehernberger, der in den 50er Jahren die größte Lokomotive der Welt fotografierte und in der SWR Doku berichtet. Jim Ehernberger Bild in Detailansicht öffnen
Eine der ausrangierten Big Boys – eingezäunt in Cheyenne dem ehemaligen Depot der Big Boy Flotte LookFilm / Claus Räfle Bild in Detailansicht öffnen
Die größte Lokomotove der Welt unterwegs - Fotografiert von Jim Ehernberger, der in den 50er Jahren die größte Lokomotive der Welt fotografierte und in der SWR Doku berichtet. Jim Ehernberger Bild in Detailansicht öffnen
Eine der 25 Loks aus der Big Boy Serie beim Kohleladen. Fotografiert von Jim Ehernberger, der in den 50er Jahren die größte Lokomotive der Welt fotografierte und in der SWR Doku berichtet. Jim Ehernberger Bild in Detailansicht öffnen
Die aus Anlaß des 150jährigen Jubiläums der Transkontinental Railway restaurierte Big Boy Lokomotive unterwegs durch Nebraska, USA. LookFilm / Claus Räfle Bild in Detailansicht öffnen
Diese Lok hat mehr als 6.000 PS – es war die stärkste Lokomotive, die je gebaut und 2019 restauriert wurde. LookFilm / Claus Räfle Bild in Detailansicht öffnen
Ausfahrt aus dem Depot in Omaha, August 2019 LookFilm / Claus Räfle Bild in Detailansicht öffnen
Big Boy 2019 fährt auf der Strecke der Transkontinental Railway LookFilm / Claus Räfle Bild in Detailansicht öffnen
Überall, wo Big Boy im Sommer 2019 anhielt, staunten die Menschen LookFilm / Claus Räfle Bild in Detailansicht öffnen
Menschen kommen zusammen und Bestaunen das stählerne Monster, von dem nur 25 Stück je gebaut wurden. LookFilm / Claus Räfle Bild in Detailansicht öffnen
Der Lokführer der Big Boy 2019 wird bestaunt wie ein Popstar LookFilm / Claus Räfle Bild in Detailansicht öffnen

Überall, wo "Big Boy" vorbeikommt, bestaunen ihn Menschen, in deren Herzen Dampfloks und die goldene Zeit der Dampf-Ära einen besonderen Platz haben. Dies ist nicht verwunderlich, ist es doch vor allem der transkontinentalen Eisenbahnstrecke und den Dampflokomotiven zu verdanken, dass das gesamte Potenzial des großen Landes genutzt werden konnte, was letztlich den Aufstieg der USA zur Weltmacht ermöglichte. In beeindruckenden Bildern folgt die Dokumentation der Transcontinental und kommt durch Orte wie Cheyenne und North Platte, die es ohne diese Eisenbahnroute wohl nie gegeben hätte und deren Geschichte untrennbar mit der des "Big Boy" verbunden ist.

Auf der Reise durch die Mitte der USA trifft man immer wieder auf Menschen, deren Leben von diesen beeindruckenden Lokomotiven nachhaltig geprägt wurde und die von diesen dampfenden Riesen fasziniert sind. Konzipiert und gebaut, um die steilen Hügel der Whasatch-Kette der Rocky Mountains zu erklimmen, waren die 25 "Big Boys" der "Union Pacific" der Höhepunkt der Dampftechnik. Sie waren das Größte und Stärkste, was je auf Schienen fuhr und prägten die Heartlands und die gesamte Geschichte der USA nachhaltig. Vor allem während des Zweiten Weltkrieges war die ungeheure Zugkraft der "Big Boys" unersetzlich für den Kriegstransport. Sie leisteten einen entscheidenden Beitrag im Zweifrontenkrieg der USA. Die 1941 erbauten "Big Boys" kamen zur richtigen Zeit. Doch so wichtig sie auch waren, bereits zur Hochzeit dieser dampfenden Giganten wurde ihr Ende eingeläutet. Gegen die viel effizienteren Dieselloks hatten die arbeitsintensiven Dampfloks keine Chance.

Die Nostalgiefahrt des restaurierten "Big Boy" erinnert an zwei entscheidende Momente der US-Geschichte, die der Nation den Aufstieg zur Weltmacht ermöglichten und untrennbar mit der Eisenbahngeschichte des Landes verwoben sind. Heute, wo man den Übergang zu einem von alternativen Energien angetriebenem neuen Zeitalter vorantreibt, ist dies von großer emotionaler Bedeutung. Denn jeder Gezeitenwechsel ist von Verunsicherung begleitet und auch von einem wehmütigen Rückblick, der den Menschen Sicherheit geben soll. Sie besinnen sich darauf, woher sie kamen, was sie in schwierigen Zeiten geschafft haben und wozu sie fähig sind, wenn sie sich auf ein gemeinsames Ziel verständigen. Sehr moderne Herausforderungen.

(ESD: 06.01.2020)

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