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Spülmaschinen bieten so manchem ekligen Keim einen idealen Lebensraum. Doch wie hoch ist die Belastung? Gelangen die Keime auch aufs Geschirr? Und wie wird man sie wieder los?

Ein verdrecktes Sieb, Schleim an den Gummidichtungen: So sieht es in vielen Spülmaschinen aus. Doch stecken auch Keime drin und landen die auf unserem Geschirr? Wir wollen wissen, wie sauber Maschine und Geschirr nach dem Spülen sind und nehmen Keimproben von Spülmaschinen von 25 Verbraucher*innen und Redaktionskolleg*innen - von den Außenwänden der Maschine, vom Geschirr selbst und vom sogenannten Spülmaschinensumpf. Dazu notieren wir noch, wie alt die Spülmaschine ist und wie oft sie benutzt wird.

Keime aus Spülmaschinen im Labor nachgewiesen

Diese Keimproben werden an der Hochschule Rhein-Waal untersucht. Mikrobiologe Ralf Lucassen bestimmt die Keime - also Bakterien und Pilze - und zählt sie aus. In den von uns untersuchten Spülmaschinen finden sich: Hefepilze und Bakterien - darunter sogar Fäkalkeime, die E-Coli-Bakterien. Für den Laborleiter Professor Dirk Bockmühl ist das keine Überraschung.

"Die Spülmaschine ist wie alle wasserführenden Systeme eigentlich nicht so schlecht geeignet, dass Bakterien und Pilze in ihr wachsen - da ist es schön feucht und warm."

Professor Dirk Bockmühl, Hochschule Rhein-Waal

Bakterien und Pilze vor allem im Pumpensumpf

Doch woher kommen die Bakterien und Pilze in der Spülmaschine? Offenbar sind sie so hartnäckig, dass sie einen Spülgang überleben. Das Ergebnis ist eindeutig: Bei fast allen getesteten Maschinen ist die Quelle der sogenannte Pumpensumpf. Die Innenwände der Maschine und das Geschirr selbst sind weniger belastet. Auch wenn es hier Unterschiede gibt.

Zwischen den Geschirrteilen Platz lassen fürs Wasser

Professor Bockmühl erklärt: „Wir haben in der Tat in einigen Maschinen eine etwas höhere Keimzahl gefunden als in anderen Maschinen. Die Frage war natürlich, woher kommt das? Die Ursache ist sehr wahrscheinlich nicht die Maschine selbst, sondern eher das falsche Einräumen. Man muss sich vorstellen, wenn ich das Geschirr zum Beispiel sehr kompakt einräume, also übereinanderstapele, da kann natürlich das Geschirr nicht richtig sauber werden, und dann werden auch die Bakterien nicht entfernt. Das heißt, für ein hygienisch gutes Ergebnis ist es auch wichtig, die Maschine nicht zu voll zu machen.“

Wie alt die Spülmaschine ist, welches Programm benutzt oder wie oft gespült wird, scheint egal zu sein. Entscheidend ist das richtige Einräumen. Aber wie keimbelastet ist das Geschirr? Gelangen Bakterien und Pilze aus dem Pumpensumpf auch auf Teller, Tassen und Besteck?

Professor Bockmühl sagt: „Wir haben einmal geschaut an den Wänden und auf dem Geschirr. Das ist durchaus vergleichbar. Einmal mit dem Unterschied, dass das Geschirr vorher schmutzig war und die Wände nicht. Aber insgesamt kann man sehr schön sehen, was ist sozusagen nach dem Spülen übrig geblieben. Da haben wir insgesamt eine sehr, sehr geringe Zahl an Bakterien, aber auch Pilzen gefunden.“ Gute Nachrichten für unsere Probanden also. Und selbst wenn Ihre Spülmaschine mal voll ist: Geschirr und Besteck werden hier immer noch sauberer, als wenn man von Hand spült.

Schmutziges Geschirr stapelt sich im Spülbecken (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
Hygienischer ist es, Geschirr in der Spülmaschine zu spülen. Thinkstock -

Tipps fürs Befüllen der Spülmaschine

  • Grobe Essensreste sollten vor dem Einräumen vom Geschirr entfernt werden. Um kein Wasser zu verschwenden, verzichtet man auf ein Vor-Abspülen und nimmt stattdessen Besteck zum abkratzen.
  • Dort, wo sich Teller, Töpfe oder Tassen berühren, kommt kein Spülwasser hin. Daher spricht vieles für ein systematisches Einräumen.
  • Ganz wichtig: Wird zu hoch gestapelt, können sich mitunter die Sprüharme nicht mehr drehen. Dann wird nicht nur das Geschirr nicht sauber, sondern die Arme können auch Schaden nehmen. Das lässt sich einfach überprüfen, indem man vor dem Spülgang den Armen einen Schubs gibt und schaut, ob sie freie Bahn haben. 
  • Bei Spülmaschinen mit Besteckkorb empfehlen Hersteller und Hygiene-Experten das Besteck mit dem Griff nach unten einzuräumen, damit das schmutzige Ende optimal umspült wird. Eine Ausnahme kann man - insbesondere wenn Kinder dabei sind - bei scharfen Messer machen: Mit dem Griff nach oben eingeräumt, sinkt die Verletzungsgefahr.
  • Durcheinander erwünscht: In Besteckkörben empfiehlt es sich zudem, das Besteck bunt zu mischen. Insbesondere Löffel landen sonst gerne passgenau aneinander und werden so nicht sauber.

Tipps zur Pflege der Spülmaschine

  • Nach jedem Durchlauf grobe Essensreste aus dem Spülsumpf entfernen.
  • Einmal pro Woche sollte die Maschine gereinigt werden und mit einem Programm mit über 60 Grad laufen.
  • Wenn die Maschine länger nicht genutzt wurde, kann auch ein Leer-Waschgang sinnvoll sein. 
  • Einmal im Monat sollte eine Grundreinigung durchgeführt werden: Dafür die Spülarme ausbauen und in allen Löchern Verunreinigungen entfernen.
  • Auch das Sieb und der Filter im Boden der Maschine (also der Spülmaschinensumpf) sollten herausgenommen und gereinigt werden. Ebenso sollte der Deckel des Salzfaches aufgeschraubt und gereinigt und die Dichtungen an der Spülmaschinentür abgewischt werden.  
  • Für die Reinigung muss man keine speziellen Maschinenreiniger verwenden, es reicht auch Zitronensäure, Essigsäure und Natron. Sie sind genauso effektiv und preiswerter.

Zitronensäure, Essigsäure und Natron statt Maschinenreiniger

Zitronensäure ist kalklösend und bietet sich daher zum Reinigen der Geschirrspülmaschine an. Das Pulver laut Packungsangabe in Wasser auflösen und dann mit einem Tuch den Innenraum, die Dichtungsgummis, Spülarme und den Pumpensumpf gründlich abwischen. Für eine Leerlauf-Reinigung gibt man rund zehn Esslöffel Zitronensäure direkt in den Spülmaschinen-Innenraum und lässt die Maschine - idealerweise bei über 60 Grad - ohne Geschirr laufen.

Soll es den Keimen so richtig an den Kragen, empfiehlt es sich, stattdessen eine Kombi aus Zitronensäure und Natron einzusetzen. Wichtig ist dabei, dass die beiden Reiniger nicht zusammenkommen, da sonst die Säure und das basische Natron miteinander reagieren und so die Reinigungswirkung aufgehoben wird. Dafür füllt man drei Esslöffel Zitronensäure ins Pulverfach, vier bis fünf Esslöffel Natron verteilt man im Innenraum der Spülmaschine und wählt ein kurzes Programm mit hoher Temperatur. Der Clou dabei: Das Pulverfach mit der Zitronensäure öffnet sich erst, wenn das Natron im Innenraum der Maschine schon wirken konnte.

Essigsäure ist ebenfalls kalklösend und zusätzlich noch antibakteriell. Will man daher lieber eine Essigmischung verwenden, muss man darauf achten, dass man alles aus Gummi ausspart, da Essig Gummi angreifen und brüchig machen kann. Zum Einweichen der Spülarme und des Siebes ist er aber ideal. Dafür gibt man rund zwei Tassen Essigessenz auf zehn Liter Wasser.

Tipps zum Spülmaschinenreiniger

Eine Spülmaschine benötigt weiches, kalkarmes Wasser, um gute Spülergebnisse zu erzielen und um weiße Kalkbeläge auf dem Geschirr und den Wänden der Spülmaschine zu vermeiden. Hartes Wasser und Kalkablagerungen können außerdem die Effizienz der Spülmaschine reduzieren und ihre Lebensdauer verkürzen. Daher besitzen Spülmaschinen eine Wasserenthärtungsanlage, die das einfließende Leitungswasser mit Hilfe von sogenanntem Regeneriersalz enthärtet. Um die Funktionsfähigkeit sicherzustellen, müssen sie das Spülmaschinensalz regelmäßig nachfüllen oder Tabs verwenden, die diese Funktion miterfüllen.

Reiniger gibt es in Form von Pulver, Gel oder Tabs. Am preiswertesten sind Maschinengeschirrspülmittel in Pulverform. Ein Vorteil von Pulver und Gel ist, dass Sie die Dosierung je nach Geschirrmenge und Verschmutzung selbst variieren können. Tabs sind dafür einfacher in der Handhabung. Welche Tabs besonders gut und günstig sind, erfahren Sie beispielsweise bei der Stiftung Warentest.

Die richtige Programmauswahl  

In der Regel kommt man mit fünf Programmtypen aus, ergänzt durch einige Zusatztasten. Die wichtigsten Programme sind: 

  • Eco-/Energiespar-/Standard-Programm: für leicht bis normal verschmutztes Geschirr. Niedrige Temperatur von 45°C bis 55°C für einen geringen Energieverbrauch, dafür längere Laufzeiten erforderlich.
  • Automatikprogramm: Sensoren steuern herstellerabhängig den Programmablauf je nach Verschmutzungsgrad und/oder Beladungsmenge. Dadurch werden Wasser- und Energieverbrauch der Verschmutzung angepasst.
  • Schon-/Glas-/Handspül-/Fein-Programm: für leicht verschmutztes bzw. temperaturempfindliches Geschirr und Gläser. Temperaturen zwischen 40°C und 45°C.
  • Schnellprogramm: für wenig verschmutztes Geschirr, etwa Partygeschirr, evtl. ohne Trocknung. Dauer: ab 30 Minuten. Achtung: erhöhter Energieverbrauch - nur in Ausnahmefällen nutzen.
  • Ein Intensivprogramm mit einer Temperatur von mindestens 60°C. Empfiehlt sich beispielsweise für die wöchentliche Leerlaufreinigung.

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