Warm oder kalt?

Die richtige Schlafzimmertemperatur

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Genauso wie kalte Füße kann auch ein zu warmes Zimmer oder zu warmes Bett zum Schlafräuber werden. Dann strecken wir als erstes einen Fuß unter der Bettdecke nach draußen. Wenn das nicht hilft, kommt ein zweiter hinterher, denn unser Körper sehnt sich nach dem Temperaturabfall, den er zum Einschlafen braucht.

Ist es in unserer Umgebung zu heiß, tut sich der Körper schwer damit seine Wärme abzugeben. Wir bleiben warm und wach. Hier kann eine mit kaltem Wasser gefüllte Wärmflasche, also sozusagen eine Kälteflasche oder nasse Wickel an den Waden helfen. Ein nasses Laken vor dem Fenster kann das Raumklima zusätzlich verbessern. Probiers aus! Der nächste Sommer kommt bestimmt.

Warm oder kalt?

Ältere Frau liegt im Bett und schläft (Foto: Getty Images, Thinkstock -)

Eine zu warme Zimmerumgebung lässt uns auch nachweislich wilder träumen: Das kommt zum einen daher, dass wir durch das Schwitzen häufiger aufwachen und unsere Träume mitbekommen. Zum anderen erhöht eine hohe Zimmertemperatur die Länge der REM-Schlafphasen. Also die Teile der Schlafphasen in denen wir am meisten und buntesten träumen. Das kann auch zu mehr Alpträumen führen.

Warum wir mit kalten Füßen nicht einschlafen können

Kurios ist der kalte Füße-effekt trotzdem, denn eigentlich heizen sich, sobald wir müde werden, unsere Hände und Ohren auf. Der Körper ist dann gerade dabei seine Körpertemperatur um ein ganzes Grad Celsius abfallen zu lassen. Dafür stellt er die Gefäße in den Händen und Füßen weit. Warmes Blut aus dem Körperinneren fließt dann in die Arme und Beine und kühlt dort etwas ab. Dadurch sinkt die Körpertemperatur innerhalb von ein, zwei Stunden um etwa ein Grad.

Füße unter Bettdecke (Foto: Colourbox)

Der Prozess des Abfallens der Körpertemperatur ist eines der stärksten Einschlafsignale für den gesamten Körper. Ein Temperaturgong sozusagen, der allen Teilen des Organismus mitteilt: „Jetzt bitte das Nachtprogramm starten.“ Sind unsere Füße am Abend kalt, kann das Blut aus dem Körperinneren nicht nach außen transportiert werden. Denn kalte Füße und Hände bedeuten geschlossene Blutgefäße. Und wo wenig Blut fließt, kann wenig Blut abkühlen und somit bleibt es im Körperinneren warm. Wir schlafen nicht gut ein. Aber klar hier können wir etwas tun: Zum Beispiel hilft ein heißer Tee. Das fährt unsere Körpertemperatur hoch, so dass sie im Anschluss abfallen muss, und wir schläfrig werden. Der gleiche Effekt lässt sich aber auch mit einem Abendlichen Fußbad, mit Wärmepantoffeln oder einer durchblutungsfördernden Fußmassage erzielen. Oder eben mit meinen Wollsocken.

Warum eine heiße Badewanne beim Einschlafen helfen kann

Mein persönlicher Temperatur-Tipp des Tages: Wenn du mal sehr entspannt ins Bett steigen willst empfehle ich dir eine heiße Badewanne. Sie entspannt die Muskeln und die Seele und im Anschluss ist ein Abfallen der Körpertemperatur quasi vorprogrammiert. Deshalb fühlen wir uns danach so müde. Die Badewanne ist daher eines der wirkungsvollsten Schlafmittel die wir im Haus haben.

Wie Bettenmaterialien für die richtige Schlaftemperatur sorgen

Eine Frau lässt sich in einem Matratzen-Geschäft von einem Verkäufer beraten. (Foto: Getty Images, Thinkstock -)

Die Schlaftemperatur wird aber auch von den Materialien beeinflusst, die uns umgeben: Ob wir schwitzen oder nicht hängt maßgeblich mit unserer Matratze zusammen.

Latex-Matratzen kühlen, Kaltschaummatratzen können zum Schwitzen beitragen, und Federkernmatratzen belüften am meisten.

Lass dich bei vermehrtem Schwitzen mal in einem Bettenfachgeschäft beraten. Mit der richtigen Wahl der Matratze und der richtigen Bettdecke beugen wir schwitzen und frieren vor, je nach Typ. Daher können für Paare zwei unterschiedliche Matratzen und Bettdecken sinnvoll sein, um jedem Schlaftyp gerecht zu werden.

Nackt oder bekleidet schlafen?

Bis vor 150 Jahren haben wir wahrscheinlich überwiegend nackt geschlafen. Das Nachthemd ist eine recht moderne Erfindung. Wenn es einem gefällt ist also gegen das unbekleidete Schlafen nichts einzuwenden. Doch einen Haken hat es: Wir schwitzen nachts bis zu einem halben Liter Feuchtigkeit aus, die wird von einem T-Shirt oder Pyjama optimal aufgenommen. Wenn du also lieber nackt schläfst, solltest du dafür häufiger die Bettwäsche wechseln.

8 Tipps zum besseren Ein- und Durchschlafen

  1. Bei Schlafproblemen auf Mittagsschlaf verzichten
  2. Schlaftagebuch führen
  3. Regelmäßige Schlafzeiten und Aufstehzeiten einhalten (auch am Wochenende)
  4. Nur im Bett schlafen, nicht auf der Couch
  5. Bett nur zum Schlafen nutzen nicht für Essen, Arbeiten, Fernsehen
  6. Abendroutine, Puffer einplanen
  7. Gedanken eine Stunde vor dem Schlafen gehen aufschreiben und bei nächtlichen Grübelattacken aufstehen und weitere Gedanken dazu schreiben
  8. Eigene Traumreise entwickeln
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SWR Fernsehen