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An oder aus? Moderne Lampen können sehr viel mehr. Sie lassen - richtig platziert - Räume hell erstrahlen oder gemütlich schummrig-schimmern. Und sparen als LED auch noch Strom.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
21:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

Gerade beim Thema Wohnen wird gutes Licht zunehmend wichtiger: Denn die richtige Beleuchtung entscheidet mit, ob wir uns in einem Raum wohlfühlen. Je nach Kontrast, Lichtfarbe oder Helligkeit können Räume und Möbel zudem eine völlig andere Wirkung entfalten. Um also das jeweils Beste aus einem Raum herauszuholen, sollte die richtige Beleuchtung gut geplant sein - im besten Fall gleich beim Bau oder der Renovierung.

Indirektes oder direktes Licht?

Ein Model bedient eine Designer-Akkulampe (Hersteller: Tobias Grau). (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Oliver Berg/dpa)
Indirekte Leuchten schaffen weiches Wohlfühllicht. picture alliance/Oliver Berg/dpa

Beides! Denn es kommt immer darauf an: Wer es gern gemütlich mag, etwa auf dem Sofa vorm Fernseher, oder beim Abendessen am Esstisch, bevorzugt eher gedämpftes Licht. Wo aber gearbeitet wird, etwa am Schreibtisch oder in der Küche, sind helle Lichtquellen weit besser geeignet.

Mit dimmbaren Lichtquellen lassen sich Räume und ihre Funktionen ganz leicht verändern und so den unterschiedlichen Stimmungen und Bedürfnissen der Bewohner anpassen. Als Faustregel gilt hier: Der Mix aus drei verschiedenen Licht-Quellen - also direkt und indirekt - schafft die ideale Beleuchtung.

Eine Frau steuert mit dem iPad eine Küchen-Beleuchtung im Ausstellungsbereich der Internationalen Möbelmesse in Köln. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Oliver Berg/dpa)
Ein Arbeitsplatz - wie die Küche - benötigt eher ein sehr helles, fokussiertes Licht. picture alliance/Oliver Berg/dpa

Ein Trend, etwa auf der diesjährigen Internationalen Möbelmesse in Köln, ist "entblendetes Licht": Durch spezielle Linsen und Reflektoren entstehen Lichteffekte, ohne dass man die jeweilige Lichtquelle direkt erkennt.

Klassische Glühbirne, Energiesparlampe oder LED?

Die Wahrheit ist: Klassische Glühbirnen sind längst Auslaufmodelle. Sie sind extrem ineffizient und deshalb auch verboten. Ebenso wie ineffiziente Halogenlampen übrigens. Nur die stromsparenden Modelle dürfen noch verkauft werden. Bleibt also eigentlich nur die Wahl zwischen einer Energiesparlampe oder einer LED.

Professor Cornelius Neumann, der Leiter des Lichttechnischen Instituts der Universiät Karlsruhe (Foto: SWR)
Professor Cornelius Neumann, Leiter des Lichttechnischen Instituts der Universität Karlsruhe, rät zu LED-Leuchten.

Inzwischen spricht Vieles für LED-Leuchten: Sie sind ganz klar am energie-effizientesten. Es gibt sie in sehr vielen verschiedenen Ausführungen. Je mehr der vielen kleinen stromsparenden LED-Chips in ihnen verbaut sind, desto heller ist die Leuchte. Ihr Wirkungsgrad liegt weit über dem klassischer Glühbirnen oder Energiesparlampen. Und auch ihre Lebensdauer ist mit bis zu 50.000 Stunden am höchsten.

Eine Infografik unterstreicht den Vorteil von LED-Leuchten im Bezug auf Energieeffizienz, Helligkeit und Lebensdauer (Foto: SWR)
LED-Leuchten sind ganz klar die Effizientesten. Sie bestehen aus vielen kleinen stromsparenden LED-Chips – je mehr, desto heller ist die Leuchte. Wirkungsgrad: bis zu 40 Prozent. Die Lebensdauer variiert zwischen 15.000 und 50.000 Stunden.

Nachteil von LED-Leuchten: Sie sind im Vergleich zu herkömmlichen Leuchtmitteln meist teurer - und bis sich dieser Anschaffungspreis durch niedrigen Verbrauch und längere Lebensdauer ausgleicht, dauert es.

Smart Home - Macht Licht-Steuerung per App oder Sprache Sinn?

Olafur Eliasson: Escaped light landscape, 2020 (Foto: Foto: Alcuin Stevenson / Studio Olafur Eliasson, Courtesy of the artist; neugerriemschneider, Berlin; Tanya Bonakdar Gallery, New York / Los Angeles © 2020 Olafur Eliasson)
Licht muss wirken: Es hebt schöne Details hervor und bringt Farben zum Strahlen. Foto: Alcuin Stevenson / Studio Olafur Eliasson, Courtesy of the artist; neugerriemschneider, Berlin; Tanya Bonakdar Gallery, New York / Los Angeles © 2020 Olafur Eliasson

Auch in den privaten Wohnbereich hält heute immer mehr Technik Einzug: Mit Lampen und Licht, die dann per App oder Sprachbefehl gesteuert werden. Zudem bieten die so genannten "Smart-Home"-Leuchtsysteme neue Formen und Farben an: moderne, ultradünne LED-Streifen lassen sich etwa im Kleiderschrank mit einem Klebestreifen befestigen. Vernetze High-Tech-Lampen lassen sich nicht nur dimmen, sondern können sich zu bestimmen Zeiten (etwa bei Sonnenaufgang und -untergang) automatisch ein- oder ausschalten. Oder Sie können je nach Lust und Laune die Farbe und die Farbstimmung wechseln.

Ein Google Home Lautsprecher steht auf einem Beistelltischchen neben einer Lampe (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / -/Google/dpa)
Smart-Home-Steuerungen kümmern sich nicht nur um die Alarmanlagen und die Jalousien, sondern eben auch um die Beleuchtungssituation. Sie kann beispielsweise so wechseln, als ob jemand zu Hause wäre. picture alliance / -/Google/dpa

Allerdings ist die Lichtsteuerung übers Tablet oder Handy gewöhnungsbedürftig. Viele Menschen wollen lieber wie gewohnt einen Lichtschalter benutzen. Und auch, dass Smart-Home gesteuerten Lampen ständig vernetzt und quasi "online" sind, ist sicher nicht jedermanns Fall. Smarte Lampen müssen also nicht unbedingt sein. Geschmackssache!

Infografik, die die Wattzahl herkömmlicher Glühbirnen mit der Lumen-Zahl moderner LED-Leuchten vergleicht (Foto: SWR)
Äußerst hilfreich: Mit dieser Tabelle sehen Sie, welche Leistung eine moderne LED-Leuchte im Vergleich zur herkömmlichen Glühbirne haben sollte.

Unser Fazit:

Gutes Licht ist vor allem eine Sache der richtigen Planung. Wer kann, sollte sich am besten bereits im Vorfeld von Bau oder Renovierung darüber Gedanken machen. Wenn möglich sogar mit einem Experten, etwa einem Innenarchitekten, Lichtdesigner oder Elektriker, über seine Vorstellung einer gelungenen Beleuchtung sprechen. Nur so lassen sich ärgerliche Enttäuschungen oder teure Umbauten im Nachhinein verhindern. Zum Beispiel, weil Steckdosen und Stromanschlüsse genau dort geplant und verbaut werden, wo sie gebraucht werden.

Ungemütliches Licht oder hässliche Verlängerungskabel mitten durchs Wohnzimmer braucht wirklich kein Mensch! Auf die richtige Mischung aus Energieeffizienz und Wohlfühlatmosphäre kommt es an - gerade bei Licht und Lampen.

Die wichtigsten Tipps:

  • LED-Leuchten sind die beste Wahl. Sie sind zwar etwas teurer, dafür verbrauchen sie am wenigsten Energie, es gibt sie in verschiedenen Ausführungen und sie halten am längsten.
  • Lampen, die sich per Smart-Home steuern lassen, sind Geschmackssache. Wen es nicht stört, dass die Lampen immer online sind und übers Handy gesteuert werden, kann viele Möglichkeiten und Spielereien nutzen.
  • Der Mix aus drei verschiedenen Licht-Quellen - also direkt und indirekt - schafft die ideale Beleuchtung.
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