STAND
AUTOR/IN

Wo findet man ein heißes Fußbad auf dem Bahnsteig? In Yufuin auf Japans südlicher Hauptinsel Kyushu. Die Nebenbahnlinien Kyushus erschließen die unterschiedlichsten Landstriche der Insel.

Von der Metropole Hakata geht es nach Yufuin, einem Ort, der bekannt ist für seine heißen Bäder. Von dort geht es weiter ins Aso Vulkan-Gebiet mit seinem Nationalpark. Am Horizont steigen immer wieder Qualm- und Aschewolken auf - die Vulkane hier sind immer noch sehr aktiv. Die Strecken sind eingleisig und werden von kurzen Triebwagen bedient in denen vor allem Einheimische unterwegs sind.

Kyushu - Auf schmaler Spur durch Japans Süden

Der Yufuin no mori in Yufuin. (Foto: SWR)
Der Yufuin no mori in Yufuin. Der grüne Dieseltriebwagen wurde eigens konstruiert, um den Fahrgästen einen schönen Blick auf die Landschaft zu ermöglichen. Er verkehrt von Hakata/Fukuoka in den Kurort Yufuin. Bild in Detailansicht öffnen
Die Fenster des Yufuin no mori sind für eine gute Aussicht eigens hoch angesetzt. Auch das Führerhaus ist völlig verglast - die Fahrgäste können über den Lokführer hinweg nach vorne schauen. Bild in Detailansicht öffnen
Yufuin no Mori heißt der Wald von Yufuin - die Strecke führt auch lange durch dichte Wälder. Daher wurde der Zug auch grün lackiert. Bild in Detailansicht öffnen
Der "Yufuin no Mori" Express fährt in den Kurort Yufuin, bekannt für die heißen Quellen. Bild in Detailansicht öffnen
Yufuin ist bald erreicht. Bild in Detailansicht öffnen
Die heißten Quellen von Yufuin. Bild in Detailansicht öffnen
Die Dampflokomotive 58654 ist die älteste betriebsfähige Dampflok Japans. Sie fährt mit dem Hitoyoshi SL Express zwischen Kumamoto und Hitoyoshi. Bild in Detailansicht öffnen
Ein Dieseltriebzug der Baureihe 185, eine Konstruktion aus den achtziger Jahren. Bild in Detailansicht öffnen
Nahe bei Yufuin ist ein Nahverkehrszug unterwegs. Viele der schönsten Orte liegen an kleinen Nebenstrecken. Bild in Detailansicht öffnen
Auf vielen Nebenstrecken sind oft kleine, kurze Triebwagen unterwegs - offenbar loht auch der Betrieb sehr kurzer Einheiten. Bild in Detailansicht öffnen
Der Nabegataki Wasserfall im Aso-Kuju Nationalpark. Bild in Detailansicht öffnen
Toyomi Shobu ist wohl der berühmteste Bentoboxverkäufer in Japan. Weit über achtzig ist er und verkauft seit mehr als 50 Jahren seine Vesperboxen. Bild in Detailansicht öffnen
Die Löwen des Aoi Aso Schreins - sie treten beim berühmten Okunchi Festival in Hitoyoshi auf. Bild in Detailansicht öffnen
Der Eingang des Aoi Aso Schreins in Hitoyoshi während des Okunchi Festivals. Bild in Detailansicht öffnen
Der Vulkan Sakurajima gegenüber der fünfhunderttausend Einwohnerstadt Kagoshima. Der Vulkan gehört zu den aktivsten in Japan. Bild in Detailansicht öffnen
Das Aso Vulkangebiet - Die Vulkane Kyushus gehören zu den aktivsten in Japan. Harald Kirchner Bild in Detailansicht öffnen
Die Gärten des Herrenhauses der Familie Shimadzu aus dem 17. Jahrhundert. Harald Kirchner Bild in Detailansicht öffnen

Neben dem großen Shinkansen-Hochgeschwindigkeitsnetz ist die japanische Eisenbahn durch ihr viel größeres Schmalspurnetz geprägt - die Spurweite 1067 Milimeter ist eigentlich die japanische Normalspur. Auf diesem Netz sind die schönsten Entdeckungsreisen möglich, so geht es mit einem Dampfzug nach Hitoyoshi mit seinen Shinto-Schreinen. Dort haben wir ein traditionelles Shinto-Fest beobachtet. Löwen stürmen aus dem Schrein und beißen kleine Kinder, was ihnen Glück und ein langes Leben bescheren soll. Die Reise geht weiter in die Großstadt Kagoshima, die zu Füßen eines gewaltigen Vulkans liegt, der ebenfalls stets seine Aschewolken in den Himmel schickt.

Schließlich endet die Fahrt in Ibusuki am Südzipfel Kyushus - es sei das Hawaii Japans, heißt es. Die Atmosphäre im Seebad ist relaxed in heißen Sandbädern lässt man es sich gut gehen. Auf schmaler Spur durch Japans Süden ist ein Kaleidoskop der unterschiedlichsten Facetten japanischer Landschaft und freilich der japanischen Eisenbahn.

(ESD: 20.11.2020)

STAND
AUTOR/IN