Folge 1044

Eisenbahner im Widerstand – 1940 bis 1945

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AUTOR/IN
Hermann Abmayr

Ohne die Reichsbahn hätte die Wehrmacht den Zweiten Weltkrieg nicht führen können. Und ohne die Reichsbahn hätten nicht Millionen Menschen in die Konzentrationslager transportiert werden können. Die Spitze der damaligen Bahn und die meisten Bahn-Beschäftigten haben willig mitgemacht.

Doch einige hundert Eisenbahner leisteten Widerstand. In den von Deutschland besetzten Gebieten waren es noch mehr. Viele von ihnen haben die braunen Machthaber in Konzentrationslagern eingesperrt, viele wurden hingerichtet. Doch ihre Namen sind bis heute meist unbekannt, ihr Opfer, ihr Mut und ihre Verdienste unerwähnt. In der zweiteiligen SWR-Dokumentation berichtet Autor Hermann G. Abmayr über einige dieser mutigen Männer.

Erich Sieber, Beamtenanwärter bei der Reichsbahn in Berlin, unterstützte die Widerstandgruppe „Rote Kapelle“. Nach seiner Verhaftung gegen Ende des Kriegs musste er mit dem Todesurteil rechnen.  (Foto: SWR, SWR/Sammlung Sieber)
Erich Sieber, Beamtenanwärter bei der Reichsbahn in Berlin, unterstützte die Widerstandgruppe „Rote Kapelle“. Nach seiner Verhaftung gegen Ende des Kriegs musste er mit dem Todesurteil rechnen. SWR/Sammlung Sieber Bild in Detailansicht öffnen
John Sieg, zuletzt Fahrdienstleiter der Reichsbahn in Berlin, unterstützte die Widerstandgruppe „Rote Kapelle“. Um niemanden zu verraten, hat er sich nach der Verhaftung 1942 in der Zelle das Leben genommen. SWR/GDW Bild in Detailansicht öffnen
Sebastian Imhof, obwohl Mitglied der NSDAP, hat die Stuttgarter Jüdin Else Eberle in dem kleinen Bahnhof Wildpark, dem er vorstand, versteckt. Ein stiller Helfer, der die Drohung mit dem Verlust des Arbeitsplatzes nicht abhalten konnten. SWR/privat Bild in Detailansicht öffnen
Erfolgreiche Sabotage französischer Eisenbahner: Zerstörte Drehscheibe bei Dijon. SWR /Sammlung Gueth Bild in Detailansicht öffnen
Der Lokführer Maxime Pereau gehörte zu einer Widerstandgruppe von Eisenbahnern in Dijon. Zusammen mit sechs Kollegen wurde er 1944 in Stuttgart hingerichtet. SWR/privat Bild in Detailansicht öffnen
André Perreau liest den Abschiedsbrief seines Vaters Maxime vor. Der französische Eisenbahner und Widerstandskämpfer wurde 1944 in Stuttgart hingerichtet. Bild in Detailansicht öffnen
André Perreau vor dem Grab seines Vaters Maxime. Der französische Eisenbahner und Widerstandskämpfer wurde1944 in Stuttgart hingerichtet. Bild in Detailansicht öffnen
Jan Najdr, der Vorsteher des Bahnhofs Roztoky bei Prag, hat dafür gesorgt, dass Deportierte nicht verhungert sind. SWR/Mittelböhmisches Museum Bild in Detailansicht öffnen

Der zweite Teil der Dokumentation schildert den Kampf der Berliner Eisenbahner John Sieg und Ernst Sieber in der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Sie gehören der Widerstandsgruppe "Rote Kapelle" an. John Sieg wird schließlich festgenommen. Um seine Mitstreiter nicht zu verraten, nimmt er sich in der Gefängniszelle das Leben. Auch Ernst Sieber hätte den Widerstand beinahe mit dem Tod bezahlt. Doch kurz vor Kriegsende befreien amerikanische Streitkräfte die Häftlinge des Gefängnisses, in dem er einsitzt.

Besonders aktiv waren Eisenbahner in den von Deutschland besetzten Gebieten. Die SWR-Dokumentation berichtet über erfolgreiche Sabotage junger Eisenbahn-Arbeiter im Raum Dijon in Frankreich und über die dramatische Rettung vieler Verfolgter im heutigen Tschechien. Organisiert vor allem von Eisenbahnern, die einen Zug mit Deportierten immer wieder anhalten konnten, um die Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen.

(ESD: 18.11.2022)

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Hermann Abmayr