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Alexander Schweitzer (Foto: SWR, SWR - Wolfgang Drichelt)

Die Vinschgaubahn, eine Südtiroler Erfolgsgeschichte. Unterhalb des Reschenpass im Dreiländereck Schweiz, Österreich und Italien nimmt die Vinschgaubahn in Mals ihren Verlauf nach Meran. 60 Kilometer fährt die Bahn entlang der Etsch im Stundentakt aus der Welt der Berge und Gletscher hinab ins mediterrane Flair der Kurstadt...

Südtirols wechselvolle (Bahn-) Geschichte im 20. Jahrhundert

Ursprünglich hätte die 1906 eröffnete Bahn über den Reschenpass nach Landeck in Tirol weitergebaut werden sollen. Der erste Weltkrieg kam dazwischen. Danach fiel das Gebiet des heutigen Südtirols an Italien und damit auch die Eisenbahn, die bis in die 90er Jahre von der ital. Staatsbahn betrieben wurde. Die Bahn hatte es damals nicht leicht, Investitionen aus dem fernen Rom waren selten. Unpünktliche Züge und Busparallelverkehr sorgten für immer weniger Fahrgäste. 1990 fuhr der letzte Personenzug.

Neuinvestitionen in Strecke, Züge und Sicherheitstechnik

Das sollte so bis 2005 bleiben. Damals wurde die Strecke wiedereröffnet. Nun setzt sich das Land Südtirol für die Bahn ein und investiert kräftig in die Modernisierung der Strecke und Sicherheitstechnik. Moderne Fahrzeuge mit Klimaanlage und WLAN sorgen zu dem für angenehmen Reisekomfort. Das Zugangebot wird von Einheimischen wie Touristen gleichermaßen gut angenommen, so dass die Kapazität heute bei Weitem nicht mehr ausreicht. 2019 soll die Strecke deshalb elektrifiziert sein. Dann können Züge mit mehr Sitzplätzen fahren. Die Kapazität soll sich dann von 5.000 Plätzen täglich auf 16.000 steigern. Lästiges Umsteigen in Meran gehört dann der Vergangenheit an, Züge können dann durchgängig von Mals via Meran nach Bozen und von dort weiter nach Innsbruck oder Verona fahren.

Ständiger Begleiter der Vinschgaubahn – die Etsch (Foto: SWR, Alexander Schweitzer)
Ständiger Begleiter der Vinschgaubahn – die Etsch Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Ausfahrt der Vinschgaubahn in Mals Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Die Vinschgaubahn schlängelt sich rund 70 Kilometer von Mals hinab nach Meran Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Standseilbahn der Firma Laaser Marmor. Hier wir einer der hochwerigsten Marmorarten abgebaut Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Blick auf Meran von der Vinschgaubahn aus Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Vinschgaubahn inmitten Apfelplantagen kurz vor Schlanders Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Vinschgaubahn im Abendlicht, Brücke bei Schlanders Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen

Sehenswertes im Vinschgau

Die Vinschgaubahn ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie die Politik mehr Verkehr auf die Schiene bringen kann – wenn sie will. Neben der wechselvollen Geschichte der Bahnstrecke, erzählt der Film auch von Interessantem und Sehenswertem links und rechts der Strecke. Das Team um Alexander Schweitzer besucht beispielsweise in Laas einen Marmorbruch, wo einer der wertvollsten Marmorarten weltweit abgebaut wird. Und natürlich wird auch über die Apfelbauern berichtet, die früher gar nicht von der Bahn begeistert waren. Und wer weiß schon, dass im Vinschgau eine der ersten Schreibmaschinen erfunden wurde?

(ESD: 22.10.2016)

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Alexander Schweitzer (Foto: SWR, SWR - Wolfgang Drichelt)