Die Auslage eines Gemüseladens. (Foto: Unsplash: Alexandr Podvalny)

Gesundes Essen statt Medikamente

Senföle – natürliche Waffe gegen Erkältungen und Infekte

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KOCH/KÖCHIN
Dagmar von Cramm

In Brokkoli, Radieschen, Pak Choi oder etwa Meerrettich stecken Senföle. Sie gelten als entzündungshemmend, antiviral und antibakteriell, können Erkältungen vorbeugen und Schmerzen lindern.

Kapuziner-Kartoffelsalat

Kapuzinerkresse liefert nicht nur schöne Blüten, sondern auch knackige Blätter, die im Salat toll schmecken und jede Menge antibiotisch wirksame Glycoside enthalten. Das wird ergänzt durch die Radieschen – bei denen man auch die Blätter mitessen sollte.

Zutaten:

Für 1 Portion:
200 g Kartoffeln
1 TL Dijonsenf
Salz, Pfeffer
1 TL Weißweinessig
1 EL Rapsöl
50 ml Bouillon
3 - 4 Radieschen
50 g Kapuzinerkresse mit Blüten


  1. Die Kartoffeln kochen, pellen und in Scheiben schneiden.
  2. Den Senf mit Salz und Pfeffer, Essig und Öl cremig rühren. Mit der Bouillon mischen und unter die Kartoffeln ziehen.
  3. Radieschen und Kresse waschen. Radieschen mit den Blättern grob hacken. Große Kresseblätter in Streifen schneiden. Alle Zutaten unter den Kartoffelsalat ziehen und abschmecken. Mit den Blüten anrichten.

Avocado-Meerrettich-Dip

Die milde Avocado gleicht die Schärfe des Meerrettichs aus. Passt toll zu Ofenkartoffeln, Tafelspitz, pochiertem Fisch, harten Eiern.

Zutaten:

Für 4 Portionen
4 – 5 cm Meerrettich
2 Avocados
Saft einer Zitrone
4 EL Schmand
1 TL Wasabipaste
Salz, Pfeffer


  1. Meerrettich schälen, kleinschneiden und im Blitzhacker so fein wie möglich zerkleinern.
  2. Avocado halbieren, den Kern entfernen und das Fruchtfleisch herausheben. Mit dem Meerrettich, Schmand, Zitronensaft und Wasabi verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Apfel-Meerrettich

Roh bleibt Aroma und die Wirkung des Meerrettichs am besten erhalten. Erstaunlicherweise ist dieses Mus auch unerhitzt mindestens vier Wochen haltbar und eine tolle Ergänzung zu Ofengemüse, Kurzgebratenem und Fisch.

Für etwa 3 Gläser
500 g säuerliche Äpfel (Boskoop)
2 - 3 EL Vollrohrzucker
½ TL Salz
80 - 100 g Meerrettichwurzel
2 - 3 EL Apfelessig


  1. Äpfel waschen, entkernen und in grobe Stücke schneiden. Mit Zucker, 50 ml Wasser und Salz weich dünsten.
  2. Inzwischen Meerrettich schälen, kleinschneiden und im Blitzhacker fein zerkleinern.
  3. Äpfel pürieren, nochmals aufkochen und mit Weißweinessig und Meerrettich mischen. Sofort in sterilisierte Gläser füllen und mit Deckel verschließen.

Tipp: Im Kühlschrank hält der Apfel-Meerrettich mehrere Wochen. Für eine längere Haltbarkeit im Schnellkochtopf oder Backofen sterilisieren.

Brokkoli asiatisch

Die Glucosinolate in Brokkoli bleiben beim Dämpfen am besten erhalten. Gingerol aus Ingwer und Allicin aus Knoblauch und Zwiebeln verstärken die antibakterielle Wirkung.

Für 4 Portionen
500 g Brokkoli
1 Bio-Orange
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 Stück Ingwer (5 cm)
3 EL Rapsöl
4 EL Sojasauce
30 g Haselnüsse (gehobelt)
3 TL Honig
Salz, Pfeffer
Pul Biber oder Chiliflocken


  1. Brokkoli und Orange waschen. Brokkoli-Röschen abtrennen und Strunk in Scheiben schneiden. Schale der Orangen abreiben und Saft auspressen. Zwiebel, Knoblauch und Ingwer schälen und fein würfeln.
  2. Öl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer und Orangenschale darin einige Minuten dünsten, bis die Zwiebeln weich sind. Mit Orangensaft und Sojasauce ablöschen. Sauce aufkochen und reduzieren.
  3. Brokkoli 10 Min. dämpfen, bis sie knackig gar sind. Inzwischen Haselnüsse in einer Pfanne rösten.
  4. Sauce mit etwas Dämpfsud verdünnen, mit Honig, Salz und Pfeffer abschmecken, Brokkoli darin schwenken und mit Haselnüssen bestreut auftischen.

Dazu schmeckt am besten Reis.

Tipp: Wer kein Dämpfgerät hat, kann mit einem Dämpfeinsatz im Topf Brokkoli garen.

Senfsüppchen

Diese Suppe tut gut bei Infektionen – die Senföle in Senf und Kapern bleiben bestens erhalten, weil sie nicht mehr mitkochen. Außerdem ist sie blitzschnell fertig und die perfekte Resteverwertung.

Für 4 Portionen
1 Zwiebel
1 - 2 EL Rapsöl oder Butter
750 ml Gemüsebrühe
50 - 100 g altbackenes Brot
100 ml Sahne
ca. 50 g Dijon-Senf
2 - 3 EL Kapern
Gartenkresse zum Bestreuen


  1. Zwiebel schälen und in Würfel schneiden. In einem Topf mit Öl etwa 5 Min. goldgelb dünsten. Dann mit der Gemüsebrühe ablöschen.
  2. Das altbackene Brot zugeben und solange leise kochen lassen, bis es weich ist. Dann pürieren und die Sahne zugeben, nochmals erhitzen. Den Senf mit dem Pürierstab untermischen, Kapern zugeben und die Suppe mit Kresse bestreut auftischen.

Tipp: Je nachdem, wie trocken das Brot ist, braucht man mehr oder weniger. Wenn nötig, nach dem Pürieren noch verdünnen oder noch etwas Brot zugeben.

Heilende Hausmittel

Winterrettich-Hustensaft

Schwarzer Rettich ist reich an schleimlösenden und antibakteriellen Inhaltsstoffen sowie an Vitamin C.

Zubereitung: Kappe der Knolle abschneiden, mit einem Löffel oder Kugelausstecher das Innere aushöhlen. Ein kleines Loch in die untere Spitze des Rettichs stechen, das bis zur Aushöhlung reicht. Rettich auf ein Glas setzen, Aushöhlung mit braunem Zucker füllen, Rettich-Kappe aufsetzen. Einige Stunden oder über Nacht stehen lassen.
Der Zucker verflüssigt sich und löst heilende Inhaltsstoffe aus dem Rettich, fertiger Hustensaft tropft in das Glas. In einem Schraubglas im Kühlschrank aufbewahren.
Bei großen Rettichknollen kann der Vorgang mehrmals wiederholt werden, indem nach Abfluss des Sirups eine neue Schicht ausgehöhlt wird.

Meerrettich-Tinktur

Befreit die Atemwege: enthält Senföle, die Schleim in den Atemwegen lösen.

Anwendung: alle 2-3 h 1 EL einnehmen

Zubereitung: 50 g Meerrettichwurzel schälen, reiben, mit 5-6 EL Zwiebelsaft s.u. und 2 EL flüssigem Honig verrühren, pürieren. Im Schraubglas gekühlt 1 Woche haltbar.

Zwiebelsaft:

Hilft gegen Husten, tötet Keime ab, entzündungshemmend (ätherische Öle)

Zubereitung: 1 - 2 Speisezwiebeln in Würfel schneiden, abwechselnd mit 3 EL Honig in ein Glas schichten, über Nacht ziehen lassen. Durch ein feines Sieb oder Tuch/Kaffeefilter sieben, kühl lagern. Tipp: Mix aus Zwiebel- und Rettichsaft ist besonders wirkungsvoll.

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Dagmar von Cramm