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Mit ihrer Modellbaufirma haben Hermann und Edwin Faller ein Stück deutsche Wirtschaftswunder-Geschichte geschrieben und dabei ein Stück heile Welt in die deutschen Wohnzimmer gebracht.

Was wäre die Modellbahnwelt von Märklin oder Fleischmann ohne die kleinen Faller-Häuschen? Die Miniaturlandschaft wäre langweilig und fade, ohne Fantasie und Geborgenheit. Das Modellbahnzubehör von Faller ist der Schmuck, das Lametta, der Modelleisenbahn. Die gelben Kartons in den Regalen der Spielwarenläden lassen noch heute hauptsächlich männliche Herzen höher schlagen.

Folge 909 70 Jahre Firma Faller

Faller –Sammler Dirk Christeinicke mit seiner AMS-Bahn (Foto: SWR, SWR - Alexander Schweitzer)
Faller –Sammler Dirk Christeinicke mit seiner AMS-Bahn SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Faller-Hochhaus im Original im badischen Gütenbach SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
In Anlehnung an das Faller-Hochhaus wurde dann Ende der 1950er Jahre dieses 30 cm hohe Modell auf den Markt gebracht, ganz im Zeitgeist der modernen Bundesrepublik. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Kloster Bebenhausen, auf 1.999 Stück limitierter Jubiläumsbausatz SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
„Villa im Tessin“, die Bausatz-Legende, ein äußerst erfolgreiches Modell. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen

Seit sieben Jahrzehnten ist die Modelleisenbahn ohne die verträumten Zutaten von Faller unvorstellbar – ein Rückblick: 1946 fing alles in Gütenbach im Schwarzwald an. In Heimarbeit stellte Faller Holzkämme her.

Bald darauf entstand die Idee, Modellbahnzubehör anzubieten. Mit den ebenfalls aus Holz gefertigten Marathon-Baukästen konnten bunte Häuser für die Modellbahn gebaut werden. Aus grüngefärbten Sägespänen entstanden die ersten Bäumchen für die Modelleisenbahn. Anfangs stellte Faller Fertigmodelle her. Modelle wie die "Sägemühle" oder der "Bahnhof Flüelen" sind heute bei Sammlern sehr begehrt. Das Sortiment wurde früh durch Bausätze ergänzt. Auch die "Villa im Tessin" ist eines dieser frühen Beispiele. Sie ist aber auch ein Sinnbild für die Sehnsucht der Deutschen im Nachkriegsdeutschland.

Bei Faller neu im Programm: diese H0- Segmentdrehscheibe nach einem Vorbild vom BW Rottweil (Foto: SWR, SWR - Bernhard Foos)
Faller H0-Segmentdrehscheibe SWR - Bernhard Foos

Der Zubehörspezialist versuchte sich aber auch selbst an der Spielzeugeisenbahn und entwickelte beispielsweise den Hittrain mit Batteriebetrieb. Mit der AMS-Bahn trug Faller 1963 dem bundesrepublikanischen Autoboom Rechnung.

Die Modellrennbahn war ursprünglich als Ergänzung zur Modelleisenbahn gedacht und blieb 25 Jahre im Sortiment. Als Weiterentwicklung kam 1989 das noch heute erhältliche Faller Car-System auf den Markt. Wie von Geisterhand fahren da die Autos auf der Modellfahrbahn.

Der Modellbauausflug in die Flugzeuggeschichte dauerte immerhin von 1950 bis 1970. Hier nahm Faller hauptsächlich Modelle der deutschen Luftwaffe aus dem Zweiten Weltkrieg zum Vorbild. Auch nach 70 Jahren erschafft Faller eine Traumwelt in Miniaturformat.

Der Film zeigt die wechselvolle Entwicklung einer Modellbaufirma im Wandel der Spielzeugwelt.

(ESD: 30.09.2017)

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