Die Maul- und Klauenseuche ist eine hochansteckende Virusinfektion. Für Menschen ist der Erreger weitgehend ungefährlich, er führt vor allem bei Klauentieren zu starken Symptomen, also zum Beispiel Rindern oder Schweinen. Infizierte Tiere bekommen oft hohes Fieber, leiden an Appetitlosigkeit, Apathie und charakteristischen Blasen an Maul und Klauen.
Erwachsene Tiere würden in den meisten Fällen nicht an der Seuche sterben - sie führt aber zu einem extremen Leistungsabfall und zu Tierleid. Jungtiere bekommen tödliche Herzprobleme durch das Virus. Deshalb keult man um die Ausbreitung zu stoppen.
Gefährdet sind nicht nur Nutztiere, sondern auch Zoo- und Wildtiere. Anstecken können sich also auch Giraffen oder Flusspferde. Deutschland und die EU galten seit Längerem offiziell als Maul- und Klauenseuche frei. Weltweit gibt es aber etliche Regionen, in denen das Virus weiterhin aktiv ist. Infektionen wurden zum Beispiel aus der Türkei, im Nahen Osten, Teilen Asiens und Afrikas gemeldet.
Infektionswege für die Maul- und Klauenseuche
Übertragen wird die Maul- und Klauenseuche entweder direkt durch Kontakt infizierter und gesunder Tiere oder indirekt, wenn Futter, Gegenstände oder Einstreu kontaminiert sind. Das Virus ist sehr widerstandsfähig, das hilft ihm dabei, sich zu verbreiten. Selbst längere Trockenheit, Kälte oder hohe Salzkonzentrationen machen ihm wenig aus. So kann der Erreger in nicht ausreichend erhitzter Milch, gefrorenem oder gepökeltem Fleisch monatelang infektiös bleiben.
Werden tierische Produkte aus Ländern, in denen die Maul- und Klauenseuche noch vorkommt, illegal eingeführt, kann das Virus so auch in eigentlich virusfreien Gebieten wieder ausbrechen. Die Krankheit kann nicht behandelt werden, impfen ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.
Wirtschaftliche Auswirkungen für die Landwirte
Neben den akut infizierten Tieren müssen deshalb auch alle weiteren Klauentiere im Betrieb oder der Herde getötet werden, um die Ausbreitung einzudämmen. Für die Landwirtschaft sind Ausbrüche der Maul- und Klauenseuche aber nicht nur deshalb ein erhebliches Risiko.
Wird ein Ausbruch bekannt, folgen in der Regel Handelsbeschränkungen, auch Betriebe, deren Tiere gar nicht betroffen sind, bekommen dann Schwierigkeiten, ihre Produkte international zu verkaufen.