Schnellkochtopf (Foto: Pixabay)

Anschaffung lohnt sich schnell

Schnellkochtopf - schnell und energiesparend!

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AUTOR/IN
Bärbel Neher

Schnell, energiesparend und dabei auch noch gesünder - all das sind die Vorteile beim Garen im Dampfdrucktopf. Wie ein sicherer Umgang damit gelingt, erfahren Sie bei uns.

Wie funktioniert ein Schnellkochtopf?

Dampfdrucktöpfe werden meist aus Edelstahl, seltener emailliertem Stahl hergestellt. Sie werden in den Größen von ein bis zehn Liter Inhalt angeboten. Sie eignen sich zum Kochen, Dünsten, Schmoren, aber auch zum Entsaften und Sterilisieren.

Dampfdrucktöpfe verfügen über einen extra starken Topfboden. Speziell auf Induktionsherden beschleunigt dies den Garprozess zusätzlich. Die Töpfe sind mit Einsätzen ausgestattet und ermöglichen dadurch das gleichzeitige Garen von verschiedenen Lebensmitteln übereinander. Oftmals gibt es eine Innenskalierung für die Füllmenge.

Kernstück des Dampfdrucktopfes ist das Ventil

Im Schnellkochtopf garen die Speisen unter höherem Druck als der normale Atmosphärendruck. Dies ist dadurch möglich, dass sich der Topf hermetisch verschließen lässt. Wird das Druckventil nicht geschlossen, kann ausgezeichnet auch bei 100 Grad Celsius gegart werden. Tipp: Angebote bieten manchmal zusätzlich einen einfachen Glasdeckel!

Kernstück des Dampfdrucktopfes und verantwortlich für den Druckaufbau ist das Ventil. In der Aufheizphase wird das Wasser bis zum Siedepunkt erhitzt. Dabei entsteht Dampf, der die im Topfinnern befindliche Luft verdrängt. Erst wenn die Luft vollständig gewichen und Dampf aus dem Ventil geströmt ist, verschließt sich der Topf luft- und wasserdicht.

Der beim Ankochen entstehende Druck drückt das Kochsignal nach oben. Die Kochringe der beiden Kochstufen werden sichtbar. Töpfe mit zwei Garstufen erreichen beim ersten Ring ca. 110 Grad Celsius zum Garen von empfindlichen Speisen wie Gemüse, Fisch oder Obst und beim zweiten Ring ca. 119 Grad für alle übrigen Speisen. Wenn die gewünschte Kochstufe erreicht ist, beginnt die angegebene Garzeit.

Topf mit Kartoffeln (Foto: Colourbox)

Tipps für den Gebrauch

  • Niemals ohne Wasser oder Flüssigkeit garen.
  • Mindesteinfüllmenge ein Viertel Liter Füllhöhe beachten, maximale Füllhöhe bis zu zwei Drittel.
  • bei stark quellenden Lebensmitteln wie Reis oder Hülsenfrüchte den Topf nur zur Hälfte füllen.

Nährstoffschonend, zeit- und energiesparend

  • Im Durchschnitt bleiben etwa 70 Prozent der hitzeempfindlichen Vitamine C und B-Vitamine erhalten. Im normalen Topf nur etwa 40 Prozent
  • bei Mineralstoffen bleiben ca. 95 Prozent erhalten und gehen nicht wie bei Kochen im Wasser größtenteils ins Kochwasser über.
  • Bei Lebensmittel die eine längere Garzeit haben wie Eintöpfe, Schmorgerichte, Getreidegerichte oder Hülsenfrüchte kann durch den kürzeren Garprozess bis zu 50 Prozent Energie eingespart werden.

Tipp: Energiebewusst können Sie die Heizquelle bereits vor Beendigung der regulären Garzeit ausschalten. Die gespeicherte Wärme im Topf reicht aus den Garprozess zu beenden. Beispiel Pellkartoffeln: Garzeit 11-15 Minuten, ausschalten nach 7-11 Minuten.

  • Je höher der Dampfdruck und damit auch die Gartemperatur, desto kürzer ist die Gardauer. Dabei können bis zu 70 Prozent der Zeit eingespart werden.
  • Hülsenfrüchte müssen nicht vorher eingeweicht werden.

Nach Ablauf der Garzeit - Methoden zum Druckabbau

Achtung: Topf niemals gewaltsam öffnen. Der Innendruck muss immer vollständig abgebaut sein! Bei allen unten genannten Methoden Topf immer erst rütteln, bevor er geöffnet wird, damit sich in der Speise gebildete Dampfblasen auflösen können.

Methode 1: Topf von der Heizquelle nehmen. Das Kochsignal senkt sich nach kurzer Zeit von selbst. Wenn es ganz unten ist, den Kochschieber langsam öffnen. Dabei entweicht immer noch Dampf der unter dem Deckelgriff vorhanden ist.

Methode 2: Schnell abdampfen Speisen mit kurzer Garzeit Kochschieber langsam zurück auf AUS schieben bis der Dampf entweicht. Bei empfindlichem Gemüse sollte der Garprozess nach Ablauf der Garzeit schnell gestoppt werden, damit das Gemüse nicht zu weich und matschig wird. Wenn der Dampf vollständig ausgetreten ist und das Kochsignal ganz abgesenkt ist, kann der Topf ohne Kraftaufwand geöffnet werden.
Vorsicht: Beim Schnellabdampfen immer Hände, Gesicht und Körper aus dem Gefahrenbereich nehmen. Austretender Dampf kann zu Verbrennungen führen! Er ist nicht geeignet für Hülsenfrüchte, weil sie stark schäumen, und nicht für Pellkartoffeln, weil die Schale aufplatzt.

Methode 3: Topf in die Spüle stellen und kaltes Wasser über den Deckel laufen lassen, bis das Kochsignal vollständig abgesenkt ist.

Reinigung und Pflege des Schnellkochtopfs

Eine Person mit Spülhandschuhen spült einen Topf im Spülbecken. Ist ein Schwamm oder einer Bürste besser? Wie häufig sollte man Spülschwämme und Spülbürsten reinigen? Welche Spülgeräte sind wiederverwendbar? (Foto: Unsplash/Marek Studzinski)
Unsplash/Marek Studzinski

Topf und Deckel ohne Griff und /oder Ventileinheit und Gummidichtung und Einsätze können problemlos in der Spülmaschine gereinigt werden. Gummidichtung und ggf. Kochsignaldichtung unter klarem Wasser reinigen. Deckelgriff ebenfalls von Hand reinigen. Rückstände am Topfboden einweichen. Kalkrückstände evtl. mit Zitronensäure entfernen.

Die Anschaffung zahlt sich schnell aus

Ein Dampfdrucktopf zahlt sich schon im kleinen Haushalt aus. Energie- und Zeitersparnis, dazu nährstoffschonende Zubereitung sind unschlagbar. Viele Gerichte lassen sich auch gleich in größerer Menge zur Vorratshaltung zubereiten ohne wesentlichen Mehraufwand an Zeit und Energie.

Deshalb lohnt sich bei ein bis zwei Personen schon eine Topfgröße von 4.5 Litern. Außerdem ist der Topf mit normalem Deckelaufsatz oder ohne Druckventil einfach auch ein guter großer Topf!
Tipp: Achten Sie auf Sonderangebote und auf die Nachkaufgarantie der Zubehörteile. Außerdem sollte eine gute Anleitung dabei sein mit Anwendungstipps und Garzeitentabelle!

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Bärbel Neher