Folge 1067

Transiberiana d’Italia – im Centoporte durch die Abruzzen

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Alexander Schweitzer
Alexander Schweitzer (Foto: SWR, SWR - Wolfgang Drichelt)

Wir reisen durch ein in Deutschland nur wenig bekanntes Italien. Etwa auf halbem Wege zwischen Rom und Pescara befindet sich am Fuße des Majella-Bergmassivs das Städtchen Sulmona, der Geburtsort des Dichters Ovid

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Sulmona ist aber auch der Ausgangspunkt einer der landschaftlich reizvollsten Eisenbahnstrecken Italiens. Als Ferrovia dei Parchi ist die Bahnlinie durch die Abruzzen, die in Richtung Neapel führt, eher unbekannt. Seit ihrer Reaktivierung vor 10 Jahren ist die Gebirgsbahn besser bekannt unter ihrem Spitznamen Transiberiana d’Italia – Transsibirische Eisenbahn Italiens. Ein Journalist hatte die Strecke wegen ihrer Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten, sowie der unterschiedlichen Temperatur- und Klimazonen so genannt. Die Fahrt war für ihn wie eine Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn im Kleinen.

940 041 im Depot Sulmona bei der Vorbereitung für die Fahrt auf der Transiberiana d’Italia. (Foto: SWR, Alexander Schweitzer)
940 041 im Depot Sulmona bei der Vorbereitung für die Fahrt auf der Transiberiana d’Italia. Bild in Detailansicht öffnen
Bahnsteig 1 - Ausfahrt des Sonderzuges in Sulmona. (Foto: SWR, Alexander Schweitzer)
Bahnsteig 1 - Ausfahrt des Sonderzuges in Sulmona. Bild in Detailansicht öffnen
Bahnhof Roccaraso. Hier ist normalerweise der Endpunkt der Sonderzüge auf der Transiberiana d‘Italia.  (Foto: SWR, Alexander Schweitzer)
Bahnhof Roccaraso. Hier ist normalerweise der Endpunkt der Sonderzüge auf der Transiberiana d‘Italia. 1943, während des Zweiten Weltkrieges verlief hier die sog. Gustav-Linie. Es handelte sich um eine Befestigungslinie der Deutschen, die quer durch Italien verlief und den Vormarsch der Alliierten aufhalten sollte. Bild in Detailansicht öffnen
Auf der Transiberiana d’Italia bei Campo di Giove. (Foto: SWR, Alexander Schweitzer)
Auf der Transiberiana d’Italia bei Campo di Giove. Bild in Detailansicht öffnen
Das Majella-Massiv mit fast 2.800 Meter Höhe – hier kann man im Winter sogar Skifahren. (Foto: SWR, Alexander Schweitzer)
Das Majella-Massiv mit fast 2.800 Meter Höhe – hier kann man im Winter sogar Skifahren. Bild in Detailansicht öffnen
Fast 700 Höhenmeter muss die Dampflok bewältigen bis sie den Scheitel-Tunnel erreicht. Die Strecke ist teilweise bis zu 28 Promille steil. (Foto: SWR, Alexander Schweitzer)
Fast 700 Höhenmeter muss die Dampflok bewältigen bis sie den Scheitel-Tunnel erreicht. Die Strecke ist teilweise bis zu 28 Promille steil. Bild in Detailansicht öffnen
Hinter dem Majella-Tunnel verläuft die Strecke auf der Altipiani Maggiori D’Abruzzo – einer Hochebene. (Foto: SWR, Alexander Schweitzer)
Hinter dem Majella-Tunnel verläuft die Strecke auf der Altipiani Maggiori D’Abruzzo – einer Hochebene. Bild in Detailansicht öffnen
Normalerweise werden die Sonderzüge auf der Transiberiana D’Italia von der D 3451058 gezogen, einer Diesellok gebaut von Fiat. (Foto: SWR, Alexander Schweitzer)
Normalerweise werden die Sonderzüge auf der Transiberiana D’Italia von der D 3451058 gezogen, einer Diesellok gebaut von Fiat. Bild in Detailansicht öffnen
Über unzählige Brücken kämpft sich der Sonderzug hinauf zum Majella-Massiv. (Foto: SWR, Alexander Schweitzer)
Über unzählige Brücken kämpft sich der Sonderzug hinauf zum Majella-Massiv. Bild in Detailansicht öffnen

Die Strecke führt bis auf den zweithöchsten Normalspurbahnhof Italiens Rivisondoli auf 1.268 Meter über dem Meer – nur der Brenner in Norditalien ist höher. Wenige Menschen leben entlang der Bahnlinie und so fiel sie in den 1980er Jahren der sog. Politik der „dürren Äste“ zum Opfer. Damals wurden die Fahrpläne vieler Nebenstrecken in Italien ausgedünnt bis der Verkehr irgendwann ganz eingestellt wurde. Auch die Ferrovia die Parchi erlitt dieses Schicksal. Die Bewohner der Abruzzen nahmen das allerdings nicht hin und setzten sich für den Erhalt der Bahn ein. 2014 übernahm die Fondazione FS Italiane, eine Stiftung der ital. Staatseisenbahn, die Strecke und betreibt seitdem Sonderzüge auf dieser einzigartigen Strecke.

Normalerweise werden hier Centoporte-Wagen aus den 1930er Jahren mit Diesellokomotiven gezogen, ganz selten werden auch Dampflokomotiven vorgespannt – wir hatten Glück.

(ESD: 23.02.2024)

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Alexander Schweitzer
Alexander Schweitzer (Foto: SWR, SWR - Wolfgang Drichelt)