Frau liest auf Balkon (Foto: Colourbox)

Klimawandel im Garten

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Gießen, gießen, gießen – die letzten Sommer waren hart für unsere Gartenpflanzen und für uns.

In manchen Gemeinden wurde sogar verboten, den Garten zu wässern, um die Trinkwasservorräte zu schonen. Der Garten ist aber ein Stück Natur: wichtig für unsere Erholung, eine kleine grüne Lunge und ein Stückchen Land, auf dem sich auch Vögel und Insekten tummeln können.

Hier die Buchtipps der Gartenredaktion von Kaffee-oder-Tee: Damit unsere Gärten auch in Zukunft schön sind und Spaß machen! 

Diese praxisnahe Neuerscheinung ist der Volltreffer für alle, die es satthaben, endlos Wasser im Garten zu versenken. Müssen Sie Ihre Beete neu anlegen oder wollen Sie Ihren regelmäßig vertrocknenden Rasen loswerden – hier finden Sie sehr viele standortgerechte Anregungen mit konkreten Pflanzenlisten. Vom kleinen, mediterranen Kräuterbeet über die Dachbegrünung bis zu verschiedenen Trockenstauden-Beeten (Stichwort Gravel Garden, Präriebeete, Schattenbeete oder Blumenwiesen). Auch Gehölze und Gräser werden vorgestellt. Die Autorin schreibt so anschaulich, verständlich und handlungsorientiert, dass man sofort loslegen möchte! 

Wasser ist schon jetzt eine so wertvolle Ressource im Garten, dass wir sie unbedingt vor Ort nutzen sollten. Die Landschaftsökologin Paula Polak macht in ihrem Buch Lust, gleich Nägel mit Köpfen zu machen. Nicht Regenwasser teilweise in der Tonne sammeln, sondern mit dem gesamten Wasser vom Hausdach Sickergruben oder gar Schwimmteiche anlegen! Ihre Ideen zur klima-angepassten Gartengestaltung setzen auf eine Bepflanzung mit heimischen Pflanzen, die dem örtlichen Niederschlag angepasst sind. Auch Ideen zur Entsiegelung von Gehwegen und Parkplätzen rund ums Haus sind in dem Buch zu finden. So schaffen wir es, das Regenwasser nicht in der Kanalisation verschwinden zu lassen, sondern da zu halten, wo es herunterkommt.  

Die Permakultur ist ein vieldiskutierter Weg, um Gärten klimafest zu machen. Die Autorin gießt ihre Gemüsebeete auf dem wasserspeichernden Hügelbeet schon lange nicht mehr. Schön sind die Vorstellungen von einzelnen Bausteinen, die in kleinen oder in großen Gärten umgesetzt werden können. Und ein Garten muss ja nicht gleich komplett umgebaut werden: ein Baustein ist ja auch schon mal ein Anfang. Egal ob es das Birnenspalier an der Hauswand, die optimale Bepflanzung der Baumscheiben oder ein veritables Kraterbeet wird: Je mehr Vielfalt ein Garten bietet, umso mehr haben wir selbst und die Natur etwas davon. 

Der Boden ist die Basis Lebens, deshalb sollten wir ihn unbedingt pflegen. Das kommt nicht nur den zahlreichen Bodenlebewesen zugute, die den Pflanzen in unserem Garten alle nötigen Nährstoffe zur Verfügung stellen, es ist auch aktiver Klimaschutz. Denn erst der Regenwurm und seine Freunde lassen Humus entstehen, in dem jede Menge Kohlenstoffdioxid gespeichert wird, und zwar so viel, dass der Boden zu den wichtigsten Co2-Speichern überhaupt gehört. Allerdings gesunder, lebendiger Boden, kein durch Kunstdünger und Spritzmittel degradiertes Erdreich. Die Autorin erklärt alle wichtigen Zusammenhänge leicht verständlich. Sie macht Lust darauf, den Gartenboden durch Mulchen, Kompostieren und mit Gründüngung zu verwöhnen und zu erleben, wie die Pflanzen immer kräftiger und gesünder werden.  

Ressourcen sparen – da ist auch im Garten oft noch Potenzial nach oben. Man denke an die Plastiktöpfe, in denen wir Pflanzen kaufen, Erde aus der Tüte oder Dünger aus der Flasche beschaffen. Mit Vorschlägen wie mehrjährigen Pflanzkonzepten, praktischem Upcycling, Jungpflanzen selbst vorziehen oder Pflanzen tauschen, finden Sie in diesem Buch viele gute Anregungen für weniger Plastik im Garten. 

Mit Unterstützung zahlreicher Wissenschaftler hat Esther Gonstalla die komplexen Zusammenhänge und wissenschaftlichen Daten zum Klimawandel in leicht verständliche Infografiken verwandelt. Ein schön gestaltetes und ungewöhnliches Buch, das eindrücklich die Ursachen der Erderwärmung aber auch Lösungsansätze zeigt. 

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SWR Fernsehen